Hoher Quartalsgewinn von 827 Mio. €

08.05.2018

Die Gruppe

Munich Re hat dank geringer Großschäden und einer guten operativen Entwicklung im ersten Quartal einen hohen Gewinn von 827 (557) Mio. € erzielt. Für das Gesamtjahr erwartet Munich Re nun eine auf 97 % verbesserte Schaden-Kosten-Quote in der Schaden/Unfall-Rückversicherung. Das Gewinnziel bleibt unverändert bei 2,1 bis 2,5 Mrd. €. Die Erneuerungsrunde zum 1. April brachte erneut leicht steigende Preise (+0,8 %) und eine Ausweitung des Geschäfts (+8,1 %).
Geringe Großschäden in der Schaden/Unfall-Rückversicherung prägten das erste Quartal. Doch auch in der Rückversicherung Leben/Gesundheit sowie bei ERGO haben wir ein gutes Quartalsergebnis erzielt. Mit dem Start in das Jahr können wir sehr zufrieden sein.
Jörg Schneider
Munich Re
CFO

Zusammenfassung der Q1-Zahlen

Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 1.283 (952) Mio. €. Das sonstige nicht operative Ergebnis lag bei –194 (–153) Mio. €; davon entfielen auf das Währungsergebnis –68 (–57) Mio. €. Der Ertragsteueraufwand betrug –212 (–188) Mio. €. Das Eigenkapital lag mit 27.191 Mio. € unter dem Niveau zu Jahresbeginn (28.198 Mio. €), da das gute Quartalsergebnis durch negative Währungseffekte, Aktienrückkaufe und insbesondere durch den kapitalmarktbedingten Rückgang der unrealisierten Gewinne überkompensiert wurde.

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 1,6 % auf 13.126 (12.925) Mio. €. Bei unveränderten Wechselkursen wäre das Beitragsvolumen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,8 % gestiegen

Annualisiert lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) bei 13,2 %; auf das gesamte Eigenkapital wurde eine Rendite (RoE) von 11,9 % verdient.

Die Solvenzquote lag zum Ende von Q1 mit 245 % etwas über dem Niveau zu Jahresbeginn (244 %).

Rückversicherung: Ergebnis von 750 Mio. €

Das Geschäftsfeld Rückversicherung steuerte zum Konzernergebnis 750 (466) Mio. € bei. Das operative Ergebnis betrug 1.059 (683) Mio. €. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 1,7 % auf 8.183 (8.046) Mio. €.

Das Rückversicherungsgeschäft Leben/Gesundheit erzielte einen Gewinn von 159 (126) Mio. €. Die Beitragseinnahmen gingen aufgrund der Beendigung eines großvolumigen Vertrages und negativer Währungseffekte auf 2.865 (3.488) Mio. € zurück. Das versicherungstechnische Ergebnis inklusive dem Ergebnis aus dem Teil des Geschäfts, der wegen nicht signifikantem Risikotransfer außerhalb des versicherungstechnischen Ergebnisses ausgewiesen wird, war mit 155 (158) Mio. € ähnlich gut wie in Q1 2017.

Die Schaden/Unfall-Rückversicherung erzielte in Q1 einen Ergebnisbeitrag von 591 (340) Mio. €. Das Prämienvolumen stieg durch organisches Wachstum deutlich auf 5.317 (4.558) Mio. €. Die Schaden-Kosten-Quote lag mit 88,6 (97,1) % der verdienten Nettobeiträge auf einem sehr guten Niveau.

Die Gesamtbelastung durch Großschäden von je über 10 Mio. € betrug lediglich –62 (–403) Mio. €, und lag mit 1,4 % der verdienten Nettobeiträge deutlich unter der Großschadenerwartung von 12 %. Die von Menschen verursachten Großschäden lagen bei –112 (–247) Mio. €. Die Belastung durch in Q1 angefallene Großschäden aus Naturkatastrophen war geringer als die Entlastung aus der Auflösung von Rückstellungen für Großschäden früherer Jahre, per saldo ergab sich daraus eine Entlastung von 49 (–156) Mio. €.  

Da die Schadenmeldungen für die Basisschäden früherer Jahre insgesamt weiterhin spürbar unter dem erwarteten Niveau liegen, konnten Rückstellungen – bereinigt um Anpassungen bei den Provisionen – in Höhe von rund 180 Mio. € aufgelöst werden; dies entspricht 4,1 Prozentpunkten der Schaden-Kosten-Quote. Auch weiterhin strebt Munich Re an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass später Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind.

Bei der Erneuerungsrunde zum 1. April 2018 setzten sich die bereits im Januar zu beobachtenden Entwicklungen fort: steigende Preise in den von Naturkatastrophen betroffenen Märkten, ansonsten eine stabile Preisentwicklung bei nach wie vor hoher Kapazität im Markt. Der Preisanstieg für die gesamte April-Erneuerung belief sich auf 0,8 %. Das Prämienvolumen stieg um 8,1 % auf rund 1,6 Mrd. €. In einzelnen Märkten konnten selektiv Chancen genutzt werden, beispielsweise in Indien und Japan.

Zum 1. April 2018 stand für Munich Re ein Vorjahresgeschäftsvolumen von rund 1,4 Mrd. € zur Erneuerung an, gegenüber 8,3 Mrd. € im Januar. Ungefähr 15 % davon betrafen den japanischen Markt, weitere rund 28 % ent

ERGO: Ergebnis von 77 Mio. €

In Q1 verzeichnete Munich Re im Geschäftsfeld ERGO einen Gewinn von 77 (91) Mio. €. Dabei wurde ein Ergebnisrückgang in den Inlandssegmenten, insbesondere bedingt durch geringere Kapitalanlagerealisierungen und hohe Sturmschäden, durch eine Ergebnissteigerung im Segment International weitgehend kompensiert. Das operative Ergebnis fiel leicht auf 224 (269) Mio. €.

Die Schaden-Kosten-Quote im Segment Schaden/Unfall Deutschland stieg auf 101,7 (99,1) %, insbesondere aufgrund einer hohen Schadenbelastung durch den Sturm „Friederike“. Die Schaden-Kosten-Quote im Segment International verbesserte sich auf 95,3 (96,3) %.

Die gesamten Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg stiegen in Q1 2018 um 0,8 % auf 5.156 (5.114) Mio. €; die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 1,3 % auf 4.943 (4.879) Mio. €. Im Segment Leben/Gesundheit Deutschland blieben die Bruttobeiträge nahezu konstant bei 2.321 (2.324) Mio. €. Im Segment Schaden/Unfall Deutschland stiegen sie um 2,1 % auf 1.266 (1.240) Mio. €. Im Segment International stiegen die Beitragseinnahmen um 3,1 % auf 1.356 (1.315) Mio. €.

Kapitalanlagen: Kapitalanlageergebnis bei 1.796 Mio. €

Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) sank zum 31.3.2018 im Vergleich zum Jahresende 2017 zu Buchwerten auf 216.201 (217.562) Mio. € (zu Marktwerten: 229.781 Mio. €, Vorjahreswert: 231.885 Mio. €). Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) ging auf 1.796 (2.151) Mio. € zurück. Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen verringerten sich auf 1.493 (1.634) Mio. €. Das Derivateergebnis verbesserte sich auf –17 (–362) Mio. €. Der Saldo von Veräußerungsgewinnen und -verlusten ohne Derivate fiel auf 584 (1.048) Mio. €. Zudem verzeichnete Munich Re bei den Zu- / Abschreibungen auf nicht-derivative Kapitalanlagen im abgelaufenen Quartal mit per Saldo –115 (–26) Mio. € höhere Abschreibungen als im Vergleichszeitraum.

Das Kapitalanlageergebnis entspricht insgesamt einer Rendite von 3,1 %, bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios; die laufende Rendite lag bei 2,6 % und die Wiederanlagerendite bei 1,9 %. Die Aktienquote einschließlich aktienbezogener Derivate verringerte sich zum 31.3.2018 leicht auf 6,5 % (31.12.2017: 6,7 %).

Vermögensverwalterin der Gruppe ist die MEAG. Sie betreute zum 31. März 2018 neben den konzerneigenen Kapitalanlagen für Dritte ein Volumen von 15,5 (15,9) Mrd. €.

Ausblick 2018: Konzernziel von 2,1 bis 2,5 Mrd. €

In der Schaden- und Unfallrückversicherung senkt Munich Re aufgrund der geringen Belastung aus Großschäden in Q1 2018 ihre Prognose der Schaden-Kosten-Quote für das Gesamtjahr um 2 Prozentpunkte auf 97 %.

Die übrigen Erwartungen für 2018 haben sich im Vergleich zu den Angaben des im März veröffentlichten Geschäftsberichts 2017 nicht verändert. Munich Re rechnet für das Geschäftsjahr 2018 weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 46 und 49 Mrd. € und strebt unverändert ein Konzernergebnis in einer Spanne von 2,1 bis 2,5 Mrd. € an.

Munich Re ist ein weltweit führender Anbieter von Rückversicherung, Erstversicherung und versicherungsnahen Risikolösungen. Die Unternehmensgruppe besteht aus den Geschäftsfeldern Rückversicherung und ERGO, sowie der Kapitalanlagegesellschaft MEAG. Munich Re ist weltweit und in allen Versicherungssparten aktiv. Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 zeichnet sich Munich Re durch einzigartiges Risiko-Knowhow und besondere finanzielle Solidität aus. Sie bietet ihren Kunden auch bei außergewöhnlich hohen Schäden finanziellen Schutz – vom Erdbeben in San Francisco 1906 bis zur atlantischen Hurrikanserie 2017. Munich Re besitzt herausragende Innovationskraft und ist hierdurch in der Lage, auch außergewöhnliche Risiken wie Raketenstarts, Erneuerbare Energien, Cyberattacken oder Pandemien abzusichern. Das Unternehmen treibt die digitale Transformation innerhalb ihrer Branche in einer führenden Rolle voran und erweitert hierdurch ihre Risikoanalysefähigkeiten sowie ihr Leistungsangebot. Individuelle Lösungen und große Nähe zu ihren Kunden machen Munich Re zu einem weltweit nachgefragten Risikopartner für Wirtschaft, Institutionen und Privatpersonen.

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