Munich Re und KfW: Neue Absicherung des Fündigkeitsrisikos für Geothermie-Betreiber
18.12.2025
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- Bundeswirtschaftsministerium, Munich Re und KfW starten innovatives Programm zur Förderung der Tiefengeothermie
- Zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung von Bohrungen kombiniert mit Risikodeckung für unzureichende Geothermiequellen
- Als Pionier in der Versicherungsbranche adressiert Munich Re das Finanzierungsdilemma für Geothermie-Bohrungen
München/Frankfurt Die KfW startet in Zusammenarbeit mit Munich Re und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine neue Förderung für den Ausbau der Tiefengeothermie zur kommunalen und industriellen Wärmeversorgung. Mit dem neuen Geothermie-Beschleunigungsgesetz hat das Bundeswirtschaftsministerium die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen.
Geothermie-Quellen sollen perspektivisch einen großen Teil des Wärmebedarfs der Bundesrepublik Deutschland abdecken. Für die Erkundung und Erschließung der heißen Quellen in Tausenden Metern Tiefe sind häufig zweistellige Millionen-Euro-Beträge notwendig. Bringt die Bohrung kein heißes oder nicht ausreichend heißes Wasser hervor, ist die Investition im schlimmsten Fall verloren. Dieses Risiko der sogenannten Nicht-Fündigkeit schreckt Investoren und deren Banken häufig ab und verhindert so die Realisierung von Geothermie- Projekten.
Hier setzen die Partner mit einem maßgeschneiderten Produkt an: Munich Re prüft, ob das Projekt auf Basis der Datenlage durchführbar und versicherbar ist, legt die Absicherungsparameter wie auch die Höhe der Versicherungsprämie fest und sichert bei passender Datenlage 30 bis 70 Prozent der Darlehenssumme ab. Für den nicht abgesicherten Teil gewährt die KfW im Schadensfall – beispielsweise bei Nicht-Fündigkeit oder erfolgloser Bohrung – einen Teilschulderlass zu den gleichen Bedingungen wie im Versicherungsvertrag. Dadurch kann der Projektträger bis zu 100 Prozent des Darlehensbetrags absichern.
Voraussetzung: Zeitnahes Einbinden der Partner
Ziel ist es, dass Munich Re, KfW und BMWE das Finanzierungsdilemma der Tiefbohrungen durch ihre Zusammenarbeit lösen: „Wir arbeiten im Bereich der Tiefengeothermie mit einem hohen Ausfallrisiko und hohen Risikoanforderungen. Dabei schauen wir uns jedes Projekt auf Basis der jeweiligen Datenlage genau an. Unter diesen Voraussetzungen kann Munich Re Geothermie-Projekte mit einer Fündigkeitsversicherung prinzipiell bundesweit in Vorzugsgebieten absichern. Essenziell bei diesen Projekten ist es, dass wir von Anfang an involviert sind, Einblick in die Messungen und Kalkulationen haben und die Datenlage stimmt“, erklärt Thomas Blunck, Mitglied des Vorstands bei Munich Re.
Für viele Kommunen sind Geothermie-Projekte eine attraktive Möglichkeit, um ihre Energieversorgung zu stärken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Geothermie in Deutschland: deutliche Anhebung des aktuellen Niveaus bis 2030
„Die Tiefengeothermie hat das Potenzial, einen substanziellen Beitrag für die klimaneutrale Wärmeerzeugung in Deutschland zu leisten – effizient und unabhängig von fossilen Energieträgern“, sagt Melanie Kehr, für das inländische Fördergeschäft verantwortliche Vorständin der KfW. „Unsere neue Förderung setzt an einem zentralen Ausbauhemmnis an und adressiert das hohe finanzielle Risiko der Bohrungen. Zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium und Munich Re setzen wir neue Impulse für die Energiewende und stärken so die Souveränität des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“
Die von Munich Re entwickelte Versicherung ist Teil einer Geothermie-Initiative des BMWE. Ziel dieser Initiative ist es, bis 2030 mindestens 65 weitere Geothermie-Projekte zu realisieren, was den Anteil der für die Wärmenutzung verwendeten Energie aus Geothermie auf das Zehnfache des aktuellen Niveaus anheben würde.
Munich Re hat diese Risikoabdeckung als erstes entwickelt und sammelt seit mehreren Jahren Erfahrung damit. Weitere Infos:
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