The Inner Way, 1999/2025
Lichtinstallation, LED, Glasfaser, natürliches Licht
Langsam und fast unmerklich verändern sich die Farben des Lichts und damit die Atmosphäre in der Passageninstallation von James Turrell. Klares Blau und Gelb gehen in sanfte Zwischentöne über, um dann den Raum erneut in intensives Licht – kräftiges Rot und Grün – zu tauchen.
1999 schuf James Turrell (geb. 1943 in Los Angeles) die ikonische Lichtinstallation The Inner Way für die unterirdische Passage von Munich Re. Fast 30 Jahre später hat der renommierte Lichtkünstler sein Werk nun weiterentwickelt, Licht und Farben in Bewegung gesetzt und damit ein einzigartiges neues Farb- und Raumerlebnis geschaffen.
Über 150 m erstreckt sich der Tunnel, der die Geschäftsgebäude von Munich Re am Campus Schwabing unter der Erde verbindet. Präzise hat der Künstler den Verlauf des Weges, jede Biegung und Kurve bestimmt, um das Licht und den Raum spannungsvoll in Szene zu setzen und beeindruckende Perspektiven zu erzeugen. Minutiös choreografiert er sein „Lichtbild“ aus künstlichem und natürlichem Licht. Unsichtbare Lichtquellen illuminieren den architektonischen Raum auf geheimnisvolle Weise und verwandeln ihn in einen Illusionsraum aus Licht und Farbe. Gegliedert wird der Raum durch dünne Leuchtrahmen aus Lichtleitfasern, die den Raum zu durchschneiden scheinen und wie Barrieren wirken, die es zu überwinden gilt.
Das Zentrum des gebogenen Ganges bilden zwei runde Räume, die mit einer Kuppel überfangen sind. Die Kuppel des einen Raumes ist im der Mitte mit einer kreisrunden, verglasten Öffnung versehen, durch die natürliches Licht einfällt. Sie verbindet das Innen mit dem Außen und öffnet den Blick zum Himmel. Die andere Kuppel ist hingegen geschlossen. Durch den geschickten Einsatz verdeckter Lichtquellen bleibt die tatsächliche Dimension des Raumes verborgen. Der diffuse Lichtraum scheint sich unendlich auszudehnen.
Während die ursprüngliche Lichtinstallation statisch ist, dominiert von leuchtendem Blau und Gelb, verändert sich das neue Lichtbild dynamisch. Möglich wurde dies durch Umstellung von Leuchtstoffröhren auf LED Technologie im Jahr 2025.
In einer Abfolge von sieben komponierten Farbwelten mit fließenden Übergängen ist jetzt erlebbar wie sich unterschiedliche Kontraste, dynamische Farbmischungen und -stimmungen unmittelbar auf die Sinne auswirken. Die architektonischen Grenzen des unterirdischen Raumes werden dabei nahezu aufgehoben. So entsteht ein beeindruckendes, immersives Raum- und Farberlebnis. Es ermöglicht das Eintauchen in eine Welt aus Licht und Farbe – eine Erfahrung, die berührt und die Wahrnehmung auf subtile Weise herausfordert.