© Patrick Orton / Getty Images

Waldbrände und Buschfeuer

Deutliche Hinweise auf Klimawandel als Änderungsrisiko

Waldbrände und der große Einfluss des Menschen

Waldbrände verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe, insbesondere in den USA. Aber auch in vielen anderen Regionen verändern steigende Temperaturen und Trockenphasen die Risikosituation.
24
Mrd. US$
2018 verursachten Waldbrände höhere Gesamtschäden als jemals zuvor - Versicherer bezahlten 18 Mrd. US$

Ein komplexes Zusammenspiel von menschgemachten und natürlichen Faktoren machen Waldbrände und Buschfeuer zu einer schwer greifbaren und vielerorts zunehmenden Gefahr. Auch wenn sich Gefährdungszonen gut bestimmen lassen, können Brände an unerwarteten Orten auftreten und überall große Schäden hinterlassen. 

Waldbrände entstehen vor allem bei hohen Lufttemperaturen nach langen Phasen der Trockenheit. In der ausgedörrten Vegetation kommt es dann leicht zu einem Flächenbrand, der in Verbindung mit starken Winden kaum zu kontrollieren ist. Die Mehrzahl der Brände in der Nähe besiedelter Gebiete wird vom Menschen verursacht, nur ein kleinerer Teil ist auf natürliche Ursachen wie Blitzschlag zurückzuführen. Neben versehentlich ausgelösten Bränden gibt es auch eine erhebliche Zahl, die vorsätzlich gelegt werden. 

Besonders hoch ist die Gefährdung in Klimazonen, in denen zeitweise genügend Niederschlag fällt, damit die Vegetation gedeihen kann, wo es aber anschließend zu längeren warmen und niederschlagsarmen Perioden kommt. Dabei trocknen die Pflanzen nach und nach aus und sind leicht entzündbar. Dies ist beispielsweise im südöstlichen Teil Australiens oder in Kalifornien der Fall. 

Feuer in Kalifornien bestimmen Schadentrend
Gesamtschäden durch Waldbrände 1980-2018

Das Schadenpotenzial von Waldbränden wächst

Zu den am meisten betroffenen Gebieten zählen der Südwesten der USA und der Südosten Australiens. Neben den klimatischen Aspekten spielt die Ausbreitung von Städten eine entscheidende Rolle bei der Veränderung des Schadenpotenzials. Immer mehr Menschen errichten Häuser im Übergangsbereich zwischen Stadtrand und den siedlungsnahen Waldgebieten.

In Kalifornien trägt der Klimawandel offenbar schon erheblich zu einem steigenden Waldbrandrisiko mit hohen Schäden bei. Die größten seit 1930 erfassten Waldbrände ereigneten sich ganz überwiegend seit Beginn der 2000er Jahre. In diesen Zeitraum fallen auch die meisten Jahre mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und ungewöhnlich starker Trockenheit. Aber auch im Mittelmeerraum oder in Teilen Australiens herrschen häufiger Bedingungen, die Waldbrände begünstigen.  

Die Herausforderung: Die Modellierung des Waldbrandrisikos ist komplex

Für die Hochrisikogebiete Kalifornien und Australien gibt es Modelle, mit deren Hilfe die potenziellen versicherten Schäden durch Waldbrände abgeschätzt werden können. Die Modellierung dieser Gefahr ist jedoch wegen der vielen menschgemachten und natürlichen Faktoren komplex und von subjektiven Einschätzungen – bis hin zur Bewertung der Brandbekämpfungsmöglichkeiten - beeinflusst.

Zur Verbesserung der Risikobewertung entwickelt und aktualisiert Munich Re fortlaufend Gefährdungszonierungen und Schadensimulationsmodelle, beispielsweise im Rahmen der NATHAN Risk Suite, die wir Kunden als „Software as a Service“ anbieten. Zudem unterstützen wir die Erforschung von Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden, zum Beispiel in Kooperation mit dem Insurance Institute for Business and Home Safety (IBHS) in den USA.

Sprechen Sie mit unseren Experten
Ernst Rauch
Leiter Climate & Public Sector Business Development
Markus Steuer
Markus Steuer
Consultant und Wildfire Experte, Corporate Underwriting
Wir verwenden auf unseren Websites Cookies um Ihr Internet-Nutzungserlebnis zu verbessern und unsere Online-Dienstleistungen zu optimieren. Dies sind zum einen technisch erforderliche Cookies, ohne die die Funktionalität der Websites nicht gewährleistet wäre. Zum anderen setzen wir Cookies um statistische Auswertungen zur Reichweite unserer Websites machen zu können. Diese Auswertungen erfolgen anonym. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies und der Möglichkeit, der Setzung von Cookies zu statistischen Auswertungen zu widersprechen, finden Sie in unseren Cookie-Richtlinien.