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Mobilität und Transport

Kleine Flieger im Aufwind

Noch ist der Einsatz von kommerziellen, nicht-militärischen Drohnen in vielen Ländern eng begrenzt. Doch mit der vermehrten zivilen Nutzung dieser unbemannten Fluggeräte rückt auch die Absicherung der damit verbundenen Risiken in den Vordergrund.

09.09.2015

Deutlich teurer sind Fluggeräte für den Profi-Einsatz, die sich neben den bereits seit Längerem üblichen Hobbydrohnen allmählich am Markt etablieren. Sie verfügen gewöhnlich über eine höhere Nutzlast, eine größere Reichweite und weisen ein stabileres Flugverhalten auf. An Bord befindet sich mehr oder weniger komplexe Steuerungselektronik, zum Beispiel ein GPS-System zur leichteren Navigation. Alle fliegenden unbemannten Systeme lassen sich unter anderem nach Gewicht, Flughöhe und -dauer oder maximale Entfernung klassifizieren. Die Größe ist ebenfalls ein signifikantes Unterscheidungsmerkmal: Sie reicht von der libellenartigen Mikrodrohne DelFly mit einer Spannweite von zehn Zentimetern bis zu Exemplaren mit Flügellängen eines Verkehrsflugzeugs, die das Militär einsetzt. Weltweit existieren laut dem Jahrbuch von UVS International, einem Zusammenschluss von Drohnenherstellern, mehr als 1.600 Drohnentypen, davon lediglich 20 Prozent für rein kommerzielle Zwecke.

Der Einsatz von kommerziellen Drohnen ist in vielen Ländern eng begrenzt. Die zivile Nutzung der Fluggeräte rückt Risikoabsicherung in den Vordergrund.

Eine Drohne für jedermann

Was vor Kurzem noch bestenfalls in Science-Fiction-Filmen zu bestaunen war, wird zunehmend Realität. Die unbemannten Fluggeräte mit vier bis acht Rotorblättern sind klein und wendig, laufen mit akkubetriebenen Motoren und können geringe Nutzlasten tragen. Daher werden sie immer stärker kommerziell eingesetzt, etwa bei technischen Inspektionen oder in der Landwirtschaft. Welche Veränderungen kommen auf die Assekuranz zu? Wie werden Drohnen eingesetzt, welche Risiken können entstehen? Klicken Sie hier und scrollen Sie durch verschiedene Anwendungsszenarien.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Dank neuer Technologien, die zum Teil aus dem militärischen Bereich kommen und von Mobilfunk- oder Modellbauentwicklern adaptiert wurden, werden leistungsfähigere Fluggeräte zu immer niedrigeren Kosten entwickelt. Sie verfügen über eine ausgeklügelte Elektronik sowie über kleine und leichte Elektromotoren, die dennoch ausreichend Auftrieb entfalten. Als letzte Hürde erweist sich die Akkutechnologie, ohne die längere Flugzeiten nicht möglich sind.

Im privaten Bereich hat sich der Umgang mit den kleinen unbemannten Coptern oder Modellflugzeugen, die oft mit Kameras versehen und über Smartphones steuerbar sind, zu einem zunehmend beliebten Hobby entwickelt. Unter bestimmten Voraussetzungen bedarf es nicht einmal einer Anmeldung. Die gewerbliche Nutzung hinkt auf einigen Märkten, etwa den USA, mangels einheitlicher Regulierung jedoch hinterher. Dennoch werden sie vielerorts bereits zweckmäßig eingesetzt, beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft, um Schädlinge zu bekämpfen oder kranke Pflanzen zu erkennen. Auch im Filmgeschäft haben sich Drohnen etabliert, weil sie weniger kosten als Hubschrauber und flexibler einzusetzen sind als Kamerakräne. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind Luftaufnahmen in der Vermessungstechnik sowie die Überwachung von Pipelines, Strommasten, Deichen oder Baustellen.

Die Feuerwehr experimentiert mit Löschdrohnen, die schwer erreichbare Brände ohne Gefahr für Menschenleben bekämpfen, Versicherer arbeiten an Möglichkeiten, Drohnen bei Naturkatastrophen zur Risikoeinschätzung sowie zur Begutachtung von Schäden einzusetzen. Zukunftsmusik sind noch Anwendungen für Transportzwecke, auch wenn Logistikfirmen bereits Versuche gestartet haben. Vorhaben, Menschen in Ländern mit schlechter technischer Infrastruktur Zugang zum Internet zu ermöglichen, sind ebenfalls über die Testphase nicht hinausgekommen. Glaubt man der US-Luftfahrtbehörde FAA, werden kommerziell genutzte Drohnen schon bald eine alltägliche Erscheinung sein. Bis 2020 sollen mehr als 10.000 unbemannte Fluggeräte im amerikanischen Luftraum unterwegs sein. Angesichts der wachsenden Einsatzmöglichkeiten schätzt das Marktanalyse-Unternehmen Radiant Insight, dass das Marktvolumen für Drohnen weltweit von 600 Millionen US-Dollar 2014 auf 4,8 Milliarden US-Dollar bis 2021 zunehmen wird.

Technische Vorzüge

„Rotary style Drones” sind extrem wendig, was sie für viele Einsatzgebiete attraktiv macht. Im Gegensatz zum Hubschrauber pendeln sich Drohnen selbst ins Gleichgewicht, was bereits nach kurzer Zeit eine einfache und intuitive Steuerung erlaubt. Möglich macht das eine raffinierte Technik, bei der Gyroskope und Beschleunigungssensoren ständig Längs- und Querneigung messen und die Daten an einen Mikroprozessor weiterleiten. Vielfältige weitere elektronische Sicherheitselemente sind möglich bzw. in der Entwicklung.

Regulatorische Hürden

Größtes Hindernis bei der Verbreitung von kommerziellen Drohnen ist der fehlende rechtliche Rahmen, der eine sichere Integration der unbemannten Flugkörper in den zivilen Luftraum ermöglichen würde. Bislang ist allenfalls der private Gebrauch geregelt, allerdings je nach Land unterschiedlich. Hier spielen meist Gewicht, Flughöhe und maximale Entfernung eine Rolle. Für den kommerziellen Einsatz sind Drohnen derzeit nur punktuell (etwa in den USA über Ausnahmeregelungen) oder regional (zum Beispiel Frankreich) zugelassen. Australien hat im Jahr 2002 mit CASR101 das weltweit erste gesetzliche Regelwerk zur Nutzung von Drohnen erlassen. In Japan hat die Japan Agricultural Aviation Association unter der Schirmherrschaft des Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries die Standards zur Nutzung von Drohnen im Bereich der Landwirtschaft gesetzt. Nötig wären jedoch Regeln, um die Sicherheit auf das gleiche Niveau wie in der bemannten Luftfahrt zu heben.

Auch bei der Definition unbemannter Flugsysteme und der Auslegung der Rechtsfolgen wären einheitliche Bestimmungen wünschenswert. Sowohl innerhalb der EU als auch in den USA gibt es deutliche Bestrebungen, dies zu erreichen; allerdings sind noch viele rechtliche Hürden zu nehmen. Die USA zeigen sich im Umgang mit Drohnen momentan eher restriktiv. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat im Februar 2015 einen Regelungsentwurf veröffentlicht, der vielfach als sehr konservativ angesehen wurde (zum Beispiel maximale Höhe 150 Meter, Flüge nur bei Tageslicht, Einhaltung eines Mindestabstands zu unbeteiligten Personen, Flugobjekt muss in Sichtweite des Steuernden bleiben). Gemäß den Bestimmungen der Luftfahrtbehörde hat die Öffentlichkeit 60 Tage Zeit, zu den vorgeschlagenen Regeln Stellung zu nehmen.

Bei der FAA gingen über 4.000 Rückmeldungen ein, deren Bearbeitung nach Angaben der Behörde etwa 12 bis 24 Monate in Anspruch nehmen kann. Erst dann werden die endgültigen Regeln veröffentlicht. Die Auflage, dass sich die Drohne stets in Sichtweite des Steuernden befinden muss, stieß in vielen Branchen auf vehemente Ablehnung. Daraufhin hat die Luftfahrtbehörde UAV-Hersteller und technische Experten hinzugezogen, um zu prüfen, inwieweit beim Einsatz sogenannter BVLOS-Technologien (BVLOS = Beyond Visual Line of Sight) auch bei Flügen außerhalb der Sichtweite die Sicherheit gewahrt bleibt. Dies ist Teil der „Pathfinder Initiative” der FAA, die ebenso Technologien untersuchen will, die auch die innerstädtische und Langstreckennutzung von Drohnen ermöglichen könnten.

Technisches Haupthindernis dabei ist derzeit die „Sense and avoid“-Technologie für Drohnen. Die Systeme der kommerziellen Luftfahrt sind zu groß und zu schwer; eine Miniaturisierung ist technisch noch nicht gelöst. Während die Behörden noch an allgemeingültigen Regeln für die kommerzielle Nutzung arbeiten, werden in zunehmendem Umfang spezifische Sondergenehmigungen beantragt (und auch erteilt). Mit einheitlichen gesetzlichen Vorschriften ist frühestens Mitte 2016 zu rechnen – weitere Verzögerungen sind möglich. Europa dürfte erst Ende 2016 nachziehen. Wichtig wären harmonisierte Regelungen oder, besser noch, ein internationales Abkommen. Der wachsende Druck seitens verschiedener wichtiger Industriezweige könnte die Entwicklung praktikabler Regeln beschleunigen – sicher ist das derzeit allerdings nicht.

Versicherungstechnische Aspekte

Bei gewerblich und privat genutzten Drohnen handelt es sich um originäre Luftfahrtrisiken, die in der Regel der Versicherungspflicht unterliegen. Die EU-Verordnung 785/2004 erfordert für Modellflugzeuge ab 20 Kilo Abflugmasse eine Mindesthaftpflichtversicherungssumme von 750.000 SDR (ca. 942.000 Euro). Im Prinzip benötigen die unbemannten Flugkörper die gleiche Deckung wie die allgemeine Luftfahrt, mit Ausnahme der Passagierversicherung – also Fluggerätkasko einschließlich der Drohnenkontrollstation, Frachtversicherung, Betriebs- und Produkthaftpflicht. Die Schwierigkeit besteht derzeit darin, dass die Versicherer neuartigen Risiken gegenüberstehen und Deckungen vergeben müssen, ohne dass ein einheitlicher regulatorischer Rahmen rechtliche Sicherheit gibt.

Deshalb hat sich noch kein richtiger Markt für derartige Versicherungen entwickelt. Nur wenige spezialisierte Erstversicherer haben ein kleines Portfolio von Drohnendeckungen im Rahmen der Luftfahrtversicherung aufgebaut. Die Versicherungssummen bewegen sich im Bereich von ein bis zehn Millionen US-Dollar, sind also nicht vergleichbar mit den sonst üblichen Luftfahrthaftpflichtlimiten. Für kleinere Fluggeräte bis fünf Kilogramm werden Deckungen teilweise auch im Rahmen der Privathaftpflicht oder der gewerblichen Haftpflicht angefragt und unter bestimmten Bedingungen gewährt. Der Einschluss in bestehende private oder gewerbliche Haftpflichtkonzepte ist jedoch pauschal ratsam. Bei umfangreichen oder komplexeren Drohnen-Exponierungen sind Spezialdeckungen unter Umständen besser geeignet. Sie bieten den Vorteil, gegebenenfalls zügig auf Veränderungen in der Schadenerwartung reagieren zu können, etwa wenn sich das regulatorische Umfeld ändert.

Ebenso ist eine Spezialdeckung immer dann zu empfehlen, wenn Drohnen das Hauptrisiko darstellen. Bei Drohnen über fünf Kilogramm ist in jedem Fall eine Einzelrisikoprüfung anzuraten. Keine große Relevanz haben bisher Produkthaftpflicht und Drohnenkasko. Mit der wachsenden Verbreitung und teureren Systemen werden auch diese Bereiche an Gewicht gewinnen. Beachtet werden müssen auch Risiken, die jenseits der Privat- oder Betriebshaftpflicht auftreten können, zum Beispiel im Rahmen der Berufshaftpflicht. Eine Cyberpolice könnte zum Tragen kommen, wenn Hacker in das Steuerungssystem eindringen und die Drohne zum Absturz bringen oder gezielt für einen Angriff einsetzen. Bei systemischen Fehlern in der Produktion oder Programmierung können Serienschäden in der Produkt- oder Berufshaftpflichtpolice des Herstellers resultieren. Mögliche Verletzungen von Datenschutzvorschriften oder der Privatsphäre (zum Beispiel Verletzungen von Persönlichkeitsrechten durch unerlaubte Bildaufnahmen) werden auch von den Zulassungsbehörden als Risiken eingestuft.

Denkbare Schadenszenarien

Aussagekräftige Schadendaten existieren bislang nicht. Die wenigen dokumentierten Fälle stammen überwiegend aus dem Bereich der privat genutzten Drohnen oder dem militärischen Bereich und können nur Anhaltspunkte bieten. In die Schlagzeilen schaffen es spektakuläre Ereignisse wie im Januar 2015, als eine Drohne in der Nähe des Weißen Hauses in Washington niederging (doch sie haben mehr anekdotischen Wert). Die begrenzten Schadendaten deuten darauf hin, dass die Unfallfrequenz bei Drohnen aktuell höher ist als in der allgemeinen Luftfahrt. Schließlich führt schon der Ausfall eines Motors zum Absturz, und die unbemannten Systeme verfügen nicht über die Redundanzen, die in der allgemeinen Luftfahrt üblich sind; ebenso fehlt es – anders als in der traditionellen Luftfahrt – an erfahrenen und qualifizierten Piloten.

Mit zunehmendem Einsatz sind folgende neue Schadenszenarien vorstellbar, die ein enges Monitoring erfordern:

Absturz und Kollision Hier müssen Sach- oder Personenschäden durch fehlgeleitete oder abgestürzte Drohnen in Betracht gezogen werden. Eine wesentliche Fehlerquelle stellt gerade im privaten Bereich der Betreiber dar; dies dürfte gerade für die ersten Jahre der wachsenden Nutzung gelten, bis genug qualifizierte Betreiber ausgebildet wurden. Unachtsamkeit, nicht ausreichend geladene Akkus oder das Überschreiten der maximalen Distanz können ebenfalls zum Absturz führen. Zusätzlich könnten ein fehlerhaftes Design oder Fehler beim Zusammenbau Unfälle verursachen. Beim Produkt selbst kommen als Fehlerquellen unter anderem defekte Akkus, Motoren oder Steuergeräte infrage. Im Bereich von Großschäden ist ein Szenario denkbar, dass ein Fluggerät über der Autobahn abstürzt und eine Massenkarambolage auslöst oder mit einem Flugzeug kollidiert und in die Triebwerke gerät. Die technische Reichweite von privaten Flugmodellen geht heute weit über 500 Meter hinaus. Gerade in der Start- und Landephase kann eine Drohne eine realistische Bedrohung für den Flugverkehr darstellen. Drohnen könnten ebenso in Menschenmengen, Gebäude, Stromleitungen etc. stürzen und dabei hohe Schäden verursachen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA meldete im November, sie erhalte jeden Monat etwa 25 Berichte über Drohnen, die in der Nähe von Flugzeugen auftauchen.

Terrorismus Unbemannte Flugkörper eröffnen neue Möglichkeiten, in sensible Industriekomplexe vorzudringen oder in die Nähe von Menschenversammlungen zu gelangen, um eine Bombe zu zünden. Experten streiten noch, ob die zivilen unbemannten Flugkörper zur Gefahr für Atomreaktoren werden können. Zahlreiche Drohnenflüge über Atomkraftwerken in Frankreich und Belgien haben bereits Behörden und Betreiber aufgeschreckt.

Verletzungen der Privatsphäre Mit Kameradrohnen ist es leicht möglich, die Privatsphäre anderer oder deren Recht auf das eigene Bild (absichtlich oder ungewollt) zu verletzen – etwa wenn die Piloten ihre Geräte über private Grundstücke steuern und so Gelegenheit haben, durch Fenster in Wohnungen spähen. In der Regel wird hier zwar nur auf Löschung oder Unterlassung geklagt. Je nach Vermögensverhältnissen des Haftenden und der Schwere des Eingriffs sind aber auch Geldentschädigungen vorstellbar.

Betriebsstörungen Exponierungen ergeben sich in der näheren Umgebung von Flughäfen, wenn das Auftauchen einer Drohne eine vorübergehende Sperrung der Start- und Landebahnen zur Folge hat. Vorstellbar sind aber auch Szenarien, bei denen die Drohne eine Überlandleitung beschädigt und es zu einem Ausfall der Stromversorgung kommt.

Risikoeinschätzung

Die Qualifikation des Piloten/Betreibers, Gewichtsklasse, Flughöhe, maximale Entfernung, Einsatzzweck und technische Ausstattung sind die wesentlichen Kriterien, die beim Underwriting zu beachten sind. Mögliche Schäden am Boden hängen von der kinetischen Energie ab, die sich aus dem Gewicht (inklusive Nutzlast), der Flughöhe und der Geschwindigkeit ergibt. Form und Material spielen weniger eine Rolle. Bei einem ungebremsten Absturz kann bereits eine kleinere Drohne aus niedriger Höhe schwere Personenund Sachschäden nach sich ziehen. Die Exponierung steigt erheblich, wenn sich das Fluggerät im kontrollierten Luftraum bewegt. Die Einschätzungen darüber, wie weit ein unbemanntes Luftfahrzeug aus Sicherheitsgründen von einem Flughafengelände entfernt sein sollte, variieren zwischen anderthalb und zehn Kilometern.

Ein Betrieb auf freiem Feld oder in der Landwirtschaft ist deutlich geringer exponiert als in stark belebten oder besuchten Gegenden (Sportstadien/Fußgängerzone). Die FAA hat nach einigen Zwischenfällen Flüge in der Nähe von Sportveranstaltungen explizit verboten. Entscheidend für die Beherrschbarkeit einer Drohne ist unter anderem die Flughöhe. Es besteht weitgehend Einigkeit, dass ein Betreiber sein Fluggerät bis zu einer Höhe von 120 Metern auf Sicht kontrollieren kann. Allerdings ist strittig, ob die maximale Entfernung, bei der noch gute Sicht herrscht und damit eine Kontrolle möglich ist, eher bei 200 oder bei 500 Metern liegt. Bei schlechter Sicht oder Hindernissen reduziert sich diese Entfernung erheblich. Doch die Technologie schreitet voran und ermöglicht eventuell bald auch die Kontrollierbarkeit außerhalb der Sichtweite. Noch gibt es keine Drohnen, die von selbst ihren Weg finden und Hindernissen sicher ausweichen.

Solange vollautomatische Fluggeräte Zukunftsmusik sind, kommt es entscheidend auf die Fähigkeiten des Piloten, dessen Qualifikationen und seine Flugpraxis an. Sicherheitssysteme, die automatisch Kollisionen verhindern, das Fluggerät stabilisieren und über mitdenkende Software verfügen, würden das Risiko entsprechend mindern.

Ausblick und Fazit

Sowohl wirtschaftlich als auch aus dem Blickwinkel von Versicherern haben Drohnen derzeit noch keine größere Bedeutung. Das wird sich jedoch ändern, sobald ein regulatorischer Rahmen vorliegt und sie in stärkerem Umfang für gewerbliche Zwecke eingesetzt werden. Nach aktuellem Kenntnisstand sehen wir allerdings keine Verwendungen, die die Grenze der Versicherbarkeit überschreiten. Doch je mehr Drohnen aufgrund der fortschreitenden Technik unterwegs sind, desto stärker wird sich die Risikolandschaft verändern.

Im Bereich der privaten Nutzung fehlen den Hobbypiloten häufig das Risikobewusstsein und die Qualifikation. Sie wissen nur in seltenen Fällen, wo die Grenzen der erlaubten Drohnennutzung liegen, und missachten daher immer wieder die Vorgaben. Im gewerblichen Bereich dürfte eine strenge Regulierung, wenn sie dann einmal etabliert ist, zu einer beherrschbaren Schadenfrequenz führen. Nutzer müssten bei Zuwiderhandlungen den Widerruf ihrer Genehmigung fürchten und damit je nach Ausgestaltung des Gewerbebetriebs drastische finanzielle Einbußen oder gar den Entzug der Existenzgrundlage hinnehmen.

Ansätze der Versicherungsbranche, Musterverträge für den Bereich Drohnen zu erarbeiten, befinden sich noch in der Entwicklung. So hat etwa in den USA das Insurance Services Office eine Reihe optionaler Drohnen-Endorsements eingereicht, die zum derzeitigen Stand in praktisch allen US-Staaten genehmigt worden sind. Parallel dazu entwickeln verschiedene Risikoträger eigene Deckungen. Der Gesetzgeber ist gefragt, das regulatorische Vakuum zu füllen. Munich Re steht ihren Kunden mit entsprechendem Service bei der Produktentwicklung und dem Risk Assessment zur Seite. Wir begleiten unsere Kunden aktiv, wann immer eine legale Nutzung zur Versicherung ansteht.

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