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Mobilität und Transport

Wie Satelliten und Drohnen das Schadenmanagement von Großschäden verändern

Der Einsatz innovativer Technologien und Anwendungen wie Satelliten und Drohnen wird sich erheblich auf das Schadenmanagement auswirken, wie das Beispiel der Explosionen im Hafen von Tianjin im August 2015 zeigt.

03.03.2016

Zwei Explosionen von im Hafen gelagerten Chemikalien der chinesischen 15-Millionen-Metropole Tianjin forderten am 12. August 2015 zahlreiche Menschenleben und zerstörten oder beschädigten Gebäude und Sachwerte im Umkreis von fünf Kilometern. Der Hafen von Tianjin ist nicht nur der wichtigste Umschlagplatz für die gesamte Region Beijing, sondern gemessen an der Tonnage auch der viertgrößte Hafen der Welt. Zum Zeitpunkt der Explosion lagerten dort unter anderem über 11.300 Tonnen Chemikalien, darunter hoch- giftige und explosionsgefährliche Substanzen. Nach offiziellen Angaben wurden 304 Privat-, Gewerbe- und Industriegebäude zum Teil schwer beschädigt. 7.533 Container und 12.428 Importfahrzeuge erlitten Totalschäden. Der Schaden wurde von offizieller Seite mit mindestens 6,8 Milliarden Yuan (1 Milliarde Euro) beziffert.
Mit innovativen Technologien zu einem effizienten, schnelleren und genaueren Schadenmanagement
Im Video erklärt Dr. Tobias Büttner, Bereichsleiter Corporate Claims, Munich Re, warum der Einsatz von Satelliten und Drohnen in Tianjin ein richtungsweisendes Beispiel für Optimierungsmöglichkeiten des Schadenmanagements von Großschadenereignissen ist.

Bessere und schnellere Daten durch den Einsatz von Satelliten und Drohnen

Vor dem Ereignis nahm ein Satellit detaillierte Bilder der später betroffenen Gebiete auf. Vier Tage nach den Explosionen wurden weitere Daten und Bilder aufgenommen und mit den vorherigen Aufnahmen verglichen. Die Satellitendaten zeigten sämtliche betroffenen Fahrzeuge, Container und Gebäude und lieferten wertvolle Informationen über die Ausdehnung der Schäden und den Grad der Beschädigung. Die Kombination der räumlichen Informationen mit Data-Mining- und Web-Crawling-Verfahren ermöglichte eine Zuordnung zu den jeweiligen Versicherten. 

Die von den Satelliten gelieferten Informationen wurden durch räumliche Daten aus Kopter-Drohnen ergänzt, deren Auflösung (abhängig von der Flughöhe) zum Teil im Zentimeterbereich lag. Mithilfe der Daten aus Satelliten und Drohnen konnte herausgefunden werden, dass der Tianjin-Explosionskrater mit einem Durchmesser von 100 Metern außerhalb der bebauten Lagerflächen lag. Daraus ließ sich schließen, dass die Chemikalien, die zu der Explosion geführt hatten, im Freien gelagert wurden. 

Bestehende Lagerungsvorschriften und -standards tragen dazu bei, die Eintrittswahrscheinlichkeit eines weiteren derartigen Ereignisses zu verringern – vorausgesetzt, sie werden eingehalten.

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