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Gesundheitsrisiken

Top-Athleten - Top-Risiken?

„Höher, schneller, weiter!“ lautete das Motto für mehr als 10.000 Athleten, die an den Olympischen Spielen in London teilnahmen. Doch welche Risiken birgt ein Leben an der körperlichen Leistungsgrenze? Immer wieder berichten die Medien über plötzlichen Herztod bei Spitzensportlern – tragische Einzelfälle oder ein Hinweis auf erhöhte Risiken? Munich Re liefert Antworten.

01.10.2012

Auf den ersten Blick sind Top-Athleten für Lebensversicherer eine lukrative Zielgruppe: jung, fit, medizinisch gut betreut und wirtschaftlich attraktiv. Denn viele Spitzensportler sind auch Spitzenverdiener mit hohem Absicherungsbedarf und schließen oft hohe Lebensversicherungen ab. Doch auch ihre Arbeitgeber brauchen Sicherheit. Beispiel Fußball: Ein Club, der Aktiva in erheblichem Ausmaß in den Kauf neuer Spieler investiert, braucht eine Risikoabsicherung für den Fall, dass diese gesundheitsbedingt dauerhaft ausfallen.

Die Kehrseite der Medaille

Gerade unter Athleten scheint es auffällig viele unerwartete Todesfälle zu geben. So sind zwischen 1980 und 2006 allein in den USA 1.866 aktive Leistungssportler plötzlich verstorben. Die meisten nicht etwa durch Unfälle, sondern am sogenannten plötzlichen Herztod. Auch im Sportjahr 2012 waren bereits einige Fälle zu beklagen. Das wirft Fragen auf: Sind Leistungssportler aus Versicherungssicht wirklich eine so attraktive Zielgruppe? Und wie sollten Risikoprüfer vorgehen, um Athleten mit erhöhtem Herztod-Risiko zu erkennen und im Einzelfall richtig einzuschätzen?

Die erste Frage lässt sich mit einem klaren Ja beantworten: „Sport an sich ist gesund und verlängert nachweislich das Leben“, bestätigt Dr. Karsten Filzmaier, Medical Consultant im Center of Competence Medical Underwriting & Claims Consulting bei Munich Re. „Und dies gilt auch für Spitzensportler – in Studien übertraf die Lebenserwartung von Spitzensportlern, die der Normalbevölkerung sogar um einige Jahre.“ Filzmaier betont: „Ein Unterschied zeigt sich nur bei genauerem Hinsehen. So lassen Studienergebnisse darauf schließen, dass der plötzliche Herztod bei Leistungssportlern zwar insgesamt selten, aber häufiger als in der Normalbevölkerung vorkommt.“

Das Athletenherz – eine Herausforderung in der Risikoprüfung

Die Ursache für das gehäufte Auftreten des plötzlichen Herztodes bei Spitzensportlern klingt plausibel und ist doch erstaunlich: Bei nahezu allen Betroffenen lag eine zumeist unentdeckte Herzerkrankung zugrunde. Drei Viertel dieser Herzerkrankungen waren entweder angeboren oder genetisch bedingt. „Anders als ein gesundes Herz“, erklärt Filzmaier, „kann ein krankes Herz die körperlichen Anstrengungen des Leistungssports ab einem bestimmten Punkt nicht mehr kompensieren und hört – im Extremfall – plötzlich auf zu schlagen.“ Doch warum werden diese Herzerkrankungen nicht rechtzeitig erkannt, obwohl viele Athleten unter medizinischer Beobachtung stehen?

Ein Grund ist das sogenannte Athletenherz – eine Anpassungsreaktion auf ständige körperliche Belastung, bei der es zu einer Erweiterung der Herzkammern sowie zu einer Verdickung des Herzmuskels kommt. Bei vielen Leistungssportlern führt dies sogar zu Veränderungen im EKG. Genau darin liegt das Problem, sagt Filzmaier: „Denn ganz ähnliche Abweichungen im EKG und am Herzen zeigen sich auch bei vielen Herzerkrankungen. Deshalb ist bei Spitzensportlern die Gefahr besonders groß, dass krankhafte Veränderungen als gesundes Athletenherz fehlinterpretiert werden.“ Hinzu kommt, dass je nach Sportart, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit des Sportlers die trainingsbedingten Veränderungen des Herzens sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Vorsprung durch Wissen

In den meisten Fällen ist die Einschätzung jedoch allein mit MIRA möglich – dem Risikoprüfungsmanual von Munich Re. Die hier hinterlegte Einschätzungsrichtlinie erlaubt eine schnelle und zuverlässige Risikobeurteilung von Leistungssportlern anhand nur weniger prognostischer Kriterien. Wie wichtig dies auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist, zeigt ein Blick auf die Fakten: Eine Herzerkrankung liegt bei höchstens 0,5 Prozent der Athleten vor. Doch das Risiko am plötzlichen Herztod zu sterben, ist in dieser Gruppe bis zu 100-fach erhöht!

„Für den Risikoprüfer geht es also darum, die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden,“ so Filzmaier. „Deshalb haben wir eine Strategie für die Risikoprüfung entwickelt, mit der diese Herausforderung zu vertretbaren Kosten und mit vergleichsweise geringem Aufwand zu meistern ist.“ Möglich ist dies durch einen aus der Sportmedizin abgeleiteten Algorithmus. „Wir haben ihn auf Basis neuester medizinischer Erkenntnisse und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte entwickelt“, berichtet Filzmaier. Das Resultat: Weit über 90 Prozent aller Spitzensportler können in der Lebensversicherung mit den verfügbaren Informationen und ohne zusätzlichen Untersuchungsaufwand als Normalrisiko angenommen werden. Zeigen Leistungssportler in den Untersuchungsergebnissen deutliche Abweichungen von der Norm, so erfordert die versicherungsmedizinische Bewertung im Einzelfall umfassendes Expertenwissen. Diese Expertise bietet die Munich Re – zum Beispiel im Center of Competence for Medical Underwriting & Claims Consulting – ihren Kunden an.

Algorithmus zur Risikoprüfung von Leistungssportlern

Munich Re liefert Antworten zum plötzlichen Herztod von Spitzensportlern - tragische Einzelfälle oder ein Hinweis auf erhöhte Risiken? © Munich Re
Für die Risikoprüfung bei Athleten hat Munich Re eine ebenso effiziente wie zuverlässige Underwriting Strategie entwickelt. Ihre Stärke: Anhand weniger prognostischer Kriterien lassen sich mehr als 90 % aller Fälle direkt mit einer Normalannahme abschließen. Weitergehende Untersuchungen bleiben damit trotz der komplexen Herausforderungen die Ausnahme.

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