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Gesundheitsrisiken

Gebrochene Herzen im Underwriting

Das Broken-Heart-Syndrom – eine neue Diagnose in der Risikoprüfung Leben

13.02.2015

Das Broken-Heart-Syndrom ist selten und eine noch neue Diagnose, doch haben Risikoprüfer in der Lebensversicherung sie immer öfter zu beurteilen. Die gute Nachricht vor dem „Tag der Liebenden“ – dem Valentinstag: Was erst wie ein Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich meist schon ein paar Tage später als harmlos.

Die medizinische Forschung entdeckt regelmäßig neue Krankheiten. Ein Beispiel dafür ist die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie – auch bekannt als Broken-Heart-Syndrom. Ein typischer Fall: Eine 60-jährige Frau erfährt vom Unfalltod ihres Mannes und bricht mit Schmerzen in der Brust zusammen. Alles deutet auf einen Herzinfarkt hin. Das EKG und die Laborwerte bestätigen den Verdacht. Sogar das Echokardiogramm zeigt zunächst eine stark eingeschränkte Funktion der linken Herzkammer. Die Überraschung: Nach wenigen Tagen schlägt das Herz der Frau wieder normal, eine koronare Herzkrankheit wird ausgeschlossen.

Diagnose: Taku-Tsubo-Kardiomyopathie

Noch vor wenigen Jahren wurden Patienten in diesen Fällen stets mit der Diagnose „akutes Koronarsyndrom, Ursache unklar“ entlassen. Heute finden Risikoprüfer in den Unterlagen von Antragstellern, die Ähnliches erlitten haben, immer öfter die Diagnose Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Die Bezeichnung geht auf ein traditionelles Tongefäß namens Tako-Tsubo zurück, das von japanischen Fischern als Oktopusfalle genutzt wird. Denn als asiatische Forscher 1991 Patienten in der Akutphase mithilfe bildgebender Verfahren untersuchten, stellten sie erstmals eine charakteristische Verformung der linken Herzkammer fest, die an die ballonartige Form der Tintenfischfalle erinnert. 2006 wurde Tako-Tsubo dann in die Liste klassifizierter Kardiomyopathien der American Heart Association aufgenommen.

Betroffen sind vor allem ältere Frauen

„Heute wissen wir, dass es sich bei Tako-Tsubo um eine vorübergehende Störung handelt. Ausgelöst wird sie durch emotionalen Stress nach extrem belastenden Ereignissen: etwa nach dem Tod eines nahen Angehörigen oder sehr heftigem Streit“, erklärt Andreas Armuss, Senior Medical Consultant bei Life. Auffällig: Bei rund 90 Prozent der Betroffenen handelt es sich um Frauen im Alter von 60 bis 75 Jahren. Daher dürften gut sieben Prozent aller bislang ungeklärten akuten Koronarsyndrome bei Frauen auf Tako-Tsubo zurückzuführen sein. In der Gesamtbevölkerung sind es vermutlich ein bis zwei Prozent. Für die Lebensversicherung hat das Broken-Heart-Syndrom also eine hohe Relevanz – zumal die Anzahl der Diagnosen mit zunehmendem Wissen noch deutlich ansteigen dürfte.

Evidenzbasierte Risikoprüfung mit MIRA

Die gute Nachricht: Anders als nach einem Herzinfarkt erholen sich die Patienten meist vollständig, ein erneutes Auftreten der Symptome ist selten. Dies begründet in der Regel sehr gute Risikoprognosen, sodass Betroffene ohne oder mit geringen Zuschlägen versicherbar sind. „Um das Risiko im Einzelfall evidenzbasiert beurteilen zu können, haben wir alle weltweit verfügbaren Daten und Studien zum Broken-Heart-Syndrom ausgewertet und eine neue Ratenseite in MIRA aufgebaut“, so Armuss. Möglich war dies nur mit der großen Erfahrung von Life im Einschätzen „neuer“ und seltener Krankheiten.

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