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Gesundheitsrisiken

Risiko Sporttauchen - die neuesten Erkenntnisse

Bisher war eine evidenzbasierte Risikoeinschätzung bei Sporttauchern nur schwer möglich. Jetzt hat Munich Re eine umfangreiche Studie ausgewertet. Das Risiko ist abhängig vom Trainingszustand, Alter des Sportlers sowie der Art der Tauchdisziplin.

03.08.2011

Bisher war eine evidenzbasierte Risikoeinschätzung bei Sporttauchern nur schwer möglich. Jetzt hat Munich Re eine umfangreiche Studie ausgewertet. © Shutterstock

Tauchen wird immer beliebter. Der Freizeitsport ist inzwischen bezahlbar geworden. Das Angebot der Reiseveranstalter wächst. Auch immer mehr ältere Menschen erkunden die Meere und Seen unter Wasser. Bisher wurden nur absolute Todeszahlen veröffentlicht, die es erschwerten, evidenzbasierte Risikozuschläge zu berechnen. Nun hat Munich Re mithilfe neuester Daten über Tauchmortalität die damit verbundenen Risiken analysiert und die Ergebnisse in MIRA integriert. Dazu nutzte Munich Re eine umfangreiche Studie von Petar Denoble aus dem Jahr 2008. Die Analyse basiert auf Daten des Divers Alert Network (DAN), einer Versicherungsorganisation mit sehr vielen Mitgliedern, vor allem aus USA und Kanada. Insgesamt wurden 1.141.367 versicherte Mitgliedschaftsjahre und 187 tödliche Tauchunfälle aus den Jahren 2000 bis 2006 analysiert. Dabei untersuchte man die Todesfallzahlen im Verhältnis zur Anzahl der Taucher auch in Abhängigkeit zu Alter und Geschlecht.

Das Risiko steigt mit dem Alter

Die Analyse zeigte, dass die Todesfallrate bei jungen Tauchern bei 0,1 ‰ beginnt und mit zunehmendem Alter auf 0,4 ‰ steigt. Vergleicht man diese Zahlen mit einer versicherungsstatistischen Sterbetafel und geht man davon aus, dass das Risiko zur Grundsterblichkeit additiv ist, ergibt sich bei Sporttauchern keine signifikante Übersterblichkeit. Laut der Denoble-Studie sterben Taucher über 50 am häufigsten aufgrund eines kardialen Ereignisses, die unter 50-Jährigen durch Ertrinken. In der aktuellen Überarbeitung in MIRA berücksichtigt Munich Re das signifikant erhöhte kardiale Risiko bei Tauchern über 50. Da zunehmend ältere Menschen tauchen wollen, wird diese Risikoanpassung immer wichtiger.

Weitere Risikofaktoren

Neben dem Alter stellen Herz- und Gefäßkrankheiten einen zusätzlichen Risikofaktor für die Übersterblichkeit dar. In einer weiteren Studie zu Tauchunfällen beim Sporttauchen ermittelt Denoble ein etwa 2,5-fach höheres Risiko für ein tödliches herzkreislaufbedingtes Ereignis, wenn entsprechende Vorerkrankungen vorliegen. Auch das nachweislich erhöhte Risiko für Taucher, bei denen mehrere Einflussfaktoren eine Rolle spielen, wird in MIRA berücksichtigt. Weitere erhöhte Risiken treten beim Tauchen in größeren Tiefen sowie beim Höhlen-, Eis-, oder Wracktauchen auf. Mehr zu den Risikofaktoren des Sporttauchens erfahren Sie in einem der kommenden MIRA Risk Reviews.

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