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Gesundheitsrisiken

Südkorea: Neue Versicherungslösungen für die Viruserkrankung MERS

Diese Deckung zeigt, wie schnell Munich Re reagieren kann, wenn unmittelbarer Bedarf da ist.

24.11.2015

Im Mai 2015 wurde aus Südkorea ein Fall von MERS gemeldet: ein Reisender auf dem Rückweg aus dem Nahen Osten. Innerhalb weniger Wochen traten in Korea – offensichtlich von diesem Indexpatienten aus – viele weitere Infektionen auf. Die Unsicherheit unter Touristen war groß, die Wirtschaft verunsichert. Besonders die Reiseindustrie litt unter hohen Stornierungszahlen und der Flugverkehr aus China halbierte sich.
Das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) ist eine Viruserkrankung, die vor allem den Atmungstrakt (Lungen und Atemwege) angreift. Man nimmt an, dass diese Infektion durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Dromedaren oder Kamelen bzw. deren Tierprodukten übertragen wird. Sobald eine Person mit dem MERS-Virus infiziert ist und Symptome entwickelt hat, kann sie die Infektion auf andere Personen übertragen. Die internationalen Gesundheitsbehörden stuften die Pandemiegefahr als sehr niedrig ein – dennoch sah Munich Re in Korea Handlungsbedarf.

Risiko als Chance

Warum also nicht Touristen gegen eine Erkrankung an MERS absichern? Um den Tourismus wieder anzukurbeln, hatte die koreanische Regierung Mitte Juni angekündigt, internationale Reisende nach Korea gegen das Infektions- bzw. Todesfallrisiko zu versichern. Vorgesehen war eine Summe von 5.000 US-Dollar für jeden Infizierten und 100.000 US-Dollar im Todesfall.
Die Finanzkraft zog als Argument: Munich Re konnte nicht nur eine politisch und wirtschaftlich nachhaltige Lösung des Risikotransfers entwickeln, sondern sicherstellen, dass diese auch am Markt angeboten werden kann. „Damit verlagern wir unser Angebot: statt nach einem Ereignis zu leisten, bieten wir Risikofinanzierung noch vor dessen Eintritt. Ein Paradigmenwechsel, was die Deckung betrifft“, erläutert Belhassen Tonat, Head of Underwriting bei Munich Re in Seoul.

Schnell reagiert, gut kooperiert

Die MERS-Versicherung und weitere Maßnahmen, die Krankheit einzudämmen, zeigten Wirkung: Der Besucherrückgang und damit der wirtschaftliche Einbruch fielen geringer aus als erwartet. Laut Korea Development Institute war das Bruttoinlandsprodukt im Juni mit –0,26 % nur leicht negativ (im Vergleich: während der Schweinegrippe lag der Rückgang bei –3 % des BIP). Diese Deckung zeigt, wie schnell innerhalb der Gruppe reagiert werden kann, wenn unmittelbarer Bedarf da ist. Beteiligt war neben Munich Re Mitarbeitern aus Beijing und natürlich Korea u.a. auch Tobias Farny, Munich Re Innovation Scout im Silicon Valley.
„Sobald wir erfuhren, dass die koreanische Regierung eine MERS-Deckung anbieten möchte, haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Kollegen bei Munich Re zu identifizieren, die uns unterstützen könnten. Wir sollten bereits nach 48 Stunden mit einem Produktvorschlag zurückkommen“, erzählt Belhassen Tonat. Derart viele Unsicherheiten und der Wettlauf gegen die Zeit verlangte einiges von den involvierten Kollegen ab. Doch es zahlte sich aus: Munich Re Seoul erhielt den Zuschlag und entwickelte – trotz eingeschränkter Informationen und Zeitknappheit – ein Produkt zugeschnitten auf den Bedarf des Kunden.

Munich Re Experten
Belhassen Tonat
Head of Underwriting bei Munich Re in Seoul
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