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Gesundheitsrisiken

Konsequentes Versorgungsmanagement hilft

08.02.2011

Psychische Erkrankungen nehmen zu. Die Daten der deutschen Krankenkassen belegen: Seit 1990 nimmt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Störungen zu – entgegen dem Trend bei körperlichen Erkrankungen. Das Statistische Bundesamt errechnete für 2006 Behandlungskosten von 26,7 Milliarden Euro für psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen in Deutschland. Das ist die dritthöchste Summe nach den Kosten für das Kreislaufsystem (35,2 Milliarden Euro) und den Kosten für das Verdauungssystem, das die Zahnbehandlungen beinhaltet (32,7 Milliarden Euro). Für die Europäische Union schätzen verschiedene Studien die Kosten von psychischen Erkrankungen einschließlich des damit verbundenen Produktionsausfall sogar auf bis zu 300 Milliarden €.
Die Daten der deutschen Krankenkassen belegen: Seit 1990 nimmt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Störungen zu. © Royalty-free (RF)
Die Gründe für die Zunahme der psychischen Erkrankungen, insbesondere das der Depression, einer der häufigsten Erkrankungen im psychischen Bereich, sind vielfältig. Neben besserer Diagnostik können psychosozialer Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Alkohol- und Drogenkonsum Ursachen sein. Auch körperliche Erkrankungen, wie koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes sowie eine genetische Disposition können das Risiko für eine Depression erhöhen. Der umgekehrte Fall ist ebenso möglich, eine Depression kann zu körperlichen Krankheiten führen.

Grundsätzlich ist eine Depression gut behandelbar. Doch gibt es in vielen Ländern Lücken bei den Behandlungs- und Versorgungsangeboten. Die Mehrheit der Patienten befindet sich in der Behandlung von Allgemeinärzten und Internisten. Sie erkennen die psychischen Störungen häufig nicht im ganzen Umfang oder zu spät und behandeln sie in der Folge nur unzureichend. Selbst wenn eine Depression anfangs richtig behandelt wird, fehlt es der Allgemeinmedizin an Möglichkeiten einer systematischen und nachhaltigen Betreuung, die für eine Depression einer der wichtigsten Faktoren zur Vermeidung von Rückfällen ist. Gibt es keine adäquate Folgebehandlung oder wird eine Therapie abgebrochen, werden Medikamente nicht mehr regelmäßig genommen, kommt es häufig zu einem erneuten Krankheitsausbruch mit dem grundsätzlich erhöhten Risiko eines chronischen Verlaufes – und letztlich zu höheren Kosten.

Beide Entwicklungen, die höhere Zahl an Diagnosen und das lückenhafte Versorgungsmanagement führen auf Seiten der privaten Versicherer zu einer zunehmenden Unsicherheit über Kostenvorhersage einer Behandlung.

Versicherungslösungen mit Munich Health

Eine der Kompetenzen von Munich Health ist es, für Krankheiten, die bisher als schwer versicherbar galten, spezifische Versicherungs- und Servicelösungen zu entwickeln. Munich Health bietet daher seinen Kunden, den privaten Krankenversicherern, exklusive Beratungsleistungen, maßgeschneiderten Rückversicherungsschutz sowie ein fundiertes medizinisches Underwriting an, beispielsweise über das adjustierbare Expertensystem NORMRISK®. Auch gibt es bei Munich Health spezielle Programme, die sogenannten Disease- oder Case-Management-Programme. Sie helfen beispielsweise, Patienten je nach Krankheits- und Behandlungsverlauf in für sie geeignete Einrichtungen oder eine Therapie zu bringen oder den Patienten individuell zu betreuen. Eine Optimierung der Versorgung und (Nach)-Betreuung kann eine zielgerichtete Behandlung unterstützen, Kosten sparen und für den Patienten eine schnellere und leichtere Heilung bedeuten.

Psychische Krankheiten im allgemeinen, insbesondere Depressionen, haben eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit. Wird eine Verschlechterung rechtzeitig erkannt, können - gepaart mit kontinuierlicher Therapie und regelmäßiger Medikamenteneinnahme - teure stationäre Aufenthalte und Arbeitsunfähigkeiten vermieden werden. Das richtige Versorgungsmanagement kann den Behandlungserfolg beschleunigen und die Lebensqualität des Patienten wie auch seiner Familie und Angehörigen verbessern. Auf Gesellschaft und Volkswirtschaft wirkt es sich durch eine höhere Arbeitsfähigkeit und geringe Kosten für das Gesundheitssystem ebenfalls positiv aus. Munich Health bietet im Versorgungsmanagement in Zusammenarbeit mit der Konzerntochter almeda telemedizinische Gesundheitsprogramme an, auch für das Krankheitsbild Depression.

Gesundheitscoaching mit almeda

Die almeda GmbH, das Unternehmen im Assistance und Gesundheitsservices-Bereich bietet seit mehr als zehn Jahren telemedizinische Betreuung von gesunden und chronisch-kranken Patienten an. Derzeit sind über 25.000 Patienten bei almeda in der aktiven Betreuung eingeschrieben. Seit 2009 gibt es erstmals auch ein umfassendes telemedizinisches Betreuungskonzept für das häufigste Krankheitsbild der Depression, nämlich die sogenannte unipolare Depression oder depressive Episode. Die Patienten, die am telefonischen Coaching-Programm teilnehmen, erhalten ihren persönlichen Berater oder Beraterin. In der fortlaufenden Betreuung vereinbaren sie gemeinsam verschiedene Ziele und kontrollieren sie auch. Ein Ziel kann beispielsweise die regelmäßige Einnahme von Medikamenten bzw. die Teilnahme an einer Therapie sein. Die almeda-Berater motivieren die Programmteilnehmer auch zu körperlicher Aktivität sowie zum Ausbau ihres sozialen Netzwerks. Es wird gemeinsam eine Checkliste zur Erkennung von Krankheitssymptomen erarbeitet und ein Notfallplan für Krisen festgelegt. Wenn gewünscht, können die Patienten ein Erinnerungs-SMS abonnieren oder ihr Gewicht oder Bewegungsprogramm über das Telemonitoring verfolgen lassen. Derzeit werden im Rahmen der klassischen Gesundheitsprogramme für Chroniker rund 1.000 Patienten mit Depression betreut.

Fazit

Unter den psychischen Krankheiten ist die Depression ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Erkrankungen. Nach Hochrechnungen der Weltbank und der Harvard University werden depressive Erkrankungen im Jahr 2020 an zweiter Stelle aller Erkrankungen stehen, wenn man deren sozioökonomische Bedeutung für die Gesellschaft betrachtet. Eine erfolgreiche und möglichst vollständige Behandlung dieser Krankheit ist demnach von zunehmender Bedeutung für Gesellschaft, die Gesundheitssysteme und die Assekuranz. Noch bestehen Versorgungslücken in den Bereichen des Selbstmanagements, der Früherkennung von Rückfällen und der Patientensteuerung.

Munich Health, das dritte Geschäftsfeld von Munich Re, bietet neben der traditionellen Rückversicherung Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Als fester Bestandteil tragen das Case- und Disease-Management sowie die Präventions- und Telecoaching-Programme von almeda dazu bei, die Belastungen aus (möglichen) Erkrankungen zu reduzieren und letztlich das Gesundheitswesen und die Krankenversicherung bezahlbar zu halten.

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