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Gesundheitsrisiken

Jeder Schritt zählt

Diabeteserkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Dies setzt die Krankenversicherungssysteme unter Druck. Mehr Aufklärung und Prävention sind nötig, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Daneben sind die Versicherer gefordert, mit speziellen Produkten eine möglichst hohe Versicherbarkeit zu gewährleisten.

07.11.2016

Typ-2-Diabetes, an dem neun von zehn Zuckerkranken leiden, beruht auf einer Insulinresistenz. Sie wird ausgelöst durch genetische Faktoren und sekundären Resistenzmechanismen wie Übergewicht und mangelnder Bewegung. Die Folgen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels können fatal sein: Schädigungen der Netzhaut, Erkrankungen des Nervensystems (Neuropathie) sowie Niereninsuffizienz mit Dialysepflichtigkeit, Amputationen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Schwellenländer sind zunehmend betroffen

Bereits heute ist Diabetes eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten, Tendenz steigend. Nach Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) wird die Zahl der Diabetiker von heute 415 Millionen auf 642 Millionen im Jahr 2040 steigen. Der Großteil des Zuwachses dürfte in den Entwicklungs- und Schwellenländern stattfinden, die sich im Zuge des ökonomischen Aufstieg mehr und mehr an den westlichen Lebensstil anpassen. Das Tückische an der Krankheit ist, dass viele Betroffene über lange Zeit nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Sehstörungen und eine höhere Infekt-Neigung entwickeln. So erfolgt die Diagnose häufig erst nach Jahren, wenn bereits ein diabetischer Folgeschaden vorliegt. Dabei wäre das Problem in einem frühen Stadium vergleichsweise einfach mit gesünderem Essen und mehr Bewegung in den Griff zu bekommen.

IDF-Regionen nach altersbezogener, vergleichender Häufigkeit (%) von Diabetes (20-79 Jahre), 2015 und 2014

Diabeteserkrankungen sind auf dem Vormarsch. Dies setzt Krankenversicherungssysteme unter Druck. Aufklärung & Prävention sind nötig, um Kosten in Griff zu bekommen. © International Diabetes Federation, Diabetes Atlas 2015
IDF-Regionen nach altersbezogener, vergleichender Häufigkeit (%) von Diabetes (20-79 Jahre), 2015 und 2014

Ausgaben für Diabetes werden steigen

Wegen des chronischen Charakters und der schweren Komplikationen im Verlauf ist Diabetes eine kostspielige Krankheit: Laut IDF wurden 2015 weltweit schätzungsweise 673 Milliarden US-Dollar dafür ausgegeben; das entspricht zwölf Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben für Erwachsene. Im Jahr 2040 dürften die Gesamtausgaben 802 Milliarden Dollar überschreiten. Zu den direkten medizinischen Kosten kommen indirekte Kosten in geschätzt mindestens gleicher Höhe für ausgefallene Arbeitszeit und Produktivitätsverluste.

Prävention zahlt sich aus

Prävention und Früherkennung spielen bei der Bekämpfung der Krankheit eine wichtige Rolle. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und auch die Assekuranz kann ihren Beitrag dazu leisten. Einer Studie zufolge kann eine Veränderung des Lebensstils das Diabetesrisiko um 49,4% reduzieren (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3985133/). Gute Erfahrungen haben Versicherer mit speziellen Diabetikerprogrammen in Abu Dhabi gemacht. Dort ist die Einweisungsrate der Programmteilnehmer in Krankenhäuser in den vergangenen Jahren um 60 Prozent gesunken. Richtig aufgesetzt zahlen sich derartige Programme auf jeden Fall aus, auch weil ein veränderter Lebensstil das Risiko zahlreicher anderer Erkrankungen senkt. Belegt sind die positiven Effekte unter anderem im Hinblick auf Lungen-, Brust- und Darmkrebs, auf Depressionen, Bluthochdruck, Rückenschmerzen und selbst auf Demenzerkrankungen.

Die Versicherungsindustrie kann zur Verbreitung dieser Programme beitragen, indem sie diese in innovative Versicherungsprodukte als festen Bestandteil integriert. Ziel sollte sein, dass Diabetiker in einem frühen Stadium noch in eine Versicherung aufgenommen werden können und dass flankierende Gesundheitsprogramme eine Verhaltensänderung bewirken. Durch Selbstbeteiligungen können die Policen so gestaltet werden, dass sie zusätzliche Anreize für gesundheitsbewusstes Handeln setzen. Länder mit niedrigem und mittleren Einkommen benötigen darüber hinaus maßgeschneiderte Produkte.

Als Rückversicherer mit weltweiter Erfahrung im Management von Gesundheitsrisiken unterstützt Munich Re Innovationen von der Analyse über die Konzeption bis hin zur Implementierung, so geschehen beispielsweise bei einem neuen Produkt bei der Apollo Munich Health Insurance in Indien, das auf die Bedürfnisse von Diabetes-Patienten zugeschnitten ist. Ausgeklügelte Verfahren zur Strukturierung und Auswertung großer Datenmengen („Big Data“) werden dabei immer wichtiger, um kompetitive Versicherungsprodukte erfolgreich auf dem Markt zu platzieren.

Zahlenquelle: International Diabetes Federation, Diabetes Atlas 2015

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