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Erneuerbare Energien

Rückenwind für den Anlagenbau

Neue Deckungskonzepte von Munich Re können der Energieindustrie viel Last aus der Bilanz nehmen. Underwriter Michael Schrempp hat an der Entwicklung einer Versicherung für Serienschäden bei Windkraftanlagen mitgewirkt. Der Deckungsumfang dieser Lösung ist einzigartig.

07.04.2011

Die Herstellung und Errichtung von Windkraftanlagen sind ein lukratives Geschäft – solange die Turbinen Strom erzeugen. Kommt es jedoch zum Ausfall, kann es für die Hersteller teuer werden. Grund dafür sind die in der Branche weit verbreiteten großzügigen Garantieversprechen gegenüber den Betreibern. Fünf Jahre Garantie oder mehr sind keine Seltenheit. Teilweise sichern die Hersteller ihren Kunden sogar eine Verfügbarkeit von bis zu 97 Prozent pro Jahr zu und übernehmen die Kosten für die Betriebsunterbrechung. Denn umfangreiche Garantie- und Serviceleistungen implizieren gute Qualität – ein wichtiges Entscheidungskriterium der Windparkbetreiber bei der Wahl des Herstellers. Aus dessen Sicht jedoch stellen die Garantien ein Bilanzrisiko dar, für das er Rückstellungen bilden muss. Sachschäden oder kleinere Mängel sind dabei weniger kritisch. Sie können über die Maschinenbruchversicherung oder aus dem freien Cashflow finanziert werden. Anders sieht es bei Serienschäden aus.

Bricht zum Beispiel ein in Serie gefertigtes Bauteil aufgrund eines Fehlers im Design, können gerne bis zu 100 Windkraftanlagen ausfallen. Damit können schnell Reparaturkosten im mittleren zweistelligen Millionenbetrag zusammenkommen - an Land. Befindet sich der Windpark auf dem offenen Meer, liegen die Kosten um ein Vielfaches höher. Ein existenzbedrohendes Risiko, das bisher durch keine Versicherung gedeckt werden konnte.

Erfahren Sie in den Topics Online der Munich Re mehr zu den Risiken & der Versicherung von Windkraftanlagen. Garantiedeckung heißt die Lösung. Mehr lesen. © Shutterstock

Ingenieure und Underwriter auf der Suche nach dem Risiko

Munich Re hat diese Deckungslücke erkannt. Vor zwei Jahren begannen Ingenieure und Underwriter damit, sich intensiv mit der Absicherung von Serienschäden in der Energieindustrie zu beschäftigen und weltweit Daten und Fakten über diese sich rasant entwickelnde Industrie zusammenzutragen. Im engen Austausch mit den Herstellern analysierten sie deren Produktionstechniken, das Qualitätsmanagement sowie die Garantie- und Serviceleistungen der Branche. Auch die Zulieferer nahmen die Experten von Munich Re unter die Lupe. Denn deren Garantieleistungen, Qualitätsmanagement und Ausfallwahrscheinlichkeit beeinflussen zu einem erheblichen Teil das Garantierisiko des Herstellers.

Bei Sonderrisiken helfen keine Standard-Pricing-Tools

Mit den gesammelten Erkenntnissen machten sich die Underwriter von Munich Re danach an die Risikomodellierung. „Die Arbeit beginnt auf einem leeren Blatt Papier“ beschreibt Michael Schrempp, Underwriter Special Enterprise Risks bei Munich Re, die Entwicklung des Deckungskonzepts. Mit Hilfe einer Mindmap analysiert Schrempp, wie die Risikokomponenten zueinander in Beziehung stehen. „Oft werden bei diesem Verfahren Zusammenhänge deutlich, an die vorher noch niemand gedacht hat“, erläutert der Risikoexperte. Neben den technischen Risiken berücksichtigt er dabei unter anderem Wetterrisiken, Transportrisiken, Installationsrisiken sowie Einflussfaktoren aus der Betriebsunterbrechung, Garantiezusagen der Zulieferer und deren Ausfallwahrscheinlichkeit. Das Ergebnis: Ein hochkomplexes Gebilde, das die unterschiedlichen Risikofaktoren und ihre Wechselwirkungen exakt beschreibt. „Standard-Pricing-Tools zur Berechnung solcher Sonderrisiken gibt es nicht. Da wir nicht auf eine statistisch verwertbare Menge an Schadendaten zurückgreifen können, transferieren wir unsere Erfahrungen aus vergleichbaren Risiken, um auf Basis eines mathematischen Modells – oft in Form einer Simulation – zu einem risikoadäquaten Pricing zu kommen“, so Schrempp.

„Ein besonders großes Risiko ist die Betriebsunterbrechung bei Offshore-Anlagen. Der Reparaturaufwand auf hoher See ist deutlich höher und außerdem stark von den Wetterverhältnissen abhängig. Oft dauert es Wochen, bis die Montageschiffe ihre Arbeit verrichten können. Deshalb sind bei Offshore-Anlagen derzeit nur eingeschränkte Deckungen möglich. Ein Faktor, den Hersteller und Versicherer bei ihren Zusagen berücksichtigen müssen.“

Modularer Aufbau lässt volle Kreativität in der Ausgestaltung

Michael Schrempp und seine Kollegen haben auf Basis ihrer Analysen, vielen Gesprächen mit Herstellern und Maklern sowie mithilfe ihrer langjährigen Erfahrung ein modulares Deckungskonzept für die Energieindustrie und den Anlagenbau entwickelt. Neben der Deckung von Serienschäden bietet Munich Re auch Absicherungen bei Vertragsstrafen und bezüglich Verfügbarkeit und Ertrag. Dabei können die Module in unterschiedlicher Ausprägung miteinander kombiniert und nach den Wünschen des Herstellers ausgestaltet werden. Bei dieser Lösung ist der Risikoträger ein Erstversicherer von Munich Re. Darüber hinaus bieten wir die Rückversicherung von Captives an. Eine Festlegung auf ausgewählte Branchen oder Regionen besteht nicht. Mehr zu den neuen Lösungen lesen Sie in unserer Broschüre.
Innovative Deckungskonzepte für Energieindustrie und Anlagenbau
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Michael Schrempp
Special Enterprise Risk Underwriter
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