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Versicherungsmärkte

Schwellenländer Asiens bleiben Stütze des weltweiten Prämienwachstums

Der Insurance Market Outlook bietet in Kurzform einen Überblick über unsere Erwartungen zur Entwicklung der Versicherungsmärkte in den kommenden zehn Jahren.

06.05.2016

Ausblick 2016/2017

Die Aussichten für die globale Versicherungswirtschaft haben sich im Laufe des vergangenen Jahres trotz Eintrübungen für den volkswirtschaftlichen Ausblick leicht verbessert. Wir erwarten in den kommenden zwei Jahren ein Wachstum der weltweiten Erstversicherungsprämien von durchschnittlich 4% (real, d.h. inflationsbereinigt 3%). Grund hierfür ist das hohe Aufholpotenzial der Lebensversicherung in vielen Schwellenländern. In den Industrieländern dagegen wird die Lebensversicherung in den nächsten Jahren voraussichtlich weiterhin unter dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld leiden. Die Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung dürften von einer Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfelds in den Industrieländern profitieren, während wir in einigen wichtigen Schwellenländern negative Auswirkungen der dortigen Konjunkturschwäche für wahrscheinlich halten.

Volkswirtschaftlicher Ausblick: solides Wachstum in Industriestaaten, Wachstumsschwäche in einigen Schwellenländern
Die Weltwirtschaft wird in Folge einer anhaltend geringen Investitionsdynamik und eines schwachen Welthandels 2016 und 2017 wohl nur moderat wachsen. Dabei dürften die Divergenzen zwischen dem vielfach soliden Wachstum in den Industriestaaten und einer anhaltenden Schwäche in vielen Schwellenländern fortbestehen. In den USA erwarten wir robustes Wirtschaftswachstum, in Europa eine Fortsetzung der Erholung, während in China mit einer weiteren Wachstumsverlangsamung zu rechnen ist. Allgemein bleiben die Konjunkturrisiken hoch.

Schaden/Unfallversicherung: moderates Wachstum in den Industriestaaten; viele Schwellenländer mit eingetrübten Aussichten für 2016 aufgrund konjunktureller Schwäche, langsame Erholung für 2017 erwartet
Das Prämienwachstum in der Schaden- und Unfallversicherung wird in den nächsten beiden Jahren mit durchschnittlich knapp 4% p.a. (real knapp 3%) vermutlich ungefähr dem globalen Wirtschaftswachstum entsprechen. Aufgrund des hohen Sättigungsgrades und der verschärften Wettbewerbssituation in den Industriestaaten rechnen wir in Nordamerika und Westeuropa mit einem mäßigen Prämienwachstum von knapp 3% in den kommenden beiden Jahren (real unter 2%). In den entwickelten Märkten des asiatisch-pazifischen Raums könnte ein etwas höheres Wachstum zwischen 3% und 4% erreicht werden (real zwischen 2% und 3%).

Für die Schwellenländer ergibt sich ein gemischtes Bild: In Asien wird eine anhaltend hohe Versicherungsnachfrage voraussichtlich zu Wachstumsraten über 10% für 2016 und 2017 (real 9,5%) führen. In den anderen Regionen beeinflusst die schwierige konjunkturelle Situation einzelner Länder die Prämienentwicklung 2016 voraussichtlich negativ, ab 2017 rechnen wir mit einer langsamen Erholung. In Lateinamerika zum Beispiel dürften die Prämien infolge der Rezession in Brasilien und Venezuela 2016 nur mit knapp 1% (real 0,5%) wachsen, im Jahr darauf gehen wir von einer Erholung auf ca. 4% (real etwas über 2,5%) aus. Das Wirtschaftswachstum in Osteuropa ist von der 2016 noch andauernden Rezession in Russland getrübt. Dort erwarten wir Wachstumsraten von knapp 4% in 2016 (real ca. 3,5%) und fast 5,5% in 2017 (real ca. 4%). Im Gegensatz zu Russland und Venezuela sieht man in den ölexportierenden Ländern des Nahen Ostens bislang kaum Effekte des Rohstoffpreisverfalls auf die Prämienentwicklung. Wir gehen in der gesamten MENA-Region für 2016 von einem Wachstum etwas über 5% (real ca. 4,5%) und 2017 bereits über 6,5% (real 5,5%) aus.

Lebensversicherung: Industriestaaten nachhaltig beeinträchtigt von niedrigen Zinsen, Schwellenländer zeigen trotz wirtschaftlicher Schwäche stabiles Wachstum
Die andauernden niedrigen Zinsen sind nach wie vor eine große Herausforderung für die Lebensversicherer in vielen Industriestaaten und beeinträchtigen auch die Prämienenwicklung – trotz einer ersten Leitzinserhöhung der US-Notenbank. Obwohl in einigen westeuropäischen Ländern wie z.B. Frankreich, Italien und Spanien Sondereffekte 2015 für hohe Zuwächse gesorgt haben, erwarten wir allgemein in den Industriestaaten für 2016 und 2017 nur ein gemäßigtes Prämienwachstum von rund 3% (real 2%).

In den Schwellenländern wirken sich die konjunkturellen Schwächen bislang nur geringfügig auf die Lebensversicherung aus. Insofern prognostizieren wir für die Schwellenländer außerhalb Asiens auch für 2016 und 2017 ein relatives stabiles Wachstum in Höhe von durchschnittlich 7% (real 6%). In Asien rechnen wir sogar mit einer noch stärkeren Dynamik – in vielen Ländern erwarten wir nach wie vor zweistellige Wachstumsraten. Vor allem in China halten wir ein anhaltend starkes Wachstum bei investmentorientierten Produkten für wahrscheinlich. 

Langfristiger Ausblick

Langfristiger Ausblick: Die Versicherungsindustrie wird bis 2025 leicht über dem globalen Bruttoinlandsprodukt wachsen 
Insgesamt werden die weltweiten Prämienzuwächse in den nächsten zehn Jahren leicht über dem Wirtschaftswachstum liegen. Während die Schaden- und Unfallprämien mit durchschnittlich real 2,9% in etwa in Höhe des globalen Bruttoinlandproduktes wachsen werden, erwarten wir in der Lebensversicherung ein Prämienwachstum von über 3% p.a. – maßgeblich getrieben durch die Schwellenländer Asiens.

Die langfristigen Aussichten der Schaden-Unfallversicherung in den Schwellenländern bis zum Jahr 2025 hängen stark von der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung dieser Staaten ab. Da wir mittelfristig von einer Stabilisierung in den meisten Volkswirtschaften ausgehen, dürfte auch die Nachfrage nach Versicherungsprodukten in Ländern mit derzeitiger Wachstumsschwäche wie z.B. Brasilien, Russland und Südafrika wieder ansteigen. Treiber dürften der zunehmende Wohlstand sowie die Absicherung von Infrastrukturprojekten und Naturgefahren sein. In den entwickelten Volkswirtschaften dagegen ist weiterhin mit nur moderatem Wachstum zu rechnen.

In der Lebensversicherung bleibt die Zinsentwicklung ein wesentlicher Einflussfaktor in den Industriestaaten. Sollten die Zinsen auf lange Sicht steigen, so könnte ein vermehrter Absatz von Lebensversicherungsprodukten den demografischen Herausforderungen entgegenwirken. In den Schwellenländern rechnen wir mit einem nachhaltig hohen, aber langsam abnehmenden Wachstum in der Lebensversicherung.

Insurance Maket Outlook 2016/2017
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