dcsimg
Digitalisierung

Smart Home: Potenziale für die Assekuranz

Heizung aufdrehen, Licht dimmen, Garagentor schließen – all das lässt sich heute per Smart Device oder PC regeln. Sind Hausgeräte und -technik über das Internet verbunden und steuerbar, spricht man vom Smart Home. Seinen Besitzern bietet das vernetzte Zuhause verschiedene Vorteile, beispielsweise verbesserten Brandschutz oder die Möglichkeit, Strom zu sparen. Und auch die Versicherungswirtschaft kann profitieren. Dank smarter Sensoren lassen sich etwa Sachschäden durch Lecks an Wasserleitungen frühzeitig erkennen und die Folgen somit begrenzen.

18.04.2017

Big Player mischen Smart-Home-Markt auf

Von einem Smart-Home-Massenmarkt kann heute noch keine Rede sein. Das liegt zum einen am Fehlen einheitlicher Technologie und Kommunikationsstandards. So gibt es bei Herstellern, Diensten, Netzwerken und Übertragungsprotokollen unterschiedliche Anbieter mit je eigenen Systemen. Sechs verschiedenen Übertragungsprotokolle sind beispielsweise der Grund dafür, dass viele Smart Devices nicht miteinander kommunizieren können. Zudem wurden Vorteile und Nutzen vernetzter Haushalte etwa durch Marketing den Verbrauchern bislang kaum nahegebracht. Mit ihren Heim-Assistenten Home und Echo könnten Google und Amazon das nun ändern und dem Markt Schub geben: Die sprachgesteuerten Multimedia-Lautsprecher sind in der Lage, smarte Haustechnik, Geräte sowie zahlreiche weitere, den Alltag erleichternde, Funktionen zu steuern.

Smarteres Zuhause dank künstlicher Intelligenz

Die Technologie hinter den Smart-Home-Assistenten ist darauf ausgelegt, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie sammelt und verknüpft Anwenderdaten, erkennt Verhaltensmuster und nimmt Anpassungen vor, um die Erwartung der Nutzer besser zu erfüllen. Dabei werden nicht nur Informationen des einzelnen Anwenders herangezogen, sondern sämtliche verfügbaren Daten. Bei Google sind das beispielsweise Suchmaschinenabfragen, Kommunikations- und Kalenderinhalte sowie, wenn der Anwender ein Pixel-Smartphone nutzt, Android-Daten. Amazon verknüpft und wertet etwa Konsumgewohnheiten und Standortinformationen aus, um sich immer besser auf den Anwender einzustellen.

Und nicht nur die zugrunde liegende Technologie lernt dazu, sondern auch die Geräte selbst: Das Thermostat des Herstellers Nest etwa passt seine Funktionen fortlaufend an die Vorlieben der Anwender an. 

Risiken rund um das smarte Zuhause

Um Risiken und Potenziale im vernetzten Zuhause besser messen und bewerten zu können, betreiben American Modern und HSB das Projekt LivingWise: Dabei wurde ein Gebäude mit vernetzter Heim-Technologie ausgestattet, um Schadensszenarien realistisch modellieren zu können. Ein Beispiel: Ermittelt ein Sensor austretendes Wasser an einer Leitung, führt dies meist nicht zu einem isolierten Schaden am Mauerwerk, sondern sind auch Einrichtungsgegenstände betroffen. Derartig komplexe Schäden sind in der LivingWise-Versuchsumgebung realistisch modellierbar. Weiter wird dort berechnet, wie Daten in Smart Homes auf die Ursache von Schäden (Feuer, Sturm, Einbruch, Wasser etc.) sowie deren Umfang schließen lassen. All diese Erkenntnisse können in die Policierung einfließen oder Versicherern zur Verfügung gestellt werden, die ihre Makler entsprechend schulen möchten.

Smart Home - ein Zukunftsmarkt für Versicherer

Die smarte Heimtechnologie birgt versicherbare Risiken. An Sensoren, Alarmanlagen, Steuer- und Kommunikationseinrichtungen kann es zu Schäden kommen, welche durch entsprechende Policen gedeckt werden können. Zudem können durch Blitzschläge oder Kurzschlüsse Schäden am Stromnetz auftreten, für die passende Deckungen gefragt sind. HSB bietet zum einen die Hausratsdeckung Home Systems Protection (HSP) für Geräte und andere (vernetzte) Einrichtung an. Zum anderen erhalten Versicherte mit MyHomeWorks, einer Kombination aus HSP und smarten Home-Management-Tools wie einem Service zum Stromsparen, echten Mehrwert.

Weil sie mit dem Internet verbunden sind, sind Smart Homes außerdem Cyberrisiken wie Angriffen und Manipulationen ausgesetzt. Spezial- und Haftpflichtversicherer haben hier die Möglichkeit, entsprechende Produkte anzubieten. HSB hat die Deckung Home Cyber Protection™ im Programm, welche Schutz bei Angriffen auf Smart Homes bietet.

Durch smarte Detektoren können Schadensereignisse durch Brände oder Einbrüche frühzeitig erkannt und rasch eingedämmt werden. Im Idealfall sind Versicherte selbst in der Lage, die Schadensursache zu beheben: Stellen sie beispielsweise per Smart Device ein Wasserventil ab, um eine Leckage zu stoppen, können sie Folgeschäden deutlich begrenzen. Hier können sich Versicherer als Sicherheitspartner positionieren, die ihren Kunden vergünstigte Prämien anbieten, wenn sie entsprechende Smart-Home-Technologien nutzen, oder Rabatte auf die Preise solcher Geräte geben.

Wohin die Reise gehen kann

Mit den Home-Assistenten von Google und Amazon könnte der Smart-Home-Markt deutlich an Fahrt aufnehmen. Damit wird auch die Nachfrage nach Versicherungen und Services rund um das vernetzte Heim steigen. Dank Forschung, fertiger Lösungen und eignem Lenkungskreis verfügt Munich Re über eine breite Expertise im Bereich Smart Home. Gerne unterstützen wir auch Sie dabei, Potenziale zu identifizieren und effizient für sich auszuschöpfen.
Munich Re Experten
Greg Barats
CEO HSB
Drucken
Wir verwenden Cookies um Ihr Internet-Nutzungserlebnis zu verbessern und unsere Websites zu optimieren.

Mit der weiteren Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies dieser Website zu. Weitere Informationen zu Cookies und dazu, wie Sie die Cookie-Einstellungen in Ihren Browsereinstellungen anpassen können, finden Sie in unsereren Cookie-Richtlinien.
Sie können Cookies deaktivieren, aber bitte beachten Sie, dass das Deaktivieren, Löschen oder das Verhindern von Cookies Ihre Internet-Nutzung beeinflussen wird.