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Stürme

Wie entsteht ein Wintersturm?

Als Wintersturm Xynthia 2010 über Europa zog, hinterließ er versicherte Schäden von etwa 2 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor wütete Klaus in Europa. Die Bilanz: ebenfalls rund 2 Milliarden Euro versicherter Schaden. „Lothar“ übertraf 1999 beide Ereignisse. Für ihn mussten die Versicherer rund 6 Milliarden Euro bezahlen. Kyrill (2007) verursachte alleine in Deutschland versicherte Schäden von über 2 Milliarden Euro. Vergleichsweise glimpflich verlief „Joachim“, der erste große Wintersturm 2011. Eine aktuelle Studie des GDV zeigt jedoch, dass sich solche Stürme in Zukunft unter dem Einfluss des Klimawandels noch verstärken werden.

07.02.2012

Winterstürme entstehen über dem Nordatlantik, der Wetterküche Europas. Dort, wo kalte trockene Luft vom Norden auf feuchtwarme Subtropenluft vom Süden trifft, bilden sich großräumige Tiefdruckwirbel. Die Sturmintensität innerhalb dieser Verwirbelungen steigt dabei proportional mit dem Temperaturunterschied der beiden Luftmassen an. Sie ist im Spätherbst und Winter am größten – daher auch die Bezeichnung Wintersturm. Die maximalen Windgeschwindigkeiten liegen bei 140 bis 200 km/h, in exponierten Küstenlagen und auf höheren Bergen können sie auch weit über 250 km/h erreichen. Das Sturmfeld der außertropischen Stürme kann dabei bis zu 2.000 km breit werden.

Unterschiede zu tropischen Stürmen

Außertropische Stürme unterscheiden sich von tropischen nicht nur durch die Entstehungsgebiete und Zugbahnen, sondern vor allem auch durch ihre Intensität und geografische Ausdehnung. Sie entstehen im Übergangsbereich zwischen subtropischen und polaren Klimazonen (etwa 35 bis 70° nördlicher und südlicher geografischer Breite). Eis- und Schneestürme (Blizzards) sind weitere Varianten der außertropischen Stürme. Ihre potenziellen Schäden durch Eis- oder Schneedruck können – ähnlich wie bei den anderen außertropischen Stürmen, wo hohe Windgeschwindigkeiten die Hauptschadenursache sind – Schäden im ein- bis zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich verursachen. Ein Eissturm, der 1951 vom 28. Januar bis zum 4. Februar anhielt, überzog riesige Gebiete in den USA – von den Neuenglandstaaten bis Texas – mit einer bis zu 10 cm dicken Eisschicht. Bezogen auf seine geografische Ausdehnung war dies vermutlich der größte Eissturm des 20. Jahrhunderts.

Unterschiede zu tropischen Stürmen

Wintersturm Xynthia 2010 hinterließ versicherte Schäden von etwa 2 Milliarden Euro. Eine Studie zeigt, dass diese Entwicklung noch deutlicher stattfinden wird. © Munich Re
Abb. 1:. Kalte trockene Luft, die vom Norden nach Süden strömt, trifft auf feuchtwarme Subtropenluft, die vom Äquator nach Norden strömt. Es entsteht eine Luftmassengrenze. Abb. 2: Die schwerere Kaltluft schiebt sich unter die Warmluft und strömt bodennah Richtung Süden; die Warmluft gleitet über der Kaltluft Richtung Norden. Durch die Hebungsvorgänge fällt der Luftdruck. Zugleich kühlt die feuchtwarme Luft in der Höhe immer weiter ab, der Wasserdampf kondensiert, es bilden sich Wolken. Dabei werden große Energiemengen frei, welche die Zirkulation weiter antreiben; der Wind wird stärker. Abb. 3: Die Kaltfront kommt der Warmfront immer näher. Die feuchtwarme Luft wird immer weiter in die Höhe gedrückt, kühlt ab und bildet Wolken. Abb. 4: Die Kaltluft hat die Warmluft eingeholt; meist ist jetzt der Luftdruck im Zentrum der Verwirbelung am tiefsten.
Wintersturm Xynthia 2010 hinterließ versicherte Schäden von etwa 2 Milliarden Euro. Eine Studie zeigt, dass diese Entwicklung noch deutlicher stattfinden wird. © Munich Re
Sturm Joachim zieht über Europa
Vom 15. bis zum 17. Dezember 2011 zog der Wintersturm Joachim über Teile Mitteleuropas. Unter anderem über Frankreich, der Schweiz und Süddeutschland erreichten seine Windgeschwindigkeiten Orkanstärke.
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