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Naturkatastrophen

Erneut Erdbeben in Nepal

Am 12. Mai 2015 ereignete sich ein weiteres schweres Erdbeben in Nepal. Nach ersten Informationen lag das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 7,3 circa 75 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu. Ein weiterer Erdstoß mit 6,3 Stärke erschütterte das Land rund 30 Minuten später.

28.05.2015

Die Erde kommt in Nepal nicht zu Ruhe?

Nepal und die Hauptstadt Kathmandu sind höchst erdbebengefährdet. Nach schweren Erschütterungen wie am 24.4. – die Magnitude lag damals bei 7,8 – kommt es oft zu heftigen Nachbeben. Das jetzige Beben liegt am nordöstlichen Rand der damaligen Bruchzone. Es setzte allerdings deutlich weniger Energie frei, schätzungsweise weniger als ein Fünftel. Dennoch sind wieder Todesopfer  zu beklagen und weitere schwere Schäden zu erwarten, bedauerlicherweise. Leider muss auch in den nächsten Wochen noch mit weiteren schweren Nachbeben gerechnet werden.

Abgesehen von dem Risiko von Nachbeben: Lassen sich Erdbeben überhaupt nicht vorhersagen?

Leider nein, bei Erdbeben lassen sich nur Wahrscheinlichkeiten schätzen. Niemand konnte in Nepal wissen, ob die Erde in einem, in zehn oder erst in 40 Jahren beben würde. Es war aber klar, dass Kathmandu höchst gefährdet ist.

Welchen Nutzen haben dann diese Berechnungen?

Es geht darum, Risiken immer besser abzuschätzen und dieses Wissen zu nutzen, um uns auf solche Katastrophen besser vorbereiten zu können. Arme Länder wie Nepal brauchen dafür natürlich Zeit – und Unterstützung.

Macht es Sinn, in die Entwicklung von Frühwarnsystemen zu investieren?

Ja. Bei Erdbeben werden Warnungen immer viel begrenzter sein als beispielsweise bei tropischen Wirbelstürmen, wo frühzeitige Evakuierungen heute vielfach viele Menschenleben retten. Aber: Im besten Fall haben die Menschen künftig vielleicht je nach Entfernung vom Epizentrum zehn bis 60 Sekunden Zeit, die Häuser zu verlassen. Man kann Züge stoppen – wie in Japan – und kritische Anlagen herunterfahren. In einer Region wie Nepal steht allerdings die Verbesserung der Gebäude im Vordergrund, insbesondere von Schulen und Krankenhäusern.

Wie kann man die Risikoeinschätzungen noch verbessern?

Für Industrieländer wie Japan oder die USA ist das Erdbebenrisiko schon gut schätzbar. Für Schwellenländer gilt dies nur in Teilen, für Entwicklungsländer kaum. Zusammen mit Wissenschaftlern, Regierungen und wirtschaftlichen Sponsoren haben wir vor ein paar Jahren die Initiative „Global Earthquake Model‘ mitgegründet, die ein weltweites Risikomodell erstellen soll. Das GEM hat kürzlich seine OpenQuake-Plattform vorgestellt, die in Zusammenarbeit von mehreren hundert Wissenschaftlern aus aller Welt entstand. Sie beinhaltet modernste Methodik und Daten zur Abschätzung der Erdbebengefährdung. Die Plattform ist für Behörden und Organisationen frei zugänglich und soll sukzessive auf alle Länder ausgebaut werden. Diese Entwicklung wird langfristig auch Ländern wie Nepal helfen.

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