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Betriebsrisiken

Ausgewählte Großschäden seit 2000

18.12.2017
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © Jose Jimenez/Primera Hora / Getty Images
9/11 2001

9/11 2001

Der Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 führte zu einem grundlegenden Wandel der Wahrnehmung von Terrorakten. Tausende Todesopfer und der symbolträchtige Einsturz der beiden Türme, mitten in der westlichen Welt, das war eine ganz neue Dimension. Auch für die Versicherungswirtschaft, deren Risikomodelle ein derartiges Ereignis bis dahin nicht abdeckten. „9/11“ ist bis heute einer der teuersten Schadenkomplexe. Nahezu alle  Versicherungszweige waren betroffen, der versicherte Schaden betrug circa 40 Milliarden US-Dollar. Die Schadenabwicklung dauerte mehr als zehn Jahre – obwohl die politische Ausnahmesituation in den USA dazu führte, dass staatliche Leistungen viele Haftungsansprüche ersetzten. So erfolgte insbesondere die Entschädigung der Hinterbliebenen fast ausschließlich durch den von Ken Feinberg verwalteten Victim Compensation Fund.
Ina Ebert, Leading Expert, Global Clients/North America
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © 2011 AFP / Getty Images
Toulouse 2001

Toulouse 2001

Am 21. September 2001, exakt um 10.17 Uhr, ereigneten sich im innerstädtischen Bereich von Toulouse mehrere Explosionen in einem Ammoniumnitratlager. Die Druckwelle verursachte einen immensen Sachschaden an der Anlage, 31 Menschen starben am Ort der Explosion. Fliegende Glassplitter verletzten Hunderte Passanten und Anwohner. Wahrscheinlich hatte sich Material mit extrem hoher Ammoniumnitratkonzentration mit anderen Chemikalien (etwa Motoröl aus undichten  Transportfahrzeugen) vermischt und an einer unbekannten Hitzequelle entzündet. Der dreistellige Millionenschaden des Unternehmens wurde durch den Dritt-Schaden deutlich überstiegen. Auch die Kosten für die Betreuung der über 2.500 direkt und 14.000 indirekt Verletzten liegen sicherlich höher als der reine Sachschaden.
Robert Schmid, Senior Underwriter, Special & Financial Risks
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © dpa Picture Alliance / Angel_Diaz
Madrid 2005

Madrid 2005

Brand im „Edificio Windsor“, Madrid 2005: Das Feuer brach im 21. Stockwerk aus und breitete sich rasch im gesamten Gebäude aus. Trotz der Brandbekämpfungsmaßnahmen war das 32-stöckige Gebäude nach 18 Stunden komplett zerstört. Traurige Ironie: Als sich der Brand ereignete, liefen gerade  Renovierungsmaßnahmen, um Schwachstellen im Brandschutz zu beseitigen. Eine unklare  Brandbekämpfungsstrategie und die erfolglosen Bemühungen der Einsatzkräfte waren ursächlich für den katastrophalen Ausgang. Aus Versicherungssicht zudem problematisch: Um das Gebäude wurde eine weiträumige Sicherheitszone eingerichtet, die Handel und Gewerbe beeinträchtigte und dadurch die Schadenkosten in die Höhe trieb. Es war der erste Brand eines Wolkenkratzers und zugleich der bis dahin größte und spektakulärste Brand in Spanien, und er zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Verwendung feuerfester Materialien ist. Trotz der massiven Schäden gab es zumindest zwei positive Dinge zu berichten: Die Abrissarbeiten verliefen vorbildlich und dauerten weniger als sechs Monate. Zudem war die Zusammenarbeit zwischen Munich Re und den Kunden außerordentlich effektiv.
Andrés Ruiz Feger, Senior Lawyer Claims, Madrid
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © REUTERS/Marc Serota
Katrina 2005

Katrina 2005

2005 erlebte New Orleans mit Hurrikan Katrina einen der verheerendsten Wirbelstürme und eine humanitäre Katastrophe, die mehr als 1.000 Bewohnern das Leben kostete. Katrina traf am 25. August bei Miami auf Land und zog in den Folgetagen über den östlichen Teil des Golfs von Mexiko. Durch die hohen Wassertemperaturen verstärkte sich der Sturm zur SS5-Intensität mit  Spitzenwindgeschwindigkeiten in den Böen bis zu 340 km/h. Mit dieser Stärke überquerte Katrina die Ölfördergebiete vor der Küste der Bundesstaaten Louisiana und Mississippi. Hurrikan Katrina verursachte einen der bislang teuersten Schadenkomplexe für die Versicherungswirtschaft überhaupt: Der  Gesamtschaden belief sich auf 125 Milliarden US-Dollar, davon waren 60,5 Milliarden US-Dollar versichert.
Klaus Wenselowski, Head of Property Claims Management
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © Handout / Getty Images
Buncefield 2005

Buncefield 2005

Am 11. Dezember 2005 ereignete sich im englischen Tanklager Buncefield die in Europa größte Explosion zu Friedenszeiten (2,4 auf der Richterskala). Der Brand blieb weitgehend auf die Anlage begrenzt und forderte keine Todesopfer. Dennoch verursachte die Explosion gewaltige Schäden. Der Gesamtschaden belief sich auf rund eine Milliarde britische Pfund. In der Sachversicherung wurden hauptsächlich die Reparaturkosten und die daraus resultierenden  Betriebsunterbrechungsschäden ersetzt. Im Bereich Haftpflicht wurden gegen die Betreiber des Tanklagers Regressansprüche geltend gemacht. Am 20. März 2009 hat schließlich das oberste Gericht die Haftung für Schäden in Höhe von rund 700 Millionen britischen Pfund bestätigt. Insgesamt wurden 3.545 Einzelschäden reguliert.
Rainer Hanselmann, Head of Casualty Claims Management (GC/NA & APAC)
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © dpa Picture Alliance / Christopher Berkey
Deepwater Horizon 2010

Deepwater Horizon 2010

Am 20. April 2010 explodierte die Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko und verursachte den Tod von elf Menschen, einen hohen Sachschaden und eine Umweltkatastrophe. Aus dem Bohrloch strömten über 87 Tage geschätzte 780 Millionen Liter Erdöl. Nach offiziellen Angaben verschmutzte das Öl mehr als 1.000 Kilometer Küste in unterschiedlich starkem Ausmaß. Das Unglück entwickelte sich zu einem der teuersten Schadenfälle im Offshore-Energy-Bereich.
Klaus Wenselowski, Head of Property Claims Management
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © DigitalGlobe / Getty Images
Fukushima 2011

Fukushima 2011

In Japan erschütterte am 11. März 2011 das größte Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen den Nordosten des Landes. Mit einer Magnitude von 9,0 Mw war es weltweit das viertstärkste Beben der vergangenen 100 Jahre. Die Erdstöße lösten einen über zehn Meter hohen Tsunami aus, der zur Atomkatastrophe von Fukushima führte. Im Gegensatz zur nahezu völligen Zerstörung in den Tsunami-Gebieten war das Schadenbild in den anderen vom Beben betroffenen Gebieten moderat. Obwohl die Hochhäuser in Tokio minutenlang stark schwankten, gab es dort keine signifikanten Schäden. Mehr als 15.800 Menschen kamen ums Leben, fast 6.000 wurden verletzt, über 3.400 werden noch vermisst. Die volkswirtschaftlichen Schäden summierten sich auf über 200 Milliarden US-Dollar, die versicherten Schäden lagen bei 35 bis 40 Milliarden US-Dollar.
Andreas Langer, Manager Claims
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © REUTERS/Alessandro Bianchi
Costa Concordia 2012

Costa Concordia 2012

Mit der Strandung der „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio am 13. Januar 2012 wurde der Seeversicherungsmarkt vom bisher größten Schadenereignis getroffen. Ursächlich war das grob fahrlässige Verhalten des Kapitäns: Dieser fuhr zu nah, zu schnell und ohne ausreichende Karten auf die Insel zu. Mit einem Gesamtschaden von rund zwei Milliarden US-Dollar ist dieser Schaden beispiellos in der Geschichte der Seeversicherungswirtschaft. Allein die vom Haftpflichtschutz umfassten Bergungs- und Abwrackkosten betragen rund 1,2 Milliarden USDollar. Der Rückversicherungsmarkt trägt davon am Ende über 90 Prozent des Gesamtschadens.
Olaf Köberl, Senior Manager Claims
Ausgewählte Großschäden seit 2000 © Getty Images
Fort McMurray 2016

Fort McMurray 2016

Am 1. Mai 2016 brach südwestlich von Fort McMurray ein Waldbrand aus, der sich rasch über das Stadtgebiet ausbreitete und in der kanadischen Provinz Alberta für die bislang größte Evakuierungsaktion infolge eines Waldbrands sorgte. Das Feuer zerstörte über 2.400 Gebäude und bahnte sich danach seinen Weg nach Nordalberta. Dort bedrohte es das Ölsand-Abbaurevier Athabasca und zog weiter in die benachbarte Provinz Saskatchewan. Mit versicherten Schäden von rund vier Milliarden kanadischen Dollar gehört das Ereignis zu den teuersten Naturkatastrophen in Kanada.
Joachim Pawellek, Manager Claims

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