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Betriebsrisiken

Epidemie-Versicherung – Leben retten, Volkswirtschaften schützen

Bisher hatten sich die Versicherer von Epidemie-Risiken eher fern gehalten. Aktuell suchen sie nach neuen Lösungsansätzen in diesem Bereich – und helfen damit Unternehmen und Volkswirtschaften, sich besser gegen Epidemien zu wappnen.

22.06.2017

2016 wurden zwei Epidemien, die einen globalen Gesundheitsnotstand ausgelöst hatten, offiziell für beendet erklärt: Ebola und Zika. Die Gefahr, die von solchen Viren ausgeht, ist nicht gebannt. Doch die Ausrufung des Epidemie-Notstands hat die Weltöffentlichkeit wachgerüttelt. Sie hat das Bewusstsein dafür geschärft, welche Risiken von unzureichenden Gesundheitssystemen und schlechter medizinischer Grundversorgung ausgehen, und wie stark bestimmte Wirtschaftssektoren von einer Epidemie in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Bisher hatte sich die Assekuranz von Epidemie-Risiken eher fern gehalten. Aktuell sucht sie nach neuen Lösungsansätzen in diesem Bereich – und hilft damit Unternehmen und Volkswirtschaften, sich besser gegen Epidemien zu wappnen.
Weltweit brechen laufend Epidemien aus:
Die Grenzen der Versicherbarkeit erweitern: die Unterschiedlichkeit von Epidemie-Ereignissen bildet die Grundlage für jedes Geschäftsmodell

Vorausschauende Produkte für Epidemie-Szenarien

Risikomanager eines Unternehmens sind mit vielfältigen Risiken konfrontiert – einige davon sind versicherbar, andere nicht. Bisher waren die finanziellen Folgen von Epidemien nicht versichert und fielen unter das unternehmerische Risiko – für das Unternehmen konnte dies erhebliche Verluste und im schlimmsten Fall sogar die Insolvenz nach sich ziehen. Munich Re bietet jetzt Lösungen zur Absicherung gegen derartige Risikoszenarien und steht als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Epidemie-Risiken sind naturgemäß schwer vorhersehbar und noch schwerer zu versichern. Für diese spezielle Risikokategorie braucht man als Erst- und Rückversicherer Spezialwissen, um anhand von Daten aus der Vergangenheit verlässliche Prognosen für künftige Szenarien abzuleiten. Auch die Kumul-Risiken infolge einer schweren, weltweiten Pandemie dürfen bei der Risikoprüfung nicht außer Acht gelassen werden. Dank ihres umfassenden Hintergrundwissens ist Munich Re hier hervorragend positioniert und prüft intensiv neue Konzepte, um auch Ereignisse zu versichern, die mit sehr hohen wirtschaftlichen Risiken einhergehen. 

Das Epidemie-Risiko-Projekt passt ideal in die Innovationslandschaft von Munich Re: Zum einen aufgrund der Nähe zu unserem Kerngeschäft, zum anderen, weil es die Chance bietet, die Grenzen der Versicherbarkeit zu erweitern. Ausgehend von unserer Datenbasis entwickeln wir vorausschauende Produkte für verschiedene Szenarien, sparten- und branchenübergreifend. 

Bisher hatte sich die Assekuranz von Epidemie-Risiken eher fern gehalten. Aktuell sucht sie nach neuen Lösungsansätzen in diesem Bereich – und hilft damit Unternehmen und Volkswirtschaften, sich besser gegen Epidemien zu wappnen."
Epidemie-Risiken: Schwer vorhersehbar und noch schwerer zu versichern
Beim Ausbruch einer Epidemie können zahlreiche Branchen von unterschiedlichen Schadenszenarien betroffen sein.

Während des Ebola-Ausbruchs litten vor allem Branchen mit hohem Personalbedarf. Ausgewählte Schadensbeispiele sind für verschiedenste Industriesektoren verfügbar:

  • Auf einer großen Kautschukplantage waren mehrere Tausend Arbeitskräfte beschäftigt, als die Ebola-Epidemie ausbrach. Die Betreibergesellschaft versorgte insgesamt 80.000 Menschen mit Gesundheitsleistungen, darunter die Angehörigen der Mitarbeiter und die umliegende Bevölkerung. Während der Epidemie erkrankten auch Teile der Belegschaft an Ebola. Daraufhin wurde ein eigenes Behandlungszentrum für Ebola-Patienten errichtet und es wurden umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Übertragung des Virus einzudämmen. 
  • Bergbauunternehmen und Explorationsprojekte erlitten Verzögerungen oder Betriebsunterbrechungen. Vertragsunternehmen beriefen sich auf höhere Gewalt und zogen ihre Mitarbeiter ab.
  • Ähnliche Effekte ließen sich in unterschiedlichen anderen Industrien beobachten. Die Folgen reichten bis hin zu Insolvenzen. 

Neue Partner, vielfältige Möglichkeiten

Die richtige Preisfindung und ein gutes Risikomanagement sind von entscheidender Bedeutung. Deshalb gehen wir Partnerschaften mit Unternehmen ein, die in diesem Bereich über spezielles Expertenwissen verfügen. Ein Beispiel ist unsere Kooperation mit Metabiota, einem Unternehmen aus San Francisco, das in der Sammlung von Quasi-Echtzeitdaten und der Anwendung umfassender Risk-Analytics-Verfahren bei Epidemien wegbereitend ist. Dank solcher strategischer Kooperationen sind wir immer auf dem neuesten Stand und bestens gerüstet, um selbst in schwierigen Fällen wie Ebola, SARS oder MERS die Versicherbarkeit zu gewährleisten.

Die Grundidee ist einfach und basiert im Wesentlichen auf unserem vorhandenen Knowhow im Umgang mit Naturkatastrophen. Um eine adäquate Prämie für eine politisch und wirtschaftlich nachhaltige Risikotransferlösung festzulegen, benötigen wir konsistente historische Daten, etwa über die Häufigkeit und den Schweregrad der Ereignisse. In Korea zeigte unsere während des laufenden MERS-Ausbruchs 2015/2016 durch die Regierung in Partnerschaft mit der Versicherungsindustrie eingeführte und ausbruchspezifische Reiseversicherung bereits Wirkung: Der Rückgang der Besucherzahlen und damit der wirtschaftliche Einbruch fielen geringer aus als erwartet. In der Regel kommt es bei Versicherungsprodukten für die Tourismusbranche weniger auf Fallzahlen als vielmehr auf die öffentliche Wahrnehmung der Epidemie an. Im Versicherungsvertrag können für direkt betroffene Branchen zusätzliche Serviceleistungen vereinbart sein, um eine größtmögliche Schadenbegrenzung während eines Epidemie-Ereignisses sicherzustellen und damit den Geschäftsbetrieb möglichst ungestört aufrecht zu erhalten. 

Bisher hatte sich die Assekuranz von Epidemie-Risiken eher fern gehalten. Aktuell sucht sie nach neuen Lösungsansätzen in diesem Bereich – und hilft damit Unternehmen und Volkswirtschaften, sich besser gegen Epidemien zu wappnen. © Munich Re
Epidemien entstehen nicht über Nacht:
Versicherungsprodukte mit integrierten Services für bessere Vorsorge und Schadenbegrenzung

Resilienz von Unternehmen und Volkswirtschaften stärken

Im Rahmen unserer Strategie beteiligen wir uns an Projekten im privaten wie auch im öffentlichen Sektor. Sobald es darum geht, aus unserem Datenwissen konkrete Aussagen über einen potenziellen wirtschaftlichen Schaden abzuleiten, ist unser technisches Underwriting gefragt – denn hier kommt es darauf an, die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu verstehen. Das heißt: Wir stellen die richtigen Fragen zu Vorsorgemaßnahmen – angefangen bei grundlegenden Dingen wie der Anbringung von Desinfektionsmittelspendern in den Betriebsräumen bis hin zu standardisierten Vorsorge- und Notfallplänen für den Fall einer Epidemie. Im Gegensatz zu stärker „action driven industries“ sind Versicherer häufig die ersten, die diese kritischen Fragen stellen und damit einen Sensibilisierungsprozess in Gang setzen.

Eine Versicherungslösung gegen Epidemierisiken bietet einen entscheidenden Vorteil: Sie stellt rechtzeitig Mittel zur Finanzierung von Maßnahmen bereit, um die Ausbreitung der Infektion von vorne herein einzudämmen. Denn bei einer Epidemie hat man – anders als etwa bei einem Erdbeben – die Chance, noch während des Ereignisses den Verlauf und das Ausmaß des Geschehens zu beeinflussen. Ein klug gestaltetes Versicherungskonzept unterstützt die Entwicklung von verlässlichen Präventionsplänen und Notfallvorsorge-Standards sowie eine zeitnahe Warnung und Information der Bevölkerung.

Es ermöglicht, im Ernstfall zügig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken, und sorgt für eine bessere Zusammenarbeit und klare Zuständigkeiten. Menschliches Leid und die Kosten für die Allgemeinheit können so erheblich reduziert werden. Selbst bei einer gut gefüllten Staatskasse gibt es also zahlreiche gute Gründe, die Resilienz von Unternehmen und Volkswirtschaften durch eine Versicherung zu stärken. Genau das ist unser Ziel. Wir sind gerne bereit, hier mit interessierten Partnern – ob einzelne Unternehmen, Entwicklungsorganisationen oder Regierungen – zusammenzuarbeiten.
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