Coronavirus: Auswirkungen auf Munich Re

06.04.2020

Spätestens seit die Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zur Pandemie erklärt hat, befindet sich die Welt im Ausnahmezustand. Die drastischen Maßnahmen der betroffenen Staaten zur Eindämmung dieser Pandemie geben einen Eindruck vom Ernst der Lage – für die Gesellschaft, die Wirtschaft und jeden Einzelnen.

Auch wir als global agierendes Unternehmen blicken mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen. Unser Mitgefühl gilt insbesondere allen unmittelbar betroffenen Personen und Familien, denn eine Erkrankung oder sogar der Verlust eines Angehörigen wiegen schwerer als jeder ökonomische Schaden. Oberste Priorität in diesen Zeiten hat für uns der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Geschäftspartner. Deshalb haben wir strikte Regelungen getroffen, um ein Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten. Dazu zählen unter anderem die grundsätzliche Einstellung von Dienstreisen, flexible Split-Office- oder Mobile-Working-at-Home-Regelungen, Verzicht auf persönliche Meetings und die Teilnahme an Veranstaltungen sowie strikte Zutrittsbeschränkungen zu unseren Gebäuden.

Gleichzeitig stellen wir im Interesse all unserer Stakeholder sicher, dass unser Betrieb und unsere Geschäftsaktivitäten möglichst ohne Einschränkungen aufrecht erhalten werden können. Auch wenn die genauen Folgen des Coronavirus zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind, besteht kein Anlass zur Sorge um die Stabilität unseres Unternehmens. Der Konzern steht auch in der aktuellen Situation wirtschaftlich stark da. Die Folgen dieser Pandemie werden für Munich Re wirtschaftlich gut verkraftbar bleiben.

Wie auf der Bilanzmedienkonferenz am 28. Februar angekündigt wird Munich Re seinen Aktionären auf der Hauptversammlung eine Dividende von 9,80 Euro je Aktie vorschlagen.

Aufgrund bereits eingetretener Schäden durch die Absage bzw. Verschiebung von Großveranstaltungen und hoher Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen durch COVID-19 wird Munich Re jedoch aus heutiger Sicht – und unter der Annahme einer ansonsten erwartungsgemäßen Belastung aus menschengemachten und Großschäden aus Naturkatastrophen  – ihr Gewinnziel von 2,8 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2020 nicht erreichen.

Für viele Geschäftszweige in der Schaden/Unfall-Versicherung (z.B. Betriebsunterbrechung) war es bisher gängige Marktpraxis, das Risiko eines Pandemieausbruchs von der Versicherungsdeckung auszuschließen. Allerdings entstehen durch Covid-19 versicherte Schäden insbesondere durch die Absage bzw. Verschiebung von Großveranstaltungen. Zudem sind auch Schäden in anderen Sparten, als Folge des wirtschaftlichen Abschwungs, zu erwarten.  

In der Lebens- und Gesundheitsversicherung hängt unsere Schadenerwartung stark von der weiteren Entwicklung der Todesfallzahlen, insbesondere in Nordamerika, ab. Auch wenn eine weltweite Pandemie mit einer hohen Zahl von Todesopfern im Ausmaß eines 200-Jahresereignisses aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen werden kann, sollte der Umfang der Versicherungsansprüche in solch einem Szenario die Kosten einer mittelgroßen Naturkatastrophe in der Rückversicherung Schaden/Unfall nicht übersteigen.

An den Kapitalmärkten beobachten wir derzeit weiter fallende Zinsen, einen starken Rückgang an den Aktienmärkten und eine Ausweitung der Kreditrisikoaufschläge für Anleihen. Dies wirkt sich auf unsere Solvenzquote aus, allerdings werden die Auswirkungen aufgrund von Absicherungen und breiter Diversifikation unserer Kapitalanlagen teilweise reduziert. Zum aktuellen Stand befindet sich die Solvenzquote von Munich Re (Gruppe) komfortabel im optimalen Bereich (175 % bis 220 %) gemäß unserem internen Limit- und Triggersystem. Munich Re bleibt gemäß aller Anforderungen sehr solide kapitalisiert und mit ihrer starken Bilanz ein verlässlicher Partner ihrer Kunden.

Gesamtökonomisch rechnen wir derzeit mit größeren Auswirkungen, wobei es sehr davon abhängt, wie schnell das Virus eingedämmt werden kann. Gelingt es, die Pandemie in den nächsten Wochen so in den Griff zu bekommen, dass eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität möglich ist, dann erwarten wir eine sehr scharfe, aber nur zeitlich begrenzte Rezession. 

Munich Re ist ein weltweit führender Anbieter von Rückversicherung, Erstversicherung und versicherungsnahen Risikolösungen. Die Unternehmensgruppe besteht aus den Geschäftsfeldern Rückversicherung und ERGO, sowie der Kapitalanlagegesellschaft MEAG. Munich Re ist weltweit und in allen Versicherungssparten aktiv. Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 zeichnet sich Munich Re durch einzigartiges Risiko-Knowhow und besondere finanzielle Solidität aus. Sie bietet ihren Kunden auch bei außergewöhnlich hohen Schäden finanziellen Schutz – vom Erdbeben in San Francisco 1906 bis zur atlantischen Hurrikanserie 2017 und den kalifornischen Waldbränden 2018. Munich Re besitzt herausragende Innovationskraft und ist hierdurch in der Lage, auch außergewöhnliche Risiken wie Raketenstarts, Erneuerbare Energien, Cyberattacken oder Pandemien abzusichern. Munich Re treibt die digitale Transformation innerhalb ihrer Branche in einer führenden Rolle voran und erweitert hierdurch ihre Risikoanalysefähigkeiten sowie ihr Leistungsangebot. Individuelle Lösungen und große Nähe zu ihren Kunden machen Munich Re zu einem weltweit nachgefragten Risikopartner für Wirtschaft, Institutionen und Privatpersonen.

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