Coronavirus: Auswirkungen auf Munich Re

20.03.2020

Spätestens seit die Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zur Pandemie erklärt hat, befindet sich die Welt im Ausnahmezustand. Die drastischen Maßnahmen der betroffenen Staaten zur Eindämmung dieser Pandemie geben einen Eindruck vom Ernst der Lage – für die Gesellschaft, die Wirtschaft und jeden Einzelnen.

Auch wir als global agierendes Unternehmen blicken mit Sorge, aber ohne Panik auf die aktuellen Entwicklungen. Unser Mitgefühl gilt insbesondere allen unmittelbar betroffenen Personen und Familien, denn eine Erkrankung oder sogar der Verlust eines Angehörigen wiegen schwerer als jeder ökonomische Schaden. Oberste Priorität in diesen Zeiten hat für uns der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Geschäftspartner. Deshalb haben wir strikte Regelungen getroffen, um ein Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten. Dazu zählen unter anderem die grundsätzliche Einstellung von Dienstreisen, flexible Split-Office- oder Home-Office-Regelungen, Verzicht auf persönliche Meetings und die Teilnahme an Veranstaltungen  sowie strikte Zutrittsbeschränkungen zu unseren Gebäuden.

Gleichzeitig stellen wir im Interesse all unserer Stakeholder sicher, dass unser Betrieb und unsere Geschäftsaktivitäten möglichst ohne Einschränkungen aufrecht erhalten werden können. Auch wenn die genauen Folgen des Coronavirus zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind, besteht kein Anlass zur Sorge um die Stabilität unseres Unternehmens. Der Konzern steht auch in der aktuellen Situation wirtschaftlich stark da. Die Folgen dieser Pandemie werden für Munich Re wirtschaftlich verkraftbar bleiben.

Trotz der global zunehmenden Infektionen und Todesfälle rechnen wir derzeit mit keiner großen Belastung im Segment Lebens-/Krankenversicherungen. Das Eintreten einer schweren globalen Pandemie ist zwar das größte Kumulrisiko in der Kategorie Leben/Gesundheit, zumal Pandemien in Lebens- und Krankenversicherungen selbstverständlich nicht ausgeschlossen sind. Von einer schweren globalen Pandemie mit mehreren hunderttausend Opfern weltweit gehen wir momentan allerdings nicht aus. Selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall einer weltweiten Pandemie im Ausmaß eines 200-Jahresereignisses sollte der Umfang der Versicherungsansprüche in etwa dem einer mittelgroßen Naturkatastrophe in der Rückversicherung Schaden/Unfall entsprechen.

Für viele Geschäftszweige (insbesondere Nichtlebensversicherungen wie Betriebsunterbrechungen) war es bisher zudem gängige Marktpraxis, das Risiko eines Pandemieausbruchs von der Versicherungsdeckung auszuschließen. Dennoch und getrieben durch die Versicherung von Großveranstaltungen könnte ein Pandemie-Szenario – in Abhängigkeit von seiner Schwere – auch zu signifikanten, aber kontrollierbaren Verlusten in der Rückversicherung Schaden/Unfall führen.

Mit Blick auf unser Investmentportfolio erwarten wir derzeit – bei weiter vorherrschenden großen Unsicherheiten –, dass die Auswirkungen sinkender Aktienmärkte, niedrigerer Zinsen und höheren Credit-Spreads kontrollierbar bleiben. Sollte eine weltweite Pandemie mit den oben erwähnten Auswirkungen eintreten, können weitergehende Verwerfungen an den Kapitalmärkten und größere Auswirkungen auf unser Ergebnis nicht ausgeschlossen werden. Munich Re ist jedoch in der gegenwärtigen Situation sehr gut kapitalisiert, mit einer der stärksten S2-Ratios unter den europäischen Versicherungsunternehmen.

Gesamtökonomisch rechnen wir derzeit mit größeren Auswirkungen, wobei es sehr davon abhängt, wie schnell das Virus eingedämmt werden kann. Generell sehen wir in den nächsten Wochen bzw. Monaten das Risiko weiterer Volatilität bzw. Verluste in allen Märkten aufgrund der sich verschlimmernden Situation der Corona-Pandemie und des Einbruchs der Ölpreise. Auf längere Sicht dürfte das Fehlen eines sicheren Hafens mit akzeptablem Ertragsniveau als Anlageform den Markt wieder in Risikoanlagen drängen und neue Chancen schaffen.

Munich Re hat 2017 eine eigene global ausgerichtete Geschäftseinheit „Epidemic Risk Solutions“ gegründet. Diese bietet maßgeschneiderte Versicherungsprodukte für Unternehmen (z.B. aus den Bereichen Gastgewerbe/Tourismus, Veranstaltungsorganisation, Baugewerbe, etc.), die momentan stark nachgefragt werden. Vor Ausbruch des neuartigen Coronavirus war die Nachfrage nach diesen spezifischen Produkten noch verhalten gewesen. Nachträglich können sich Unternehmen nicht mehr gegen COVID-19 bei uns versichern.

Die Produkte von Epidemic Risk Solutions decken spezielle Risiken im Zusammenhang mit Epidemien ab, darunter Betriebsunterbrechung, temporäre Standortschließung, Veranstaltungsabsage, Präventionsleistung, und stellen Kunden auch Zugang zu externer Epidemie-Expertise zur Verfügung. Dazu gehören auch die Unterstützung bei der Eindämmung von Auswirkungen laufender Ausbrüche oder bei der Vorbereitung auf künftige Epidemieszenarien durch Virologen und Epidemiologen.

Munich Re ist ein weltweit führender Anbieter von Rückversicherung, Erstversicherung und versicherungsnahen Risikolösungen. Die Unternehmensgruppe besteht aus den Geschäftsfeldern Rückversicherung und ERGO, sowie der Kapitalanlagegesellschaft MEAG. Munich Re ist weltweit und in allen Versicherungssparten aktiv. Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 zeichnet sich Munich Re durch einzigartiges Risiko-Knowhow und besondere finanzielle Solidität aus. Sie bietet ihren Kunden auch bei außergewöhnlich hohen Schäden finanziellen Schutz – vom Erdbeben in San Francisco 1906 bis zur atlantischen Hurrikanserie 2017 und den kalifornischen Waldbränden 2018. Munich Re besitzt herausragende Innovationskraft und ist hierdurch in der Lage, auch außergewöhnliche Risiken wie Raketenstarts, Erneuerbare Energien, Cyberattacken oder Pandemien abzusichern. Munich Re treibt die digitale Transformation innerhalb ihrer Branche in einer führenden Rolle voran und erweitert hierdurch ihre Risikoanalysefähigkeiten sowie ihr Leistungsangebot. Individuelle Lösungen und große Nähe zu ihren Kunden machen Munich Re zu einem weltweit nachgefragten Risikopartner für Wirtschaft, Institutionen und Privatpersonen.

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