Tropische Wirbelsturmbilanz 2014 sehr glimpflich – Für 2015 werden die Karten neu gemischt

01.12.2014

Die Hurrikansaison im Nordatlantik ist 2014 deutlich glimpflicher verlaufen als im Durchschnitt der seit 20 Jahren anhaltenden Warmphase, die von höherer Hurrikanaktivität geprägt ist. Im Pazifik gab es im Osten sehr viele tropische Wirbelstürme, die aber nicht so schadenrelevant sind, da sie meistens nicht auf Land treffen. Im Nordwestpazifik gingen trotz einer insgesamt unterdurchschnittlichen Saison ungewöhnlich viele Taifune in Japan an Land.

München. Prof. Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re, sagte: „Die beobachteten Muster passen gut zu dem, was in einer entstehenden El-Niño-Phase erwartet werden kann. Diese Ausprägung der Klimaschaukel ENSO im Pazifik beeinflusst verschiedene Wetterextreme auf der ganzen Welt.“ Wissenschaftler erwarten, dass die nun vorherrschende schwache El-Niño-Phase noch etwa bis Mitte 2015 anhalten dürfte. „Sollten dann ab Mitte 2015 wieder neutrale ENSO-Bedingungen vorherrschen, würde kein dämpfender Effekt für Hurrikane im Atlantik mehr bestehen. Da zum Höhepunkt der Tornadosaison in den USA (März bis Mai) wahrscheinlich noch El Niño-Bedingungen zu erwarten sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer aktiveren Tornado-Saison in den USA höher“, so Höppe weiter.

Im Nordatlantik waren die Wassertemperaturen niedriger als im Durchschnitt. Zudem hemmten atmosphärische Bedingungen wie geringere Luftfeuchtigkeit und stärkere Scherwinde die Entstehung von tropischen Wirbelstürmen. Im Ostpazifik entstanden dagegen überdurchschnittlich viele Wirbelstürme, zwei davon trafen direkt beziehungsweise beinahe Hawaii mitten im Pazifik. Mit Hurrikan Odile erreichte der seit Beginn der Satellitenüberwachung stärkste Hurrikan die Halbinsel Baja California und führte dort zu größeren Zerstörungen. Im Nordwestpazifik lag die Zahl der Wirbelstürme insgesamt unter dem Durchschnitt, jedoch trafen ungewöhnlich viele die japanische Küste. „Auch das passt zu El-Niño-Bedingungen, da dann die Stürme häufig eine nördlichere Zugbahn nehmen“, sagte Höppe.

Die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch tropische Wirbelstürme bis zum offiziellen Ende der Hurrikansaison Ende November betrug 2014 etwas über 20 Mrd. US$, deutlich weniger als im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre von preisbereinigt 57 Mrd. US$. Die versicherten Schäden dürften bei etwa 3 Mrd. US$ liegen verglichen mit dem Durchschnitt von 24 Mrd. US$. Teuerstes Ereignis war der Zyklon Hudhud Anfang Oktober in Indien mit einem Gesamtschaden von etwa 7 Mrd. US$.

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