Wieder Schiffe gekapert: die Bedrohung durch Piraten hält an

02.11.2010

Vor Kurzem wurde der deutsche Frachter Beluga Fortune vor der Küste Kenias von somalischen Piraten gekapert. Gleiches widerfuhr dem Tanker MV York, der unter der Flagge Singapurs ungefähr zur selben Zeit in diesen Gewässern unterwegs war. Diese Ereignisse machen deutlich: Reeder müssen wachsam sein und gut ausgebildete Crews einsetzen. Und: Nach wie vor ist es wichtig, sich ausreichend gegen mögliche Piratenangriffe zu versichern.

 

Beluga Fortune
dpa
Quelle: Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, ISL, Bremen Das Foto zeigt den Frachter MS „Beluga Felicity“ - das baugleiche Schwesterschiff „Beluga Fortune“ wurde vor der somalischen Küste von Piraten attackiert.

Dank des schnellen Reagierens der Crew und eines Rettungseinsatzes der Bundeswehr sowie der internationalen Streitkräfte der EU-Antipiraten-Mission Atalanta war die Besatzung der Beluga Fortune nach 36 Stunden bereits wieder frei. Die MV York hatte weniger Glück: Sie ist nach wie vor in Piratenhand, wie 18 weitere Schiffe mit insgesamt 425 Besatzungsmitgliedern, die mittlerweile seit durchschnittlich über vier Monaten in Geiselhaft sind.

Hinter der erfolgreichen Befreiung der Beluga Fortune steht ein Konzept, das Munich Re seit Jahren propagiert: die so genannte Zitadellen-Taktik. Die Besatzung zieht sich bei einem Piratenangriff in einen sicheren Raum an Bord (eine Art „Panikraum“) zurück, in dem sie sich wie in einer Zitadelle verschanzt. Während die Funkverbindung und die GPS-Systeme zur Ortung des Schiffes funktionsfähig bleiben, werden Steuerung und Brennstoffzufuhr sowie weitere Funktionen, die für den Betrieb des Schiffes notwendig sind, lahmgelegt. Derartige Sicherheitsvorkehrungen sowie regelmäßige Übungen, damit die Besatzung im Ernstfall besonnen reagiert, können darüber entscheiden, ob es Piraten letztlich gelingt, ein Schiff in ihre Gewalt zu bekommen.

Seit das Zitadellen-Konzept eingeführt wurde und eine internationale Task Force in den Gewässern vor Somalia patrolliert, konnten Piratenangriffe häufiger abgewehrt werden. Das heißt aber nicht, dass die Gefahr vorüber ist.

Dieter Berg, Abteilungsleiter Marine Underwriting bei Munich Re: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Piraterie – insbesondere im Indischen Ozean – nicht zurückgeht. Im Gegenteil: Die Bedrohung nimmt sogar zu. Die Piraten haben heute einen größeren Aktionsradius, sind besser bewaffnet und ausgerüstet. Ermutigend ist aber, dass den Reedereien immer mehr bewusst wird, wie wichtig es ist, die Besatzung für den Ernstfall zu schulen und auf den Schiffen Schutzvorkehrungen gegen Piratenangriffe zu treffen. Die jüngsten Vorfälle haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, Panikräume an Bord einzurichten. Sondereinsatzkräfte der Marine können dann das Schiff befreien, ohne die Besatzung zu gefährden.“

 

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