Europäische Versicherer fordern Schutz des Wettbewerbs und risikoorientierte Aufsicht

24.02.2009

Das Paneuropäische Versicherungsforum (Pan European Insurance Forum, PEIF) spricht sich für sorgsam ausbalancierte regulatorische Konsequenzen als Reaktion auf die Finanzkrise aus. Die wesentlichen Forderungen und Vorschläge haben die dem PEIF angehörenden Vorstandsvorsitzenden führender europäischer Versicherungsunternehmen in dem Diskussionspapier "Insurance View: Regulatory Consequences of Financial Crisis" zusammengefasst.

Nach den ersten Reaktionen der Politik drängen die Versicherer auf eine ausgewogene Reform der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen im Finanzsektor. So soll sich eine zukünftige Regulierung von Finanzdienstleistern noch stärker an Risiken orientieren und gutes Risikomanagement honorieren, so wie es der Entwurf der EU-Kommission für die Europäische Solvabilitätsrichtlinie Solvency II für die Versicherungswirtschaft vorsieht. Die Aufsichtssysteme sollen der zunehmenden Internationalisierung der Unternehmen angepasst werden, große Unternehmen statt von vielen nationalen Behörden durch eine Gruppenaufsicht effizienter beaufsichtigt werden.

Mehr Transparenz fordern die Versicherer insbesondere bei strukturierten Finanzprodukten. Diese hatten wesentlich zur Finanzkrise beigetragen, weil die in ihnen gebündelten Risiken für Händler und Käufer kaum mehr erfassbar waren.

Ein Risiko für den Wettbewerb sehen die PEIF-Mitglieder in den staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise. Bei den umfangreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen müsse sehr genau darauf geachtet werden, dass der Wettbewerb nicht verzerrt werde, wenn einzelne Unternehmen oder Branchen bevorzugt werden. Die Maßnahmen müssen daher im Einklang mit den europäischen Wettbewerbsregeln stehen, zeitlich befristet sein und klare Ausstiegsregeln vorsehen.

"Alle Beteiligten dürfen bei ihren Reaktionen auf die Finanzkrise nicht vergessen, dass sich das Geschäftsmodell der Versicherungsindustrie in wesentlichen Punkten von dem der anderen Finanzdienstleister unterscheidet", erklärte der Vorsitzende des PEIF und Vorstandsvorsitzende der AXA, Henri de Castries. "Versicherungsunternehmen generieren nicht diese Art von systemischen Risiken, wie sie im Bankgeschäft entstehen."

Das Versicherungsforum PEIF will das Vertrauen in den Finanzsektor wiederherstellen sowie ein stabiles und tragfähiges Finanzsystem schaffen. Die Mitglieder begrüßen daher die aktuelle Debatte über die Neuordnung des regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmens im EU-Finanzsektor.

München, 24. Februar 2009

Paneuropäisches Versicherungsforum:

Das Pan-European Insurance Forum (PEIF) besteht aus den Vorstandsvorsitzenden führender Versicherungsunternehmen in Europa (AEGON, Allianz, AVIVA, AXA, GENERALI, ING, MAPFRE, Munich Re, RSA, Swiss Re, UNIQA und ZURICH Financial Services).

Der PEIF-Vorsitz rotiert im zweijährigen Rhythmus. Derzeit hat die AXA diesen Vorsitz inne. Die PEIF-Mitglieder setzen sich für einen wettbewerbsintensiven und vollständig integrierten Versicherungsmarkt in Europa ein.

Folgende PEIF-Mitglieder unterstützen diese Stellungnahme:

  • Sergio Balbinot – Managing Director – Assicurazioni Generali S.p.A
  • Henri de Castries – Chief Executive Officer, Chairman of the Management Board – AXA Group
  • Michael Diekmann – Chairman of the Board of Management – Allianz SE
  • Andrew Haste – Group Chief Executive – RSA Insurance Group plc
  • Dr. Konstantin Klien – Chief Executive Officer und Chairman – UNIQA Versicherungen AG
  • Stefan Lippe – Chief Executive Officer – Swiss Re
  • José Manuel Martinez – Chairman und Chief Executive Officer – MAPFRE
  • Andrew Moss – Chief Executive Officer – AVIVA plc
  • James J. Schiro – Chief Executive Officer – Zurich Financial Services
  • Dr. Nikolaus von Bomhard – Chairman of the Board of Management – Munich Re
  • Alex Wynaendts – Chairman of the Executive Board – AEGON N.V.

Insurance View – Regulatory Consequences of Financial Crisis (englisch) (PDF, 537 KB)

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