Munich Re erzielt zum Halbjahr Rekordgewinn von fast 4 Mrd. €
07.08.2026
Gruppe
- Q2-Konzernergebnis bei 2,2 Mrd. €, Jahresgewinnziel unverändert bei 6,3 Mrd. €
- Ergebnistreiber in Q2: gute operative Entwicklung aller Geschäftssegmente, sehr niedrige Großschadenbelastung in der Rückversicherung Schaden/Unfall (Schaden-Kosten-Quote: 68,9 %) und sehr starkes Investmentergebnis (Kapitalanlagerendite: 5,5%)
- Rückversicherung Leben/Gesundheit mit versicherungstechnischem Gesamtergebnis in Q2 von 528 Mio. €; Abschluss der bisher größten Transaktion im Bereich Langlebigkeit im ersten Halbjahr
- Global Specialty Insurance mit guter Schaden-Kosten-Quote (88,9 %) und Wachstumsopportunitäten in den Bereichen US-Immobilien, Berufshaftpflicht sowie bei Kautionsversicherungen in Europa
- Ergebnisbeitrag von ERGO von 321 Mio. € in Q2 – deutlich über der anteiligen Jahreserwartung
- Juli-Erneuerung mit Fokus auf Profitabilität und Portfolio-Optimierung: risikoadjustierter Preisrückgang um 5,5 %, Volumenreduktion um 9,1 % bei weitgehend stabilen Vertragsbedingungen & -konditionen
Mit einem exzellenten Halbjahresergebnis von 3,9 Mrd. € ist Munich Re auf sehr gutem Weg, das Jahresziel von 6,3 Mrd. € zu erreichen. Dank unserer starken Bilanz, höherer Investmenterträge und steigender Ergebnisbeiträge unserer weniger volatilen Geschäftssegmente können wir den Marktzyklus in der Rückversicherung Schaden/Unfall aus einer Position der Stärke steuern. Auf Geschäft, für das wir keine risikoadäquaten Preise erhalten, verzichten wir bewusst. Unseren Kunden stehen wir weiterhin langfristig als verlässlicher Partner zur Seite, auch nach größten Schadenereignissen. Die genannten Stärken unterstreichen unsere Ambition, bis 2030 eine Eigenkapitalrendite von über 18 % und einen Anstieg des Ergebnisses pro Aktie von durchschnittlich mehr als 8 % pro Jahr zu erreichen.
Zusammenfassung der Q2-Zahlen
In Q2 2026 erzielte Munich Re ein Konzernergebnis in Höhe von 2.211 (2.085) Mio. €, im ersten Halbjahr von 3.925 (3.178) Mio. €. Neben einer sehr geringen Großschadenbelastung in der Rückversicherung Schaden/Unfall trug ein sehr starkes Kapitalanlageergebnis zu diesem Ergebnis bei.
Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen stieg in Q2 im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht auf 14.939 (14.775) Mio. €. Bereinigt um negative Währungseffekte erhöhte sich der Versicherungsumsatz auch in Q1-2 auf 30.853 Mio. €; unter Berücksichtigung dieser Effekte sank er auf 29.957 (30.586) Mio. €.
Das versicherungstechnische Gesamtergebnis ging nach einem außergewöhnlich hohen Ergebnis im Vorjahresquartal auf 2.545 (3.035) Mio. € zurück. Das Währungsergebnis verbesserte sich auf -2 (-602) Mio. €. Der Vorjahreswert war insbesondere aufgrund von Währungsverlusten durch die Schwäche des US-Dollars belastet. Das operative Ergebnis lag bei 2.795 (2.917) Mio. €. Die Steuerquote belief sich auf 19,0 (27,2) %.
Das Eigenkapital lag mit 33.727 Mio. € leicht über dem Niveau zu Jahresbeginn (33.421 Mio. €). Die Solvenzquote1 lag bei 304 % (31.12.2025: 298 %) und damit weit oberhalb des Mindestniveaus von 200 %.
In Q2 2026 betrug die annualisierte Eigenkapitalrendite (Return on Equity, RoE) 25,5 (25,5) %, in Q1-2 23,0 (19,7) %.
Rückversicherung: Ergebnis von 1.890 Mio. €
Das Geschäftsfeld Rückversicherung trug in Q2 1.890 (1.834) Mio. € zum Konzernergebnis bei, in Q1-2 3.369 (2.687) Mio. €. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen betrug in Q2 9.442 (9.629) Mio. €. Das versicherungstechnische Gesamtergebnis fiel auf 1.965 (2.418) Mio. €, das operative Ergebnis auf 2.386 (2.561) Mio. €.
Die Rückversicherung Schaden/Unfall erzielte ein Segmentergebnis von 1.252 (1.193) Mio. €. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen verringerte sich auf 4.044 (4.513) Mio. €. Die Schaden-Kosten-Quote lag bei 68,9 (61,0) % des Versicherungsumsatzes (netto).
In Q2 verzeichnete Munich Re Großschäden in Höhe von 191 (-87) Mio. € nach Retrozessionen und vor Steuern. Der genannte Betrag beinhaltet Gewinne und Verluste aus der Abwicklung für Großschäden aus vergangenen Jahren. Das Vorjahresquartal war in noch größerem Maße begünstigt durch eine niedrige Großschadenlast sowie Auflösungen von Schadenreserven aus den Vorjahren. Die Großschadenbelastung entspricht einem Anteil von 4,9 (-2,0) % des Versicherungsumsatzes (netto) und lag damit deutlich unter dem erwarteten Wert von 18 %. Die Belastungen durch Großschäden aus Naturkatastrophen lagen bei 54 (20) Mio. €. Die von Menschen verursachten Großschäden summierten sich auf 137 (-107) Mio. €. Die genannten großschadenbezogenen Daten umfassen Effekte aus der Diskontierung und der risikobedingten Anpassung.
Erneuerung zum 1. Juli 2026
Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli 2026 wurde vor allem Geschäft in Nord- und Südamerika, Australien sowie mit globalen Kunden gezeichnet. Dabei ging das Geschäftsvolumen auf 2,9 Mrd. € (-9,1 %) zurück. Munich Re hat konsequent Geschäft nicht erneuert oder gezeichnet, das nicht den erforderlichen Preisen und Bedingungen entsprach. Daneben haben Preisrückgänge das Volumen reduziert. Die Qualität des Portfolios ist dank weitgehend stabiler Vertragsbedingungen und -konditionen weiterhin hoch.
Die Preise zeigten insgesamt eine rückläufige Entwicklung. Teilweise gestiegene Schadeneinschätzungen, bedingt vor allem durch Inflation und andere Schadentrends, konnten jedoch weitgehend kompensiert werden. Insgesamt ist das Preisniveau für das Portfolio von Munich Re trotz eines Rückgangs um 5,5 % weiterhin gut. Diese Angaben zur Preisentwicklung sind, wie immer, risikoadjustiert. Das heißt, Preisveränderungen, die auf einer geänderten Risiko- und Schadenerwartung beruhen, sind einkalkuliert.
Für die nächste Erneuerungsrunde im Januar erwartet Munich Re ein Marktumfeld, in dem trotz der hohen Wettbewerbsintensität das nach wie vor gute Preisniveau und die erzielten Verbesserungen in den Vertragsbedingungen weitgehend gehalten werden können. Als breit diversifizierte Versicherungsgruppe und durch den konsequenten Ausbau weniger zyklusabhängiger bzw. weniger volatiler Geschäftsbereiche in den vergangenen Jahren ist Munich Re zudem strategisch auch für weichere Marktphasen in der Schaden/Unfall-Rückversicherung sehr gut aufgestellt.
Die Rückversicherung Leben/Gesundheit erzielte in Q2 ein versicherungstechnisches Gesamtergebnis von 528 (305) Mio. €. Das Segmentergebnis stieg auf 489 (344) Mio. €. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen betrug 3.346 (3.094) Mio. €. Zu diesem Wachstum trug insbesondere das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgebaute Geschäft mit Großtransaktionen von Lebensbeständen bei. Im ersten Halbjahr 2026 wurde die bisher größte Einzeltransaktion im Bereich Langlebigkeit über Rentenverbindlichkeiten in Höhe von 4 Mrd. € abgeschlossen.
Das Segment Global Specialty Insurance (GSI) erzielte ein Segmentergebnis von 149 (296) Mio. €. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen betrug 2.053 (2.022) Mio. €. Bereinigt um Währungseffekte stieg der Versicherungsumsatz in Q1-2 um rund 3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich auf 88,9 (77,9) % des Versicherungsumsatzes (netto), nachdem das Vorjahresquartal von einer besonders niedrigen Großschadenbelastung profitierte. Neue Geschäftsmöglichkeiten für die Spezialversicherung ergeben sich derzeit z. B. in den Bereichen US-Immobilien, Berufshaftpflicht sowie bei Kautionsversicherungen in Europa. Im Wachstumsfeld künstliche Intelligenz hat der zu GSI gehörige Spezialversicherer HSB im ersten Halbjahr eine neue Haftpflichtversicherung eingeführt, die Unternehmen vor Klagen schützt, die sich aus dem Einsatz von KI-Technologien ergeben.
ERGO: Ergebnis von 321 Mio. €
In Q2 verzeichnete Munich Re im Geschäftsfeld ERGO im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutlich höheres Ergebnis von 321 (251) Mio. €, in Q1-2 von 556 (492) Mio. €. Dieser Anstieg wurde wesentlich durch ein sehr hohes Kapitalanlageergebnis begünstigt. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen legte in Q2 deutlich auf 5.497 (5.146) Mio. € und in Q1-2 auf 11.168 (10.706) Mio. € zu. Neben organischem Wachstum in Deutschland und internationalen Märkten trug die erstmalige Berücksichtigung von ERGO NEXT zu diesem Anstieg bei.
Das Segment ERGO Deutschland steigerte das Ergebnis signifikant auf 235 (155) Mio. €. Dies ist vor allem einem höheren Beitrag aus dem Kapitalanlageergebnis von Schaden/Unfall Deutschland, insbesondere aufgrund der starken Entwicklung der Private Equity Investments, zu verdanken. Das versicherungstechnische Ergebnis des Segments ging im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht zurück. Im Schaden/Unfall-Geschäft wurden die versicherungstechnischen Reserven weiter gestärkt. In Leben/Gesundheit Deutschland lagen die anteilige Auflösung der vertraglichen Servicemarge und das versicherungstechnische Ergebnis aus dem kurz laufenden Gesundheits- und Reisegeschäft auf dem erwarteten Niveau.
Das Segment ERGO International erzielte ein Ergebnis von 86 (96) Mio. €. Hierzu trugen maßgeblich die großen europäischen Gesellschaften bei. Das versicherungstechnische Ergebnis lag auf dem erwarteten Niveau. Die Auflösung der vertraglichen Servicemarge in Leben/Gesundheit International blieb stabil und wurde maßgeblich durch das spanische Gesundheitsgeschäft sowie das Leben- und Gesundheitsgeschäft in Belgien getrieben. Das internationale Schaden/Unfall-Geschäft erzielte gegenüber dem Vorjahresquartal einen leichten Anstieg des versicherungstechnischen Ergebnisses.
Das versicherungstechnische Gesamtergebnis des Geschäftsfelds betrug 581 (617) Mio. €, das operative Ergebnis stieg auf 409 (357) Mio. €. Die Schaden-Kosten-Quote lag in Schaden/Unfall Deutschland in Q2 bei 90,2 (89,1) %; in Q1-2 sank sie leicht auf 88,4 (88,9) % und lag damit unter dem Niveau des Zielwerts für das Gesamtjahr. Im Segment ERGO International betrug die Schaden-Kosten-Quote in Q2 89,9 (89,5) %, in Q1-2 lag sie bei 89,7 (89,3) %.
Kapitalanlagen: Kapitalanlageergebnis bei 3.159 Mio. €
Das Kapitalanlageergebnis von Munich Re stieg in Q2 auf 3.159 (2.187) Mio. €. Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen stiegen auf 2.315 (2.222) Mio. €. Der Saldo aus Zu- und Abschreibungen lag bei -44 (-28) Mio. €. Der Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus dem Abgang von Kapitalanlagen betrug -84 (76) Mio. €. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts verbesserte sich auf 1.174 (84) Mio. €. Das höhere Kapitalanlageergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal ist vor allem auf die deutlich höheren beizulegenden Zeitwerte zurückzuführen. Insbesondere die Aktienbestände profitierten von steigenden Kursen an den Kapitalmärkten. Gegenläufig wirkten sich die Ergebnisse aus Sicherungsderivaten aus. Zudem wurden im Rahmen der laufenden Portfoliooptimierung leichte Verluste aus dem Verkauf festverzinslicher Wertpapiere realisiert.
Das Kapitalanlageergebnis in Q2 entspricht insgesamt einer Rendite von 5,5 % bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios. Die laufende Rendite lag bei 4,0 % und die Wiederanlagerendite bei 4,3 %. Die Aktienquote einschließlich aktienbezogener Derivate betrug zum 30.06.2026 3,6 % (31.12.2025: 3,1 %). Der Bestand an Kapitalanlagen betrug zum 30.6.2026 zu Buchwerten 225.228 (222.747) Mio. €.
Ausblick 2026: Jahresziel unverändert bei 6,3 Mrd. €
Munich Re erwartet für die kommenden Quartale weiterhin positive Geschäftsmöglichkeiten und strebt für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin ein Konzernergebnis von 6,3 Mrd. € an. Auf Basis der Geschäftsentwicklung wird in der Rückversicherung nun ein Versicherungsumsatz von 38 Mrd. € (vormals 40 Mrd. €) erwartet. Der für die Gruppe prognostizierte Versicherungsumsatz liegt damit bei 62 Mrd. € (vormals 64 Mrd. €). Die weiteren im Konzerngeschäftsbericht 2025 kommunizierten Erwartungen für das Jahr 2026 sind unverändert gültig.
Alle Zahlenangaben sind gerundet. Alle Prognosen und Ziele stehen wie üblich unter dem Vorbehalt erhöhter Unsicherheiten aus geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, eines erwartungsgemäßen Großschadenverlaufs, der Gewinn- und Verlustauswirkungen gravierender Währungs- und Kapitalmarktbewegungen sowie signifikanter Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen und anderer Sondereffekte.
Munich Re ist ein weltweit führender Anbieter von Rückversicherung, Erstversicherung und versicherungsnahen Risikolösungen. Die Unternehmensgruppe besteht aus den Geschäftsfeldern Rückversicherung und ERGO sowie dem Vermögensmanager MEAG. Munich Re ist weltweit und in allen Versicherungssparten aktiv. Das Unternehmen zeichnet sich seit der Gründung im Jahr 1880 durch einzigartiges Risiko-Knowhow und besondere finanzielle Solidität aus. Mit diesen Stärken unterstützt Munich Re die Geschäftsinteressen der Kunden und den technischen Fortschritt. Munich Re entwickelt Deckungen für neuartige Risiken wie Raketenstarts, erneuerbare Energien, Cyberrisiken oder künstliche Intelligenz. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Munich Re einen Versicherungsumsatz von 60,4 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von 6,1 Mrd. Euro. Weltweit beschäftigt Munich Re rund 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 31. Dez. 2025).
Disclaimer
Diese Medieninformation enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf derzeitigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Munich Re beruhen. Bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung unserer Gesellschaft, insbesondere die Ergebnisse, die Finanzlage und die Geschäfte, wesentlich von den hier gemachten zukunftsgerichteten Aussagen abweicht. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder sie an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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