Quartalsmitteilung: Gewinnziel 2021 trotz Hurrikan und Sturzflut erreichbar

09.11.2021

Gruppe

  • Anhaltend starke geschäftliche und finanzielle Entwicklung – Munich Re erzielt einen Gewinn von rund 2,1 Mrd. € in Q1-3, davon rund 0,4 Mrd. € in Q3
  • Hurrikan Ida und Sturmtief Bernd verursachen Schäden von 1,2 Mrd. € bzw. 0,6 Mrd. €
  • Covid-19 führt in der Rückversicherung Leben/Gesundheit zu Schäden von rund 170 Mio. € in Q3, kaum zusätzliche Belastungen in der Schaden/Unfall-Rückversicherung
  • Hohe Gewinne aus Kapitalanlagen und Währungseffekten
Christoph Jurecka
Wir alle haben die entsetzlichen Bilder der Zerstörung durch Hurrikan Ida und Sturmtief Bernd immer noch vor Augen. Staat, Wirtschaft und Individuen sollten jede Anstrengung zur Erreichung der Pariser Klimaziele unternehmen, so dass der Klimawandel gebremst und die Wahrscheinlichkeit solcher Naturkatastrophen nicht weiter erhöht wird. Der Klimakonferenz in Glasgow müssen Taten folgen. Munich Re wird seine ambitionierten CO₂-Reduktionsziele bei den Investments, im Versicherungsgeschäft und im eigenen Betrieb konsequent umsetzen. 1,8 Mrd. € werden die beiden Ereignisse Ida und Bernd Munich Re voraussichtlich kosten. Unser Jahresziel von 2,8 Mrd. € bleibt dennoch in Reichweite, dank einer erfreulichen operativen Performance und hohen Ergebnissen aus Kapitalanlagen.
Christoph Jurecka
Finanzvorstand

Zusammenfassung der Q3 Zahlen

In Q3 2021 erzielte Munich Re einen Gewinn von 366 (199) Mio. €, in Q1-3 von 2.061 (999) Mio. €. Geprägt war das Quartal durch hohe Schäden aus Naturkatastrophen: Der Hurrikan Ida verursachte Schäden von 1,2 Mrd. €, das Sturmtief Bernd von 0,6 Mrd. €, davon 0,1 Mrd. € bei ERGO. Im Quartalsergebnis schlugen sich ferner über den Erwartungen liegende Covid-19-bedingte Belastungen von rund 170 Mio. € im Segment Rückversicherung Leben/Gesundheit nieder. Insbesondere in den USA, in Indien und Südafrika entstanden erneut hohe Schäden. In der Schaden/Unfall-Rückversicherung lagen die Covid-19-bedingten Belastungen dagegen deutlich unter den Erwartungen, es waren nahezu keine Pandemieschäden in Q3 mehr zu verzeichnen. Im Geschäftsfeld ERGO fielen in Q3 Covid-19-bedingte Ergebnisbelastungen von 12 Mio. € an. Insgesamt summieren sich die Covid-19-bedingten Belastungen im Geschäftsfeld Rückversicherung auf rund 680 Mio. € in Q1-3, davon rund 470 Mio. € in der Rückversicherung Leben/Gesundheit und rund 210 Mio. € in der Schaden/Unfall-Rückversicherung. In den ersten neun Monaten fielen bei ERGO nur geringfügige Belastungen aus Covid-19 an.

Im Geschäftsfeld Rückversicherung rechnet Munich Re für das Gesamtjahr 2021 nun mit Covid-19-bedingten Schäden von ca. 800 Mio. € (vorher rund 700 Mio. €), davon werden im Segment Rückversicherung Leben/Gesundheit rund 600 Mio. € (vorher rund 400 Mio. €) und im Segment Schaden/Unfall-Rückversicherung rund 200 Mio. € (vorher rund 300 Mio. €) erwartet. Im Geschäftsfeld ERGO werden für das Gesamtjahr Covid-19 bedingte Ergebnisbelastungen von ca. 20-30 Mio. € erwartet.

Das operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 204 (353) Mio. €. Das sonstige nicht operative Ergebnis betrug -18 (-31) Mio. €. Das Währungsergebnis lag bei 242 (-100) Mio. €, insbesondere aufgrund von Währungsgewinnen durch den US-Dollar und in einigen Emerging Markets. Die Steuerquote belief sich auf 4,7 (-19,4) %. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen deutlich um 9,4 % auf 15.480 (14.150) Mio. €, in Q1-3 um 8,3 % auf 44.673 (41.261) Mio. €.

Das Eigenkapital lag mit 30.055 Mio. € leicht über dem Niveau zu Jahresbeginn (29.994 Mio. €). Die Solvenzquote beträgt ca. 231 % (31.12.2020: 208 %) und befindet sich damit oberhalb des optimalen Bereichs (175 % - 220 %).   

In Q3 2021 wurde eine annualisierte Eigenkapitalrendite (Return on Equity, RoE) von 6,3 (3,6) % verdient, in Q1-3 lag der RoE bei 12,1 (5,9) %.

Rückversicherung: Ergebnis von 232 Mio. €

Das Geschäftsfeld Rückversicherung trug in Q3 232 (63) Mio. € zum Konzernergebnis bei, in Q1-3 waren es 1.594 (619) Mio. €. Das operative Ergebnis betrug in Q3 13 (55) Mio. €. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen deutlich auf 11.160 (9.926) Mio. €.

Das Rückversicherungsgeschäft Leben/Gesundheit erzielte in Q3 einen Gewinn von 94 (86) Mio. €. Die Beitragseinnahmen betrugen 3.164 (3.127) Mio. €. Das versicherungstechnische Ergebnis, einschließlich des Ergebnisses aus Versicherungsverträgen mit nicht signifikantem Risikotransfer, lag bei 9 (56) Mio. €.

Die Schaden/Unfall-Rückversicherung erzielte in Q3 einen Ergebnisbeitrag von 138 (-23) Mio. €. Das Prämienvolumen stieg kräftig auf 7.997 (6.798) Mio. €. Die Schaden-Kosten-Quote betrug 112,8 (112,2) % der verdienten Nettobeiträge, in Q1-3 lag sie bei 100,9 (106,1) %.

Die Gesamtbelastung durch Großschäden von je über 10 Mio. € ist in Q3 auf 1.974 (1.518) Mio. € gestiegen. Diese Beträge beinhalten wie üblich Gewinne und Verluste aus der Abwicklung für Großschäden aus vergangenen Jahren. Die Großschadenbelastung entspricht einem Anteil von 29,6 (26,7) % der verdienten Nettobeiträge und lag damit sowohl in Q3 als auch in Q1-3 (17,6%) deutlich über dem im langfristigen Mittel erwarteten Wert von 12 %. Die von Menschen verursachten Großschäden sanken zwar auf 245 (1.045) Mio. €, insbesondere aufgrund deutlich zurückgegangener Schäden durch Covid-19. Die Belastung durch Großschäden aus Naturkata-strophen stiegen dagegen deutlich auf 1.729 (474) Mio. €, vor allem infolge des Hurrikan Ida.

In Q3 konnten Rückstellungen für Basisschäden aus Vorjahren in Höhe von 265 (226) Mio. € aufgelöst werden; dies entspricht 4,0 (4,0) % der verdienten Nettobeiträge. Auch weiterhin strebt Munich Re an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass später Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind. 

ERGO: Ergebnis von 134 Mio. €

In Q3 verzeichnete Munich Re im Geschäftsfeld ERGO einen Gewinn von 134 (136) Mio. €, in Q1-3 von 467 (381) Mio. €. Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds ERGO betrug 191 (297) Mio. €.

Das gute Q3-Ergebnis wird insbesondere durch das Segment ERGO Leben/Gesundheit Deutschland geprägt. Das Segment erreichte ein Ergebnis von 80 (31) Mio. €, bedingt durch die weiterhin gute operative Performance in Gesundheit, geringe Schäden in der Reiseversicherung sowie ein hohes Kapitalanlage- und Währungskursergebnis. Das Segment ERGO International erzielte ein Ergebnis von 32 (57) Mio. €. Die Auswirkungen von Covid-19 in Indien sowie Großschäden im Baltikum und Österreich konnten durch die weiterhin gute operative Entwicklung vor allem in Polen und Spanien teilweise kompensiert werden. Das Ergebnis des Segments ERGO Schaden/Unfall Deutschland sank auf 21 (48) Mio. €. Schäden aus Naturkatastrophen konnten durch fortgesetztes Wachstum, die starke operative Entwicklung und ein höheres Kapitalanlageergebnis weitestgehend abgemildert werden.

Die Schaden-Kosten-Quoten befinden sich trotz Großschäden weiterhin auf einem guten Niveau. Bedingt durch Schäden aus Naturkatastrophen, insbesondere durch Sturmtief Bernd, stieg die Schaden-Kosten-Quote im Segment Schaden/Unfall Deutschland in Q3 auf 95,6 (90,9) %, in Q1-3 auf 94,1 (92,2) %. Im Segment International blieb die Schaden-Kosten-Quote in Q3 trotz Großschäden nahezu konstant bei 92,3 (92,5) %, in Q1-3 bei 92,8 (92,6) %.

Die gesamten Beitragseinnahmen stiegen in Q3 auf 4.539 (4.418) Mio. €; die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich auf 4.319 (4.224) Mio. €. 

Kapitalanlagen: Kapitalanlageergebnis bei 2.107 Mio. €

Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) stieg in Q3 auf hohe 2.107 (1.691) Mio. €. Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen gingen leicht auf 1.507 (1.536) Mio. € zurück. Der Saldo aus Veräußerungsgewinnen und -verlusten ohne Derivate betrug 881 (644) Mio. €. Veräußerungsgewinne entstanden durch den Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren und Aktien, auch im Zusammenhang mit der Auslagerung einzelner Aktivitäten an externe Vermögensverwalter, sowie durch normale Portfolioumschichtungen im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Das Derivateergebnis betrug 61 (-65) Mio. €. Der Saldo aus Zu- und Abschreibungen verbesserte sich auf -168 (-265) Mio. €.

Das Kapitalanlageergebnis in Q3 entspricht insgesamt einer Rendite von 3,3 % bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios. Die laufende Rendite lag bei 2,4 % und die Wiederanlagerendite bei 1,4 %. Durch Zukäufe in der Erst- und Rückversicherung sowie aufgrund der positiven Marktentwicklung hat Munich Re ihre Aktienquote einschließlich aktienbezogener Derivate zum 30.09.2021 auf 7,2 % (31.12.2020: 6,0 %) erhöht.

Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) zum 30.09.2021 stieg im Vergleich zum Jahresende 2020 zu Buchwerten auf 236.668 (232.950) Mio. € (zu Marktwerten: 252.883 Mio. €, Vorjahreswert: 252.789 Mio. €).

Ausblick 2021: Jahresziel unverändert bei 2,8 Mrd. €

In der Rückversicherung Leben/Gesundheit prognostiziert Munich Re für das Gesamtjahr ein versicherungstechnisches Ergebnis, einschließlich des Ergebnisses aus Versicherungsverträgen mit nicht signifikantem Risikotransfer, von 200 Mio. € (vorher: 400 Mio. €). Munich Re hatte bereits in der Mitteilung vom 19.10.2021 kommuniziert, das ursprüngliche Ziel für das Gesamtjahr aufgrund der angehobenen Schadenerwartung durch Covid-19 nicht zu erreichen.

In der Schaden/Unfall-Rückversicherung erwartet Munich Re aufgrund der in Q3 eingetretenen hohen Schäden aus Naturkatastrophen eine Schaden-Kosten-Quote von rund 100 % (vorher: 96 %) der verdienten Nettobeiträge.

Im Segment ERGO Schaden/Unfall strebt Munich Re unverändert eine Schaden-Kosten-Quote von rund 92 % der verdienten Nettobeiträge an. Abhängig von der weiteren Großschadenentwicklung besteht allerdings eine erhöhte Unsicherheit, ob dieses Ziel erreicht werden kann.

Alle übrigen im Halbjahresfinanzbericht 2021 kommunizierten Teilziele gelten unverändert fort. Insbesondere strebt Munich Re für das Geschäftsjahr 2021 weiterhin ein Konzernergebnis von 2,8 Mrd. € an.

Alle Prognosen werden erschwert durch die ausgeprägte Volatilität von Kapitalmärkten und Währungskursen sowie durch die erhöhte Unsicherheit hinsichtlich möglicher Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Prognosen sind wie immer vorbehaltlich des Großschadenverlaufs und der Gewinn- und Verlustauswirkungen gravierender Währungskurs- oder Kapitalmarktbewegungen, signifikanter Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen und anderer Sondereffekte.

Munich Re ist ein weltweit führender Anbieter von Rückversicherung, Erstversicherung und versicherungsnahen Risikolösungen. Die Unternehmensgruppe besteht aus den Geschäftsfeldern Rückversicherung und ERGO sowie dem Vermögensmanager MEAG. Munich Re ist weltweit und in allen Versicherungssparten aktiv. Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 zeichnet sich Munich Re durch einzigartiges Risiko-Knowhow und besondere finanzielle Solidität aus. Sie bietet ihren Kunden auch bei außergewöhnlich hohen Schäden finanziellen Schutz – vom Erdbeben in San Francisco 1906 bis zur pazifischen Taifunserie 2019. Munich Re besitzt herausragende Innovationskraft und ist hierdurch in der Lage, auch außergewöhnliche Risiken wie Raketenstarts, erneuerbare Energien oder Cyberattacken abzusichern. Munich Re treibt die digitale Transformation innerhalb ihrer Branche in einer führenden Rolle voran und erweitert hierdurch ihre Risikoanalysefähigkeiten sowie ihr Leistungsangebot. Individuelle Lösungen und große Nähe zu ihren Kunden machen Munich Re zu einem weltweit nachgefragten Risikopartner für Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen.

Disclaimer
Diese Medieninformation enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf derzeitigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Munich Re beruhen. Bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung unserer Gesellschaft, insbesondere die Ergebnisse, die Finanzlage und die Geschäfte, wesentlich von den hier gemachten zukunftsgerichteten Aussagen abweicht. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder sie an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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