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Pressemitteilung

10.05.2004

Rückversicherung

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    • Neue Techniken, kapitalintensive Infrastrukturen und steigende Wertekonzentrationen im Containerverkehr: Immer höhere Risiken fordern die Transportversicherer 

    • Fachwissen und professionelles Underwriting wichtiger denn je

    • Ab 1. Juli gilt weltweit ein einheitlicher Sicherheitscode zum Schutz von Häfen und Schiffen
       

    1966 wurde der regelmäßige Containerverkehr auf dem Nordatlantik aufgenommen. Seither hat dieses Transportsystem den weltweiten Warenverkehr revolutioniert; inzwischen werden über 90 % des Stückgutverkehrs auf See über die genormten "Kisten" abgewickelt. Dazu waren der Aufbau weltumspannender Logistik- und Transportnetzwerke sowie neue und komplexe Infrastrukturen in den Häfen erforderlich. Die Containerschiffe wurden immer größer, die transportierten Werte stiegen noch schneller. Der Verlust einer voll beladenen Einheit kann die Assekuranz heute mehr als 1 Mrd. € kosten, ein Großschaden in einem großen Containerterminal deutlich mehr. Das hohe Schadenpotenzial verteilt sich durch internationale Streuung der Risiken auf viele Märkte. Der Schadenverlauf ist seit Jahrzehnten sehr volatil. Professionelles Underwriting und fachliches Know-how sind wichtiger denn je.

    Das Wachstum im internationalen Containerverkehr lag mit durchschnittlich 8 % in den letzten 25 Jahren erheblich über dem Welthandelswachstum mit durchschnittlich 5 % (jeweils IWF). Treibender Faktor war das Streben nach Kosteneinsparungen, das einen rationelleren, schnelleren Umschlag und Transport der Waren sowie eine stete Zunahme der Schiffsgrößen auslöste. Der Anteil aller mit Containern verschifften Waren ist in Hamburg von 68,6 % im Jahr 1990 auf 96,1 % im Jahr 2003 gewachsen.

    Wertekonzentration und Schadenpotenziale haben immens zugenommen; der Trend zeigt weiter nach oben. Große moderne Containerschiffe mit einer Kapazität von derzeit bis zu 8.500 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) verkörpern Werte von über 1 Mrd. US $ für die Waren- und Kaskoversicherer. Angesichts des Werts eines solchen Schiffes – ca. 300 Mio. €; erheblich größere sind in Planung – würde ein Totalverlust alle bisherigen Großschäden in diesem Bereich übertreffen. Der seit Jahrzehnten defizitären Seekaskoversicherung würde damit eine schwere Belastung zugefügt. Um sich von den völlig unzureichenden Originalbedingungen dieses Markts abzukop-peln, hat die Münchener Rück, so Vorstandsmitglied Christian Kluge vor der Presse, die Rückversicherung dieses Geschäfts seit den 80er-Jahren nicht mehr auf proportionaler Basis übernommen.

    Containerterminals sind je nach geographischer Lage Naturgefahren ausgesetzt, zum Teil auch mehreren gleichzeitig: Erdbeben, Hurrikan, Sturmflut, Hochwasser, Vulkanausbruch, Tsunami. Einer möglichen Kumulierung von Schäden zum Beispiel bei Naturkatastrophen begegnet der internationale Transportversicherungsmarkt durch weltweite Aufteilung und Streuung der Risiken.

    In ihrer Publikation "Container – Transport, Technik, Versicherung" weist die Münchener Rück darauf hin, dass gleichzeitig mit dem Anstieg der Wertekonzentrationen pro Container, Transportmittel und Containerterminal die Gefährdung durch von Menschen verursachte Schäden steigt. Ein besonderes Problem können terroristische Anschläge zum Beispiel auf Containerschiffe oder -häfen sein. Hier müssen die Risiken ständig genau beobachtet werden, zumal die Gefährdung aus der möglichen Anwendung radioaktiver, biologischer oder chemischer Stoffe ebenfalls Gesamtschäden oberhalb der Milliarden-Euro-Marke verursachen kann. Vor diesem Hintergrund fordert der supranationale ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security Code) ab 1. Juli 2004 durchgreifende Sicherheitsmaßnahmen für Terminals, Hafenanlagen und Schiffe. Seit dem 11. September 2001 wird das Terrorrisiko generell nur noch für Güter während des Transportablaufs bzw. bei kurzem Aufenthalt in einem Zwischenlager gedeckt.

    Im Zuge der Globalisierung und der weiter zunehmenden internationalen Arbeitsteilung dürfte der Containertransport vor allem auf den Fernostrouten ein wichtiges Wachstumsfeld bleiben. Um die technischen und organisatorischen Innovationen im Containertransport als Ratgeber und Risikoträger begleiten zu können, benötigen Versicherer und Rückversicherer mehr denn je Expertenwissen. Die Verknüpfung von technischen, logistischen und versicherungsspezifischen Kenntnissen ist Voraussetzung für die Risikobeurteilung und für die selektive Risikoübernahme zu adäquaten Preisen und Bedingungen. Die Münchener Rück geht diesen Weg konsequent, um auch künftig den Einsatz ihres Kapitals optimieren und ihren Kunden maßgeschneiderte Rückversicherungslösungen anbieten zu können.

    Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
    gez. Kluge           gez. Küppers

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