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Hochwasserrisiken nehmen zu
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Hochwasserrisiken nehmen zu

Unterschätzte Naturgefahr, extreme Schäden

Überschwemmungen zerstören regelmäßig Werte in Milliardenhöhe. Alleine im Jahr 2021 betrugen die Schäden durch Hochwasser weltweit rund 90 Mrd. US$, davon waren etwa 20 Mrd. US$ versichert. Das verheerende Hochwasser in Mitteleuropa im Juli 2021 war die teuerste Naturkatastrophe in Europa seit Jahrzehnten - und mit Gesamtschäden von 54 Mrd. US$ (46 Mrd. €) sogar die kostspieligste Überschwemmungskatastrophe aller Zeiten weltweit. 

Hochwasserschäden 2021: Nur rund 22% waren versichert

Gesamtschäden: 90 Mrd. US$

Langfristig betrachtet sind Überschwemmungen nach Stürmen die Naturkatastrophe mit den weltweit höchsten Schäden. Hinzu kommt: Rund um den Globus verändert der Klimawandel in vielen Regionen die Wahrscheinlichkeit für Extremniederschläge. Die Folge: häufigere Sturzfluten und Hochwasserkatastrophen.

Der relativ geringe versicherte Anteil an Hochwasserschäden auch in Industrieländern liegt am in manchen Regionen eingeschränkten Angebot von Versicherungsdeckungen. Aber auch die fehlenden Nachfrage spielt eine Rolle – selbst in bekannt überschwemmungsgefährdeten Gebieten. 

Ein Großteil der Schäden entsteht zudem an öffentlicher Infrastruktur wie Straßen, Bahnlinien, Deichen, Gewässerbetten und Brücken, die meist nicht versichert sind.

Klimawandel verschärft Risikolage

43
Mrd. US$
Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten in Thailand 2011 die höchsten Schäden aller Zeiten durch ein Hochwasser

Ansteigende Temperaturen in der Atmosphäre und der Meeresoberflächen beeinflussen auch Niederschlagsmuster. Da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, steigen die Potenziale für Starkniederschläge. Zahlreiche vom Weltklimarat IPCC analysierte wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass es künftig in vielen Regionen zu mehr extremen Sturzfluten und Flussüberschwemmungen kommen dürfte.

Wissenschaftler analysierten auch die Hochwasserkatastrophe in Europa, die im Juli 2021 nach extremen Niederschlägen vor allem Deutschland traf. Nach ihrer Einschätzung spielte dabei der Klimawandel zumindest eine gewisse Rolle.  

Gleichzeitig gilt Hochwasser als die Naturgefahr, bei der Schutzmaßnahmen wirken. In Europa zum Beispiel sind die um Wertezuwächse bereinigten Gesamtschäden tendenziell bereits gesunken, obwohl es immer wieder zu schweren Überschwemmungen wie zum Beispiel 2002 und 2013 kam. In bestimmten Regionen, zum Beispiel in China, gibt es Hinweise, dass Schutzmaßnahmen zu einem Rückgang der bereinigten Schäden geführt haben.

Vorbeugende Maßnahmen

Durch die Zunahme von Starkniederschlägen rücken auch Sturzflutereignisse abseits der großen Gewässer und in innerstädtischen Lagen in den Fokus. Hier ist das Risikobewusstsein vielerorts noch viel zu gering. Die unterschätzten finanziellen Risiken werden dann nur in geringem Umfang über Versicherungspolicen abgesichert, Haus- und Unternehmenseigentümer tragen in diesem Fall ihre Sach- oder Betriebsunterbrechungsschäden selbst - oder hoffen auf öffentliche Hilfsprogramme im Fall einer Katastrophe.

Überschwemmungen aus Versicherungssicht

Überschwemmungen haben unterschiedliche Ursachen, für die es oft auch separate – auf die speziellen Risikosituationen zugeschnittene - Deckungskonzepte gibt.  Man unterscheidet drei Haupttypen: Sturmflut, Flussüberschwemmung und Sturzflut. Hinzu kommt eine Reihe von Sonderfällen wie hoher Grundwasserstand, Tsunami, Dammbruchwelle, Gletscherseeausbruch oder Rückstauüberschwemmung, Muren und Schlammströme.

Flussüberschwemmungen bauen sich in der Regel allmählich auf – manchmal jedoch in sehr kurzer Zeit. Sie dauern mehrere Tage bis hin zu Wochen. Die überflutete Fläche hängt unter anderem von der Topografie der Flusslandschaft ab und kann  die Dimension von mehreren 1000 km2 erreichen, wenn das Flusstal flach und breit ist. In engen Tälern beschränkt sich die Überschwemmungsfläche auf ein relativ schmales Band entlang des Flusses. 

Für Versicherungsdeckungen ist daher eine genaue Risikobewertung entlang präziser Hochwasserzonierungen nötig. Die Kombination aus Präventionsmaßnahmen und Versicherung kann die finanzielle Belastung insgesamt gering halten. 

Sturmfluten betreffen nur relativ schmale Küstenstreifen, bergen aber riesige Schadenpotenziale und forderten in der Vergangenheit die höchste Zahl an Menschenleben. Der aufgrund der Klimaerwärmung ansteigende Meeresspiegel erhöht an vielen Küsten der Welt die Sturmflut- und Erosionsgefahr.
Allerdings sorgten Investitionen in stark verbesserte Schutzmaßnahmen und insbesondere die Weiterentwicklung der Vorhersage- und Warnmöglichkeiten in den vergangenen Jahren dafür, dass Sturmflutkatastrophen weniger schlimm ausgefallen sind.

Sturzfluten treten auf, wenn der Boden kurzzeitige, intensive Niederschläge nicht mehr aufnehmen kann. Sie entstehen meist in Verbindung mit Gewittern. In abschüssigem Gelände kann das eine schwallartig ansteigende Hochwasserwelle auslösen, die schnell auch Gebiete außerhalb der Unwetterzone erreicht. In ebenem Gelände staut oder sammelt sich das Wasser dagegen in tiefer gelegenen Geländemulden, Kellern oder Tiefgaragen. Kritisch sind mechanische Kräfte, die mit den hohen Fließgeschwindigkeiten verbunden sind, sowie das Erosionspotenzial: Beides kann Gebäude zum Einsturz bringen und erhöht die Schäden enorm.

Was oft unterschätzt wird: Sturzfluten können praktisch überall auftreten, auch weit abseits von fließenden Gewässern. Sie vorherzusagen ist nahezu unmöglich. Damit sind kurzfristige Maßnahmen zur Schadenreduktion so gut wie ausgeschlossen. 

Vorsorge- und Versicherungslösungen für wasserbedingte Risiken

Zum Schutz vor Hochwasser werden entlang der Gewässer vielfach Deiche, Flutmauern und Rückhaltebecken gebaut. Die individuelle Schadenvorsorge umfasst geeignete Maßnahmen an Gebäuden. Um dem Flutrisiko abseits von Gewässern zu begegnen, ist eine Elementarschaden-Police ein ideales Instrument. Allerdings sollten Policen in erster Linie solche Schäden decken, die die Versicherten substanziell treffen oder gar ruinieren. Gleichzeitig dürfen sie die Bereitschaft zur Eigenvorsorge nicht verringern.

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Tobias Ellenrieder
Senior Consultant Flutrisiken
Ernst Rauch
Ernst Rauch
Global Head Climate & Public Sector Business Development
Chief Climate and Geo Scientist