Waldbrände und Buschfeuer
Klimawandel erhöht das Waldbrandrisiko
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Waldbrände vernichten jedes Jahr Werte in Milliardenhöhe, insbesondere in den USA. Die bislang schadenträchtigsten Waldbrände führten im Januar 2025 im Großraum Los Angeles zu gigantischen Schäden von 53 Mrd. US$. 40 Mrd. US$ davon waren versichert – es war damit auch die teuerste Waldbrand-Katastrophe für die Versicherungswirtschaft.
Bei derart hohen Schäden spielt oft die dichte Bebauung in gefährdeten Gebieten eine Rolle. Aber das Risiko nimmt auch durch den Klimawandel zu: Steigende Temperaturen und häufigere Dürren erhöhen die Waldbrandgefahr in vielen Regionen der Welt.
280 Mrd. US$
Weltweite Schäden durch Waldbrände 1980-2025
Versicherer bezahlten mehr als die Hälfte
Ein Zusammenspiel von menschgemachten und natürlichen Faktoren machen Waldbrände und Buschfeuer zu einer schwer greifbaren und vielerorts zunehmenden Gefahr. Gefährdungszonen lassen sich eigentlich gut bestimmen, aber Brände können auch an unerwarteten Orten auftreten und große Schäden hinterlassen.
Waldbrände entstehen bevorzugt bei hohen Lufttemperaturen nach langen Phasen der Trockenheit. In der ausgedörrten Vegetation kommt es dann leicht zu einem Flächenbrand, der vor allem bei starken Winden kaum zu kontrollieren ist. Eine 2025 veröffentlichte wissenschaftliche Studie unter Mitwirkung von Munich Re kam zu dem Schluss, dass die schadenträchtigsten Waldbrände erheblich mit Wetterbedingungen zusammenhängen, die Brände begünstigen. Häufigkeit und Schwere dieses „Fire Disaster Weather“ haben der Studie zufolge in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen.
Besonders hoch ist die Waldbrand-Gefährdung in Klimazonen, in denen zeitweise genügend Niederschlag fällt. Das lässt die Vegetation gedeihen, die anschließend in längeren warmen und niederschlagsarmen Perioden austrocknet. Dies ist beispielsweise im südöstlichen Teil Australiens oder in Kalifornien der Fall.
Alle diese Faktoren spielten bei den Bränden im Großraum Los Angeles im Januar 2025 eine Rolle, bei denen unter anderem große Teile der Vororte Pacific Palisades und Altadena zerstört wurden. Nach einem feuchten Winter und Frühling dörrte die Vegetation im Rest des Jahres 2024 aus. Sehr starke „Santa Ana“-Winde – um die Jahreszeit übliche Fallwinde von den Bergen in Richtung Meer – führten nach Ausbruch der Brände zu einem regelrechten Feuersturm. In den urbanen Gebieten sprang das Feuer so von Haus zu Haus.
Das Schadenpotenzial von Waldbränden wächst
Zu den am schwersten von Waldbränden betroffenen Gebieten zählen der Westen der USA und der Südosten Australiens. Neben klimatischen Aspekten spielt die Ausbreitung von Städten eine entscheidende Rolle bei der Veränderung des Schadenpotenzials. Immer mehr Menschen errichten Häuser im Übergangsbereich von Stadtrand und siedlungsnahen Waldgebieten.
In Kalifornien trägt der Klimawandel offenbar schon erheblich zu einem steigenden Waldbrandrisiko mit hohen Schäden bei. Aber auch im Mittelmeerraum oder in Teilen Australiens herrschen häufiger Bedingungen, die Waldbrände begünstigen. In Europa begünstigten Hitzewellen und Dürren in den vergangenen Jahren ebenfalls zunehmend Waldbrände.
In Spanien zerstören Waldbrände 2025 nach Daten des European Forest Fire Information Systems (Effis) viermal so viel Fläche wie im Schnitt der vergangenen 20 Jahre. Auf Zypern und in Portugal brannten gemessen an der Größe des Landes die größten Areale ab. Auch für die Europäische Union insgesamt war 2025 das Jahr mit der größten verbrannten Fläche. Dennoch sind Waldbrände in Europa bei weitem nicht so schadenträchtig wie etwa in den USA, da sie meist keine Ballungsräume bedrohen.
Der Ausbruch der Brände in der Nähe besiedelter Gebiete wird letztlich meist von Menschen verursacht. Nur ein kleiner Teil ist auf natürliche Ursachen wie Blitzschlag zurückzuführen.
Die Herausforderung: Die Modellierung des Waldbrandrisikos ist komplex
Für die Hochrisikogebiete in Nordamerika und Australien gibt es Modelle, mit deren Hilfe die potenziellen versicherten Schäden durch Waldbrände abgeschätzt werden können. Die Modellierung dieser Gefahr ist jedoch wegen der vielen menschgemachten und natürlichen Faktoren komplex.
Zur Verbesserung der Risikobewertung entwickelt und aktualisiert Munich Re fortlaufend Gefährdungszonierungen und Modelle zur Schadensimulation. Zudem unterstützen wir die Erforschung von Präventionsmaßnahmen, um Schäden möglichst gering zu halten – zum Beispiel in Kooperation mit dem Insurance Institute for Business and Home Safety (IBHS) in den USA.
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