Naturkatastrophen weltweit:

Schäden steigen, der Klimawandel schlägt zu

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    Naturkatastrophen zerstören weltweit jedes Jahr Werte in dreistelliger Milliardenhöhe. Seit 1980 summieren sich die Schäden auf 7,2 Billionen US$ (inflationsbereinigt) – das entspricht etwa dem zweifachen Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2024 von Großbritannien, der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas.  Rund ein Drittel dieser Schäden war versichert. Das bedeutet, dass viele der betroffenen Menschen und Unternehmen die Last der Schäden selber tragen mussten.

    7,2 Billionen US$

    Schäden aus Naturkatastrophen 1980-2025 (inflationsbereinigt)
    Rund 67% waren nicht versichert

    Größtkatastrophen durch Erdbeben oder Hurrikane verursachen die extremsten Schäden. Bereinigt um Inflation war Hurrikan Katrina 2005 die teuerste Naturkatastrophe seit 1980, gefolgt von dem Erdbeben mit einem verheerenden Tsunami in Japan 2011. Gemessen an den Originalschäden ist das Erdbeben in Japan nach wie vor die Naturkatastrophe mit den höchsten Gesamtschäden.

    Schwergewitter, Hochwasser und Waldbrände sorgen für steigende Schäden

    Auffällig ist: Die extremen Ausschläge bei den Schäden stammen von Spitzenrisiken wie Erdbeben oder Hurrikanen. Den sichtbaren Trend zu steigenden Schäden treiben dagegen vermeintlich kleinere Naturkatastrophen: Schwergewitter, Hagel, Überschwemmungen oder Waldbrände – auch als „Non-Peak Perils“ oder „Secondary Perils“ bezeichnet.

    In den USA zum Beispiel verursachen Schwergewitter, oft begleitet von Serien von Tornados und Hagelschlägen, mittlerweile jedes Jahr Schäden in mittlerer zweistelliger Milliardenhöhe – soviel wie ein sehr schwerer Hurrikan.

    Der Klimawandel schlägt zu – Prävention kann Schäden begrenzen

    Den größten Anteil am Zuwachs der Schadenssummen haben die steigenden Werte, die Naturkatastrophen ausgesetzt sind.

    Studien belegen aber immer deutlicher: Der menschgemachte Klimawandel spielt bei den zunehmenden Schäden gerade bei den Non-Peak Perils eine immer stärkere Rolle. Zudem beeinflussen kurz- und mittelfristige natürliche Klimaschwankungen die konkrete Risikosituation erheblich. Ein Beispiel ist die Klimaschaukel ENSO („El Niño/Southern Oscillation“), deren wechselnde Phasen El Niño und La Niña Wetterextreme in vielen Teile der Welt beeinflusst.

    Insgesamt sind deshalb für das Begrenzen der Schäden zwei Dinge nötig: schadenmindernde Anpassungen an das Risiko wie etwa stabilere Gebäude und der Verzicht auf Bauten in Risikogebieten sowie das Aufhalten des Klimawandels, so gut und konsequent es eben geht.

    Menschen in ärmeren Ländern bleiben auf Schäden sitzen

    Nach wie vor ist oft nur ein kleinerer Teil der Naturkatastrophenschäden versichert. Zu Beginn der 1980er-Jahre lag der versicherte Anteil der Schäden im weltweiten Durchschnitt nur bei etwa 16 %.  Aber selbst in den vergangenen Jahren war es nie mehr als etwa die Hälfte. 

    In Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Situation seit Jahrzehnten sogar weitgehend unverändert: Nach wie vor liegt der versicherte Anteil bei weit unter 10 %, oft deutlich darunter. Dabei könnte ein breiterer Einsatz von Versicherungen insbesondere Menschen in Schwellenländern bei der Bewältigung finanzieller Schäden nach Naturkatastrophen helfen und eine Rückkehr zu ihrem normalen Leben erleichtern.

    CEO Rückversicherung
    Der Klimawandel ist ein Fakt und verändert das Leben auf der Erde. Katastrophen wie die Waldbrände von Los Angeles 2025 sind durch die globale Erwärmung wahrscheinlicher geworden, und sie lehren: Menschen, Behörden und Unternehmen müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Der beste Weg, Schäden so weit wie möglich zu vermeiden, ist Prävention, etwa durch widerstandsfähigere Bauweisen. Vorsorge kann helfen, Versicherungsprämien selbst in Hochrisikogebieten in Grenzen zu halten. Immens wichtig ist auch: In Gebieten mit sehr hohem Risiko sollte kein neues Bauland entstehen.
    Thomas Blunck
    Munich Re
    CEO Rückversicherung

    Fünf Jahrzehnte Forschung zu Naturkatastrophen

    Für Versicherer ist tiefes Wissen über die Risiken und ihre Veränderungen zwingend, um Schadentrends bewerten und Risiken verlässlich absichern zu können. Als in den 1970er-Jahren der Trend zu steigenden Schäden durch Naturkatastrophen deutlich wurde, baute Munich Re seine Fachexpertise konsequent aus. Seitdem analysieren und bewerten erfahrene Naturwissenschaftler und Versicherungsexperten das gesamte Spektrum der Elementargefahren von Wirbelstürmen, Schwergewittern oder Hochwasser bis hin zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. 

    Die Erforschung der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge, die Analyse großer Mengen von Daten (Data Analytics) und hochauflösende Risikomodelle, die alle Trends berücksichtigen, sind unerlässlich. Sie bilden die Grundlage dafür, unseren Kunden in großem Umfang Naturkatastrophen-Deckungen anbieten zu können und die Deckungskapazität auch mit neuen Versicherungslösungen weiter auszubauen. Ziel ist es, das Schadenpotenzial von Naturgefahren richtig zu bewerten und Erkenntnisse über Änderungen frühzeitig für unser eigenes Risikomanagement und für unsere Kunden nutzbar zu machen.

    (aktualisiert März 2026)

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    Munich Re identifiziert und analysiert Risiken sowie sich ändernde oder neu aufkommende Gefahren durch Naturereignisse. Dazu gehören Veränderungen aus natürlicher Klimavariabilität sowie durch den Klimawandel. Ziel ist es, das Schadenpotenzial von Naturgefahren richtig zu bewerten und Erkenntnisse über Änderungen frühzeitig für unser eigenes Risikomanagement und für unsere Kunden nutzbar zu machen.

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    Tobias Grimm
    Tobias Grimm
    Chief Climate Scientist
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    Geo Physicist and Earthquake Expert