
Klimaambition & Reporting
Den Umsetzungsplan zu unserer Klimaambition finden Sie hier:
Als einer der Pioniere in der Analyse klimabedingter Risiken untersucht Munich Re seit über 50 Jahren die Auswirkungen des Klimawandels auf die Versicherungs- und Finanzbranche. Bereits in den 1970er Jahren untersuchte unsere Forschungsabteilung „Geo Risks Research“ die Ursachen für die immer kostspieliger werdenden Schäden durch wetterbedingte Naturkatastrophen.
Im Rahmen der Munich Re Group Ambition 2030 wurde die Klimaambition 2030 verabschiedet, welche
- die Kapitalanlagen,
- das (Rück-)Versicherungsgeschäft sowie
- den eigenen Geschäftsbetrieb umfasst.
Wir setzen so die Klimaambition 2025 der Munich Re Group Ambition 2025 konsequent fort. Diese galt bis Ende des Geschäftsjahres 2025 und wurde erfolgreich umgesetzt.
Klimaambition 2030 der Munich Re Group
Im Rahmen der Klimaambition 2030 haben wir unsere Klimaziele für den Zeitraum bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 ausgebaut und arbeiten weiterhin auf unsere langfristige Absicht in den Bereichen (Rück-)Versicherung und Kapitalanlagen hin. Im Bereich Kapitalanlage soll etwa der ursprünglich bis 2040 geplante Ausstieg aus thermischer Kohle spürbar vorgezogen und bereits 2030 erreicht werden. Auf der (Rück-)Versicherungsseite wird u. a. ein neues Ziel zur Reduktion der Emissionsintensität im Geschäftsbereich Facultative & Corporate Global eingeführt. Die Ziele in den Bereichen Kapitalanlage und (Rück-)Versicherung wurden auf Basis der zur Verfügung stehenden methodischen Entwicklungen und den aktuellen Erkenntnissen der Klimawissenschaft verabschiedet.
Langfristig verfolgt Munich Re die übergeordnete Absicht, in ihrem (Rück-)Versicherungs- und Kapitalanlagenportfolio die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren und damit einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens zu leisten.
Munich Re hat die Ziele für 2030 sowie die langfristigen Absichten für 2040 und 2050 in der Erwartung formuliert, dass die Regierungen ihre eigenen Zusagen zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens einhalten.
Sofern nicht anders angegeben, gilt das Jahr 2025 als Basisjahr für die Ziele 2030, deren Zielerreichung jeweils zum Jahresende gemessen wird.
Klimaambition 2030 in der Kapitalanlage
Munich Re ist sich als globaler Kapitalanleger der Verantwortung für nachhaltiges Handeln bewusst und integriert Nachhaltigkeitskriterien in die Anlagepolitik.
Daher haben wir uns im Rahmen unserer neuen Klimaambition 2030 Klimaziele bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 gesetzt:
- Das Dekarbonisierungsziel für börsennotierte Unternehmen umfasst Aktien und Unternehmensanleihen (mit Ausnahme von Green Bonds). Ausgehend von den bisher erzielten Reduzierungen ergibt sich daraus eine verbleibende Senkung der Emissionsintensität um 12%.
- Für die Anlageklassen „Direktinvestitionen in Infrastruktur“ und „Direktinvestitionen in Private Equity/Debt“ haben wir uns das Ziel gesetzt, eine übergreifende Senkung der Emissionsintensität um 20% zu erreichen.
- Für den Bereich Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien möchten wir die Emissionsintensität um 20% senken.
- Mit unserem Ziel eines Ausstiegs aus thermischer Kohle (nach definierten Kriterien) verpflichten wir uns dazu, bis Ende 2030 den gesamten Kapitalanlagebestand an börsennotierten Aktien und Unternehmensanleihen im Bereich der thermischen Kohle mit Ausnahme von Green Bonds abzubauen und ab Ende 2030 keine neuen alternativen Direktinvestitionen in thermische Kohle zu tätigen.
- Das Dekarbonisierungsziel für den Bereich Öl und Gas bezieht sich auf Aktien und Anleihen (mit Ausnahme von Green Bonds). Auf der Grundlage der bisher erzielten Reduzierungen haben wir uns das Ziel gesetzt, die Emissionen um weitere 12% zu senken.
- Wir haben uns das Ziel einer Ausweitung unserer Investitionen zur Minderung des Klimawandels bis Ende 2030 um 1,5 Milliarden € gegenüber 2025 gesteckt. Dieses Ziel umfasst Kapitalanlagen in zertifizierte Waldwirtschaft, zertifizierte Immobilien und energiebezogene Investitionen.
- Mit unseren Aktivitäten im Bereich Engagement wollen wir in einen Dialog mit den in unserem Kapitalanlageportfolio vertretenen Unternehmen über deren Auswirkungen auf das Klima und deren Klimastrategien treten. Bis Ende 2030 wollen wir insgesamt 30 aktive oder abgeschlossene Engagements seit 2020 vorweisen. Das Engagement kann sowohl liquide als auch illiquide Kapitalanlagen betreffen.
► Die Erreichung unserer Ziele und Absichten wird sowohl vom Portfoliomanagement als auch von den Entwicklungen hinsichtlich der CO₂-Emissionen der Unternehmen und Vermögenswerte, in die wir investieren, beeinflusst. Dennoch unterliegt der Fortschritt bei der Umsetzung unserer Klimaziele für 2030 und der damit verbundenen Vorgaben Einflussfaktoren, die außerhalb unserer direkten Kontrolle liegen, wie beispielsweise regulatorische und marktbezogene Entwicklungen, Maßnahmen und Offenlegungen der Beteiligungsunternehmen, die Verfügbarkeit und Qualität relevanter Daten sowie sich weiterentwickelnde Methoden und Standards.
- Dekarbonisierungsziele bis 2030 (Basisjahr 2025):
- Börsennotierte Unternehmen: –12% Emissionsintensität
- Direkte Infrastruktur, Private Equity/Debt: –20% Emissionsintensität
- Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien: –20% Emissionsintensität
- Thermische Kohle: Ausstieg
- Öl- und Gas: –12% absolute Emissionen
- Investitionen zur Minderung des Klimawandels bis 2030 (Basisjahr 2025): +1,5 Mrd. €
- Engagementziel (Summe seit 2020): 30 emissionsintensive Investitionen
- Langfristige Absichten: Netto-Null bis 2050
Klimaambition 2030 in der (Rück-)Versicherung
Unser Handeln wird durch ein adäquates Risikomanagement und einen ganzheitlichen Ansatz zum Erreichen von wirtschaftlichem Erfolg und Mehrwert für die Gruppe bestimmt. In unserem (Rück-)Versicherungsgeschäft erreichen wir dies durch eine starke Kundenorientierung, das Angebot verantwortungsvoller Lösungen und die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in unsere (Rück-)Versicherungsprodukte und -dienstleistungen.
Mit der Klimaambition 2030 setzen wir diese Bestrebungen fort und fokussieren unsere Dekarbonisierungsziele auf nachfolgende drei Schwerpunkte:
- Wir haben ein neues Dekarbonisierungsziel eingeführt, das auf den sogenannten Insurance-associated Emissions (IAE) gemäß der Methodik der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) basiert.
- Wir verpflichten uns, die Emissionsintensität der Treibhausgasemissionen bezogen auf Kunden mit berichteten Emissionen in unserem Facultative & Corporate Global-Portfolio zu senken (-20% Emissionsintensität).
- Unser Bereich Facultative & Corporate Global gehört zum Segment Rückversicherung Schaden/Unfall von Munich Re; dementsprechend konzentrieren wir uns bei diesem Ziel auf ein Segment, das weltweit direktes und fakultatives (Rück-)Versicherungsgeschäft im Bereich der Großrisiken abdeckt.
- Mit unserem Dekarbonisierungsziel für Kohle, das auf den bereits im Rahmen der Klimaambition 2025 erzielten Reduktionen aufbaut, streben wir eine planmäßige weitere Senkung der Portfolioemissionen im Bereich des versicherten thermischen Kohleabbaus (Minen) (-35 % absolute Emissionen) sowie im Bereich der thermischen Kohleverstromung (Kraftwerke) (-45 % absolute Emissionen) an.
- Der Geltungsbereich dieses kohlebezogenen Ziels (Erstversicherung sowie direkte und fakultative (Rück-)Versicherung) bleibt gegenüber der Klimaambition 2025 unverändert.
- Wir verfolgen weiterhin ein Ziel für die versicherte Öl- und Gasförderung. Aufgrund der substanziellen Übererfüllung aus der Klimaambition 2025 (Reduktion von über 95% der Emissionen zum Ende des Geschäftsjahres 2025) passen wir das Ziel dahingehend an, dass wir uns zu keinem Wachstum des verbleibenden Restportfolios verpflichten.
- Das Ziel bezieht sich auf das operationale Sachversicherungsgeschäft, das die Öl- und Gasförderungsaktivität jedweder Einheit der Munich Re Gruppe absichert.
► Die Erreichung unserer Ziele und Vorgaben wird sowohl durch das Portfoliomanagement als auch durch kundenbezogene Faktoren beeinflusst.
- Dekarbonisierungsziele bis 2030 (Basisjahr 2025):
- Thermischer Kohleabbau: –35% absolute Emissionen
- Thermische Kohlekraftwerke: –45% absolute Emissionen
- Öl- und Gasförderung: Kein Portfolio-Wachstum
- Munich Re Facultative & Corporate Global: –20% Emissionsintensität
- Langfristige Absichten:
- Thermische Kohle: Ausstieg bis 2040 inkl. Vertragsrückversicherungsgeschäft
- Netto-Null bis 2050
Klimaambition 2030 im eigenen Geschäftsbetrieb
Der eigene Geschäftsbetrieb umfasst die operativen Geschäftsaktivitäten von Munich Re, darunter den Betrieb von Bürogebäuden, den Energieverbrauch, Geschäftsreisen und sonstige Tätigkeiten, die für den laufenden Geschäftsbetrieb des Konzerns erforderlich sind.
Munich Re hat sich für den eigenen Geschäftsbetrieb zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 eingekauften Strom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Dies gilt für Strom aus Scope 2 (d. h. Strom, der zugekauft und nicht vor Ort erzeugt wird) und entspricht der GHG Protocol Scope 2 Guidance aus dem Jahr 2015.
- Das Ziel umfasst den eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne der Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) und hat damit einen breiteren Anwendungsbereich als im Rahmen der Klimaambition 2025. Wie bisher werden die vollkonsolidierten Unternehmen von Munich Re mit Mitarbeitern berücksichtigt; im Rahmen der Klimaambition 2030 umfasst der Zielumfang jedoch zusätzlich den Verbrauch von nicht konsolidierten Mehrheitsbeteiligungen mit Mitarbeitern sowie von relevanten eigen- und fremdgenutzten oder teilweise leerstehenden Gebäuden von Munich Re, unabhängig davon, ob Verbrauchsdaten vorliegen.
- Für Mitarbeiter mit gemeldeten Verbrauchsdaten erfolgt die Umstellung über Abnahmeverträge für erneuerbaren Strom oder erneuerbare Energieattribute, für alle anderen über den Bezug von erneuerbaren Energieattributen. Das Ziel für den eigenen Geschäftsbetrieb wurde auf Basis einer Potenzialschätzung festgelegt und bezieht sich auf den indirekten Energieverbrauch von Gebäuden aus Elektrizität (Scope 2). Scope 2 umfasst darüber hinaus noch Fernwärme und -kälte. Daher wird ein geringer Teil der THG-Emissionen aus Scope 2 auch nach Umsetzung der Klimaambition 2030 bestehen bleiben.
- In Fällen, in denen primäre Daten nicht verfügbar sind, wird auf sekundäre Datenquellen zurückgegriffen. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir Verbrauchsdaten für Gesellschaften erhoben, deren Mitarbeiter 86,6% der gesamten Mitarbeiter im ESRS-Berichtsumfang darstellen. Auf dieser Datengrundlage wurde dann auf Basis der Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2025 auf 100% der Mitarbeiter im ESRS-Berichtsumfang hochgerechnet. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir zudem die Hochrechnungsmethode verfeinert, um den unterschiedlichen Emissionsprofilen im Gesellschaftsportfolio entsprechend den jeweiligen Gebäudenutzungen Rechnung zu tragen.
Hintergrundinformationen zum Eigenen Geschäftsbetrieb:
► Im Zusammenhang mit der Klimaambition 2030, die den gesamten ESRS-Berichtsumfang berücksichtigt, stammen 78,9% des gesamten Verbrauchs von eingekauftem Strom inklusive Hochrechnungen im Geschäftsjahr 2025 aus erneuerbaren Energiequellen. Wird 78,9% als Ausgangswert zugrunde gelegt, bleiben noch 21% bis zur Zielerreichung im Jahr 2030.
Klimaambition 2025 der Munich Re Group
Unsere Klimaambition 2025 – die sich an den Grundsätzen „Scale, Shape, Succeed“ orientiert – wurde 2020 ins Leben gerufen, wobei das Jahr 2019 als Basisjahr diente. Die Klimaambition 2025 umfasste drei Säulen: unsere Kapitalanlagen, unser (Rück-)Versicherungsgeschäft und unseren Eigenen Geschäftsbetrieb.
Im ersten Quartal 2026 haben wir bekannt gegeben, dass wir unsere Klimaambition 2025 erfolgreich erreicht haben.
Klimabezogene Offenlegungen
In unserem Konzerngeschäftsbericht 2025 hat Munich Re eine nichtfinanzielle Erklärung unter vollständiger Anwendung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt.
Zudem berücksichtigen wir die Relevanz von Informationen in Anlehnung an die Vorgaben der Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) und das International Sustainability Standards Board (ISSB):