Normale Darstellung (Nur-Text-Version ausschalten)

Munich RE

Sie sind hier:

Überschwemmung

„Die Natur kennt keine Katastrophen. Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt.“ Der Schriftsteller Max Frisch traf es punktgenau, denn ohne den Menschen kommt es zwar zu extremen Naturereignissen, nicht aber zu Naturkatastrophen.

Überschwemmungen sind neben Stürmen die häufigsten Elementarschadenursachen. Rund ein Drittel aller gemeldeten Ereignisse und ein Drittel der volkswirtschaftlichen Schäden aus Naturkatastrophen sind weltweit auf Hochwasser zurückzuführen. Eines ist deutlich: Rund um den Globus ist immer häufiger mit Überschwemmungskatastrophen zu rechnen. Weltweit betrachtet entstanden allein durch die großen Überflutungen in den 1990er-Jahren volkswirtschaftliche Schäden von fast 250 und versicherungswirtschaftliche Schäden von etwa 9 Milliarden US-Dollar. Die vielen kleinen und mittleren, oft lokalen Überschwemmungen, die sich tagtäglich irgendwo auf der Erde ereignen, steuern noch einmal mindestens denselben Schadenbetrag bei.

Der Anteil der versicherten Schäden bei Überschwemmungen ist im Gegensatz zu Beschädigungen durch Stürme üblicherweise gering. Das liegt auch daran, dass der Großteil davon an öffentlichen Einrichtungen auftritt: an Straßen, Bahnlinien, Deichen, Gewässerbetten und Brücken sowie anderen Infrastruktureinrichtungen (z. B. Wasserversorgung und -entsorgung); diese sind üblicherweise nicht versichert.

Arten von Überschwemmungen
Überschwemmungen haben unterschiedliche Ursachen, was aus versicherungstechnischer Sicht von großer Bedeutung ist. Zunächst unterscheidet man drei Haupttypen: Sturmflut, Flussüberschwemmung und Sturzflut. Hinzu kommt eine Reihe von Sonderfällen wie hoher Grundwasserstand, Tsunami, Dammbruchwelle, Gletscherseeausbruch, Rückstauüberschwemmung (durch Hangrutsch in einen Fluss, Eisstau, Brückenverlegung), Mure sowie Meeres- und Seespiegelanstieg.

Überschwemmungen im Vergleich

Art Ursache gefährdete Bereiche Schadenfaktoren Schäden Schadenvorsorge
Sturmflut hoher
Wasserstand
durch Windstau,
hohe Wellen
relativ schmaler
Küstenstreifen
- Salzwasser
- Wellenkräfte
- sehr hohe Schäden
- geringe Frequenz (gute Vorsorge, Küstenschutz)
- Vorwarnung
- Deiche
- Evakuierung
Flussüber-schwemmungen andauernder,
ausgiebiger,
großräumiger
Niederschlag,
(evtl. Schnee-
schmelze)
immer wieder dieselben Bereiche in Flussnähe - lange Wasserwirkung
- Kontamination des Wassers (z. B. durch Öl)
- geringe Frequenz
- hohes Schaden-
potenzial
- Vorwarnung
- technischer Hochwasser-
schutz
- temporärer Objektschutz
- Umlagerung mobiler Gegenstände
- Evakuierung
Sturzfluten meist lokaler
Starkregen
(Gewitter)
praktisch jeder beliebige Ort, auch fernab von Gewässern - mechanische Wirkung des schnell fließenden Wassers
- u. U. viel Sediment
- hohe Frequenz (aber nicht am selben Ort)
- relativ geringe Schäden (bei Einzel-
ereignissen)
- Erosion
- ausreichende Drainage
- angepasste Bauweise
- „Flucht“

Interessant? Teilen Sie diesen Inhalt auf Ihrer bevorzugten Social-Media-Plattform.


Hauptmenü
Service Menü
Barrierefreiheit

Hinweis


Diese Publikation bieten wir exklusiv Kunden von Munich Re an. Bitte wenden Sie sich an Ihren Client Manager.