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Infrastruktur

Unsere Infrastruktur kommt in die Jahre

Einstürzende Brücken, undichte Rohre und holprige Straßen: Die Infrastruktur der westlichen Industrienationen ist überaltert. Eine neue Serie unserer Publikation Schadenspiegel gibt einen Einblick in die wichtigsten Schadenszenarien. Topics Online präsentiert Auszüge daraus.

06.06.2011

Die weltweite Überalterung unserer Infrastruktur hat eine Vielzahl von Ursachen: Die Mobilität von Menschen und Gütern steigt. Straßen und Brücken werden durch immer mehr und immer schwerere Fahrzeuge belastet. Unser Energie- und Wasserbedarf wächst und damit auch die Anforderungen an die Versorgungseinrichtungen. Errungenschaften aus der Zeit der Industrialisierung wie die Wasser- und Abwasserversorgung in Großstädten sind in die Jahre gekommen. Ähnliches gilt für Nahverkehrseinrichtungen, die häufig nicht mehr heutigen Anforderungen entsprechen. Hinzu kommt die steigende Zahl schwerer Naturkatastrophen, die unsere Infrastruktur auf eine Belastungsprobe stellt. Eigentlich könnten diese Probleme gelöst werden, jedoch fehlt den öffentlichen Haushalten das Geld, oder man investiert lieber in Maßnahmen, die bei den Wählern mehr Zuspruch finden – ganz nach der in den USA oft zitierten Formel „Infrastructure is not sexy“.

Mängel gibt es überall

Am besten sieht es noch in Westeuropa aus. Die seit Langem dichte Besiedelung, konstante Bevölkerungszahlen und die immer noch relativ stabile Finanzsituation sorgen für eine vergleichsweise intakte Infrastruktur. Aber auch hier altern die Transportwege. Bahnstrecken und Flughäfen sind überlastet. Stromnetze sind den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Deutlich schlechter sieht es in den USA aus. Neben überlasteten Straßen und Brücken, unzulänglichen öffentlichen Nahverkehrssystemen und ungenügenden Dämmen bereitet hier vor allem die Wasserversorgung Probleme: Undichte Rohre lassen ständig große Mengen von sauberem Trinkwasser ungenutzt versickern, während Abwasser ungefiltert in die Umwelt abfließt.

Noch dramatischer ist die Situation in Schwellen- und Entwicklungsländern: Osteuropa ist vor allem in ländlichen Gegenden noch damit beschäftigt, weggebrochene Infrastrukturen zu ersetzen. In Indien und China kann die Wasserversorgung mit der rasant wachsenden Bevölkerung und der fortschreitenden Industrialisierung nicht Schritt halten. Hier ist nicht nur die Wirtschaft gefährdet, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung.

Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft

Die Versicherungswirtschaft wird durch die alternde Infrastruktur in erster Linie im Bereich Sachversicherung belastet: Feuer-, Wasser- und Sturmschäden treten häufiger auf und haben weitreichendere Folgen, Bauwerke stürzen ein und es kommt zu Betriebsunterbrechungen. Aber auch Haftungsszenarien können sich ergeben. Kommt es durch die Überalterung von Bauwerken, Rohren oder Leitungen zu Schäden Dritter, wird sich nicht selten herausstellen, dass daran neben den bloßen Abnutzungserscheinungen auch Pflichtverletzungen der Verantwortlichen mitgewirkt haben. Sei es durch Fehler bei der Konstruktion, Mängel verwendeter Produkte, unzureichende Wartungsmaßnahmen, die fehlerhafte Anleitung von Arbeitnehmern oder die Nichtbeachtung von Sicherheitsvorschriften. Aber auch Fehler bei Rettungs- und Bergungsarbeiten können zu einer Haftung der daran Beteiligten führen.

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