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Erdbeben

Neue Rekordverluste

Am 23. Oktober ereignete sich im Osten Türkei ein weiteres schweres Erdbeben. Geophysikalische Ereignisse richteten 2011 mehr Schaden an als meteorologische. Vor allem durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland wird 2011 den höchsten volkswirtschaftlichen Schaden durch Naturereignisse aller Zeiten ausweisen. Die versicherten Schäden liegen allerdings unter dem Rekordwert des Jahres der Stürme Rita, Wilma und Katrina 2005.

06.12.2011

Am Sonntag, den 23. Oktober 2011 um 13:41 Uhr Ortszeit erschütterte die Provinz Van im Osten der Türkei ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,2. Nach aktuellen Angaben forderte das Beben über 600 Todesopfer. 1.650 Menschen wurden verletzt. Am heftigsten betroffen sind die Städte Ercis und Van. Es war das stärkste Erdbeben in der Türkei seit 1999. Am 10. November bebte die Erde nochmals mit einer Stärke von 5,7.

Letzten Schadenmeldungen zufolge sind rund 1.000 Häuser zerstört. Dazu gehörten auch einige mehrgeschossige Gebäude in Ercis und Van. Auch wenn in der Türkei Erdbeben-Baucodes nach aktuellsten Erkenntnissen gelten, werden viele Gebäude nicht nach den gültigen Standards errichtet. Ostanatolien ist eine sehr arme Region. Materialien sind teuer und die Baukontrollen fraglich. Viele Häuser sind in einfacher Lehmbauweise entstanden, die bereits bei niedrigen Bodenbewegungen zum Einsturz kommen können.

Ort und Stärke des Ereignisses haben die Experten nicht überrascht. Das Epizentrum befindet sich in einer bekannten Gefahrenzone im Osten der Türkei, die schon des Öfteren von starken Erschütterungen heimgesucht wurde.

Am 23. Oktober ereignete sich im Osten Türkei ein weiteres schweres Erdbeben. Geophysikalische Ereignisse richteten 2011 mehr Schaden an als meteorologische. © Munich Re
Hochgefahrenzone Türkei
Weitere Beben sind zu befürchten, denn hier stoßen zwei Kontinentalplatten aufeinander. Die südliche, arabische Platte schiebt sich um 2,5 Zentimeter pro Jahr in Richtung Norden und verursacht immer wieder Erdstöße. Die Karte aus der NATHAN Risk Suite von Munich Re zeigt die Gefährdungszonen. Wir haben die bedeutendsten Ereignisse seit 1970 in die Karte aufgenommen. Wenn Sie auf die Karte klicken, erfahren Sie mehr zu Stärke und Ausmaß der Erdbeben.

2011 mehr Schäden durch Erdbeben als durch Unwetter und Stürme

Die Schäden, die wir durch eine Simulation mit unserem Erdbebenmodell in dieser Region errechnet haben, decken sich mit den bisher dokumentierten Bodenbewegungen und Schäden vom 23. Oktober. Der zu erwartende versicherte Schaden wird relativ gering ausfallen, da die Region keine hohe Versicherungsdichte aufweist. Zudem ist wenig Industrie in dieser Region angesiedelt. Auch der staatliche Versicherungspool TCIP hat nur eine geringe Anzahl von Policen in dieser Region abgeschlossen.

Das ändert allerdings nichts daran: 2011 gilt schon heute als das teuerste Naturkatastrophenjahr aller Zeiten. Allein in den ersten neun Monaten entstanden weltweit volkswirtschaftliche Schäden aus Naturkatastrophen in Höhe von 310 Milliarden US-Dollar. Waren es im bisherigen Rekordjahr 2005 die Stürme Rita, Wilma und Katrina, die für Rekordzahlen sorgten, sind es 2011 die Erdbeben in Japan und Neuseeland. Ein sehr untypisches Verhältnis, das in den letzten 31 Jahren nur zwei Mal auftrat. Auch für die Versicherungswirtschaft wird 2011 zu einem sehr teuren Jahr, da die Versicherungsdichte für Erdbeben im Vergleich zu früher stark zugenommen hat.

Meinungen, Zahlen und Analysen zu den Ereignissen in Japan, Neuseeland und der Türkei können Sie in TOPICS GEO Naturkatastrophen 2011 nachlesen, das im Februar 2012 erscheint.

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