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Klimawandel

Kampf gegen den Klimawandel – eine kurze Chronik

27.11.2015

  • Bis Ende der 80er Jahre war das Thema Klimawandel etwas für Spezialisten und Exoten. Zu diesen Spezialisten war ab 1973 bereits Munich Re zu zählen.
  • Es waren zunächst harte Zeiten mit Überzeugungskämpfen zu bestehen, es gab nur wenige Wissenschaftler, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigten.
  • Der Weltklimarat IPCC hat die wissenschaftlichen Grundlagen in seinen Berichten zusammengefasst und somit unverzichtbare Grundlagen geschaffen. Leider spiegelt sich das akkumulierte Wissen nicht annähernd genug in den Beschlüssen der Klimaverhandlungen wider.
  • Dennoch gab es wichtige Schritte, vor allem das Kyoto-Protokoll von 1997 mit einem Klimarahmenabkommen, der in Kopenhagen beschlossene Konsens, die globale Erwärmung unterhalb von zwei Grad zu halten und der 2010 in Cancún beschlossene Green Climate Fund (GCF).
  • Niemals war den Politikern die Dringlichkeit so klar wie heute, noch nie waren die Zusagen für Emissionsminderungen so weitgehend. Und dennoch ist in Paris kaum mit einem Abkommen zu rechnen, das die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzt. Die Fortschritte sind immer noch viel zu langsam, die Emissionen von Treibhausgasen steigen nach wie vor an.
  • Die großen Verursacher – vor allem China, USA, EU, Indien sowie Russland, die für etwa 70% der heutigen Emissionen stehen – müssen ihre Verantwortung übernehmen.
  • Es ist für die Staaten auch ökonomisch weit sinnvoller jetzt ihre Volkswirtschaften zu dekarbonisieren, statt immer mehr Geld für Schutzmaßnahmen und Schäden durch Naturgefahren ausgeben zu müssen, vom menschlichen Leid ganz zu schweigen.

„Bis Ende der 80er Jahre war das Thema Klimawandel etwas für Spezialisten und Exoten. Zu diesen Spezialisten war bereits Munich Re zu zählen: schon 1973 hat Munich Re das Thema Klimawandel in einer Publikation zu Überschwemmungen als ein potenzielles zukünftiges Risiko für wetterbedingte Schäden angesprochen. Hintergrund war auch ein „Bauchgefühl“ des Vorstands, dass sich die Muster von Naturkatastrophen geändert haben und der Klimawandel eine der Ursachen dafür sein könnte. Um die Veränderungen bei den Naturkatastrophen systematisch zu analysieren und die zugrunde liegenden Prozesse zu detektieren wurde 1974 die Geo Risiko Forschung von Munich Re gegründet mit dem Meteorologen Prof. Dr. Gerhard Berz. Davor gab es bei Versicherungsunternehmen in dieser Funktion keine Naturwissenschaftler, heute sind es allein bei Munich Re 35."

Kyoto, Kopenhagen, Cancún und Elmau

"Es waren zunächst harte Zeiten mit Überzeugungskämpfen zu bestehen, es gab nur wenige Wissenschaftler, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigten. Heute haben wir zwar bei weitem noch kein vollständiges, aber doch viel besseres Bild vom Klimawandel und dessen Auswirkungen. Es ist hinreichend klar und weitgehend akzeptiert, dass der Klimawandel real ist und überwiegend durch menschliche Aktivitäten verursacht wird. Der Weltklimarat IPCC hat dazu die wissenschaftlichen Grundlagen in seinen Berichten – zuletzt im 5. Sachstandsbericht 2013/2014 – zusammengefasst und somit unverzichtbare Grundlagen geschaffen.

Leider spiegelt sich das akkumulierte Wissen nicht annähernd genug in den Beschlüssen der Klimaverhandlungen wider, auch nach über zwanzig Jahren nicht. Die Generalsekretäre der UNFCCC haben sich unglaublich engagiert, mussten aber oft frustriert die gegenseitige Blockade von Industrie- und Entwicklungsländern oder Industrieländern untereinander zur Kenntnis nehmen.

Dennoch gab es wichtige Schritte, vor allem das Kyoto-Protokoll von 1997 mit einem Klimarahmenabkommen, der in Kopenhagen beschlossene Konsens, die globale Erwärmung unterhalb von zwei Grad zu halten und der 2010 in Cancún beschlossene Green Climate Fund (GCF), der Nicht-Industrieländer bei der Klimafinanzierung und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen soll. Klimaversicherungen können ein wichtiger Baustein für Entwicklungsländer sein, um sie gegenüber zunehmenden Wetterextremen widerstandsfähiger zu machen. Der Beschluss des G7-Gipfels in Elmau ein Projekt zur Versicherung von Klimarisiken Klimarisiken zu initiieren, zielt genau in diese Richtung. Innerhalb der nächsten 5 Jahre sollen zusätzliche 400 Millionen Menschen in Entwicklungsländern einen Basis-Versicherungsschutz gegenüber Wetterextremen bekommen."

Klimakonferenz in Paris – welches Ergebnis wird sie bringen?

"Niemals war den Politikern die Dringlichkeit so klar wie heute, noch nie waren die Zusagen für Emissionsminderungen so weitgehend. Und dennoch ist in Paris kaum mit einem Abkommen zu rechnen, das die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzt. Die Fortschritte sind immer noch viel zu langsam, die Emissionen von Treibhausgasen steigen nach wie vor an. Die großen Verursacher – vor allem China, USA, EU, Indien sowie Russland, die für etwa 70% der heutigen Emissionen stehen – müssen ihre Verantwortung übernehmen. Es ist für die Staaten auch ökonomisch weit sinnvoller jetzt ihre Volkswirtschaften zu dekarbonisieren, statt immer mehr Geld für Schutzmaßnahmen und Schäden durch Naturgefahren ausgeben zu müssen, vom menschlichen Leid ganz zu schweigen. Denn mit diesen Folgen müssen wir zunehmend und massiv rechnen.“

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