dcsimg
Klimawandel

Klimafakten 2016

2016 war das dritte Jahr hintereinander, in dem die globale Durchschnittstemperatur neue Rekordwerte erreichte. Wie schon im Vorjahr spielte neben dem anhaltenden Klimawandel auch El Niño wieder eine Rolle.

04.05.2017
Nach den im Januar 2017 veröffentlichten Daten der US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA übertraf die globale Mitteltemperatur über Land- und Meeresoberflächen den Mittelwert des 20. Jahrhunderts von 13,9 °C um 0,94 °C. Damit wurde der vorangegangene Rekord von 2015 (0,90 °C) um 0,04 °C überboten. Nach einem statistischen Verfahren, dem Lineartrend über die Periode 1880 bis 2016, ergibt sich bis dato ein Anstieg von 0,93 °C gegenüber 1880. Dies ist eine von mehreren Methoden, um den Temperaturanstieg zu definieren, den der Klimawandel seit dem vorindustriellen Temperaturniveau bewirkt hat.

War bereits der Rekord 2015 durch die starke El-Niño-Phase im tropischen Pazifik mit beeinflusst, so wirkte dieses Phänomen auch noch in der ersten Jahreshälfte 2016 auf die globale Mitteltemperatur. Darüber hinaus trugen große Gebiete mit überdurchschnittlichen Oberflächentemperaturen in allen Ozeanbecken erheblich zur Temperaturentwicklung bei. Dazu gehörten neben dem Pazifik vor den Westküsten Amerikas insbesondere auch der westliche Nordatlantik sowie weite Teile des westlichen Pazifiks und des Indischen Ozeans. Von den Landmassen waren es besonders Gebiete in den hohen Breiten, wo seit mehreren Jahrzehnten eine überproportionale Erwärmung stattfindet. Zum Temperaturanstieg trugen zudem Gebiete in Nordamerika, Afrika, dem südlichen und südöstlichen Asien und der Osthälfte Australiens bei.

Die El-Niño-Bedingungen und ihr Nachwirken im ersten Halbjahr lösten auch Dürre-Phasen aus, etwa im Norden Süd- und Teilen Mittelamerikas sowie in der angrenzenden Karibik. Aber auch im südlichen Afrika, in Äthiopien, Ostaustralien, Indonesien, auf den Philippinen und in Teilen Indiens war es zum Teil viel zu trocken. Umgekehrt fielen aufgrund dieses Phänomens mehr -Niederschläge in der Nordhälfte Argentiniens und in Südbrasilien, im Südosten Chinas sowie in südlichen Teilen der USA. In einigen Bereichen kam es zu einem markanten Wechsel von trockenen zu anomal nassen Verhältnissen mit dem Übergang zu neutralen und schließlich zu schwachen La-Niña-Bedingungen in der zweiten Jahreshälfte. Dazu zählten die Osthälfte Australiens und Tasmanien sowie weite Teile Indonesiens, insbesondere Java und Sumatra. In Südindien wiederum kam es – ebenfalls in Übereinstimmung mit typischen Auswirkungen des ozeanischatmosphärischen Phänomens El Niño/Southern Oscillation (ENSO) – zu einem Wechsel hin zu anomal -trockenen Verhältnissen ab September. Auf der Niederschlagskarte (Seite 68) ist der Einfluss der teilweise sehr unterschiedlichen Teilperioden freilich im Jahresmittel nicht mehr ersichtlich.
2016 war das dritte Jahr hintereinander, in dem die globale Durchschnittstemperatur neue Rekordwerte erreichte. Wie schon im Vorjahr spielte neben dem anhaltenden Klimawandel auch El Niño wieder eine Rolle. © Quelle: Munich Re, basierend auf National Centers for Environmental Information/NOAA
Abweichung der globalen Mitteltemperatur vom Mittel 1901 bis 2000
16 der 17 wärmsten Jahre fallen auf den Abschnitt 2001–2016
2016 war das dritte Jahr hintereinander, in dem die globale Durchschnittstemperatur neue Rekordwerte erreichte. Wie schon im Vorjahr spielte neben dem anhaltenden Klimawandel auch El Niño wieder eine Rolle. © Quelle: Munich Re, basierend auf National Centers for Environmental Information/NOAA
Regionale Abweichung der Jahresmitteltemperatur 2016 vom Mittel 1981 bis 2010
2016 war das dritte Jahr hintereinander, in dem die globale Durchschnittstemperatur neue Rekordwerte erreichte. Wie schon im Vorjahr spielte neben dem anhaltenden Klimawandel auch El Niño wieder eine Rolle. © Quelle: Munich Re, basierend auf National Centers for Environmental Information/NOAA
Regionale Abweichung der Jahresniederschläge 2016 vom Mittel 1961 bis 1990
Die maximale arktische Meereisausdehnung im März 2016 erreichte wie schon im Vorjahr den geringsten Wert seit Beginn von Satellitenaufzeichnungen vor 37 Jahren. Das im September 2016 markierte Minimum war gemeinsam mit dem gleichen Wert von 2007 das zweitkleinste. In insgesamt sieben Monaten des Jahres war die Eisausdehnung so gering wie noch nie zuvor beobachtet. Ab Oktober gelangten warme nordatlantische Luftmassen in Teile der Arktis, wo die Meeresoberflächentemperaturen deutlich anstiegen. In der Folge schrumpfte sogar Mitte November die Ausdehnung des Meereises, und im Dezember war sie noch immer stark reduziert. Gleichzeitig ging das Meereis in der Antarktis ab September immer schneller zurück. Der wahrscheinliche Hauptgrund dafür waren anomale Windfelder im südlichen Ozean. Im Ergebnis dieser Entwicklungen war die globale Meereisausdehnung (Arktis und Antarktis gemeinsam) vor allem im zweiten Halbjahr auf rekordniedrigem Niveau, insbesondere in den Monaten September, Oktober, November und Dezember. Die genauen klimatologischen Zusammenhänge sind noch Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion.

Wie bereits für das Jahr 2015 ergibt sich auch im Rückblick auf 2016 die wichtige Erkenntnis, dass sich der Einfluss von El Niño aus dem ersten Halbjahr im Temperatursignal klar niedergeschlagen hat. Generell überlagern die im Klimasystem erzeugten Schwankungen das Signal des Klimawandels immer und überall. Die Forschung konnte zeigen, dass interne Schwankungen bei dieser Überlagerung jahrzehntelange Phasen abgeschwächten Temperaturanstiegs mit sich bringen können. Danach kann es zu „Springback“-Effekten mit Phasen eines verstärkten Temperaturanstiegs kommen. Den Klimawandel kann man daher weniger in Einzeljahren oder auf Sicht weniger Jahre klar erkennen, vielmehr muss dabei die langfristige Veränderung seit dem 19. Jahrhundert betrachtet werden. Bei einer solchen langfristigen Sichtweise zeigen sich über alle Fluktuationen des Anstiegsverhaltens hinweg bis heute keine Anzeichen dafür, dass sich der Temperaturanstieg nachhaltig abschwächt – die jüngsten Rekordjahre weisen eher auf das Gegenteil hin.
2016 war das dritte Jahr hintereinander, in dem die globale Durchschnittstemperatur neue Rekordwerte erreichte. Wie schon im Vorjahr spielte neben dem anhaltenden Klimawandel auch El Niño wieder eine Rolle. © Quelle: Munich Re, basierend auf Daten des U.S. National Snow and Ice Data Center
Globale Meereisausdehnung (Arktis und Antarktis) 2016 und im langjährigen Mittel

Wir verwenden Cookies um Ihr Internet-Nutzungserlebnis zu verbessern und unsere Websites zu optimieren.

Mit der weiteren Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies dieser Website zu. Weitere Informationen zu Cookies und dazu, wie Sie die Cookie-Einstellungen in Ihren Browsereinstellungen anpassen können, finden Sie in unsereren Cookie-Richtlinien.
Sie können Cookies deaktivieren, aber bitte beachten Sie, dass das Deaktivieren, Löschen oder das Verhindern von Cookies Ihre Internet-Nutzung beeinflussen wird.