Bericht des Vorstandsvorsitzenden 2000

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Shareholders & Service

Bericht des Vorstandsvorsitzenden

Hauptversammlung der Aktionäre am 19. Juli 2000 Münchener Rück

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionäre,

im Namen des Vorstands begrüße ich Sie zur Hauptversammlung 2000 der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. Wir freuen uns darüber, dass Sie gekommen sind und damit Ihr Interesse an Ihrem Unternehmen und an unserer Arbeit bekunden. Manche von Ihnen begleiten uns seit etlichen Jahren oder sogar Jahrzehnten; viele von Ihnen sind erst in den letzten beiden Jahren in den Kreis unserer Aktionäre getreten. Sie alle heiße ich herzlich willkommen.

In meinem Vortrag möchte ich Ihnen einen Überblick darüber geben, wie das Geschäftsjahr 1999 für den Münchener-Rück-Konzern verlaufen ist und wie wir das laufende Geschäftsjahr einschätzen. Zudem möchte ich Ihnen darstellen, welche Schritte Ihre Gesellschaft unternimmt, um auch in Zukunft so erfolgreich zu sein, wie Sie dies zu Recht erwarten.

Zum ersten Mal kann ich Ihnen heute detailliert über den Geschäftsverlauf Ihrer Münchener-Rück-Gruppe auf der Basis der International Accounting Standards berichten. In einer Pressenotiz hatten wir bereits Ende März anhand vorläufiger Zahlen die wesentlichen Aussagen zum Konzernabschluss 1999 wie folgt zusammengefasst:

  • Konzernjahresüberschuss mit 1,1 Milliarden Euro gut behauptet – trotz der außergewöhnlichen Schadenbelastung in der Rückversicherung
  • In der Erstversicherung kontinuierliches Wachstum und weiterhin gute Ergebnisse
  • Anhebung der Dividende auf 0,95 Euro und damit nach dem Aktiensplit Verdoppelung der Ausschüttung
  • Positive Trendwende auf dem Rückversicherungsmarkt erkennbar


Als Münchener-Rück-Aktionäre konnten Sie sich im vergangenen Jahr außerdem über eine absolut und relativ sehr positive Kursentwicklung Ihres Wertpapiers freuen: Seit Jahresbeginn 2000 betrug der Wertzuwachs rund 30 %, in den letzten zwölf Monaten rund 80 %. In den letzten fünf Jahren stieg die Aktie um rund 360 %. Dies ist eine wesentlich bessere Entwicklung, als sie der DAX oder der EURO STOXX 50 aufzuweisen hatten. Die Münchener-Rück-Aktie ist aber auch langfristig für Investoren eine überdurchschnittlich attraktive Anlage.

In den letzten zehn Jahren – also von Juli 1990 bis heute – hat der Kurs im Schnitt jedes Jahr um 21,1 % zugelegt, der DAX nur um 13,9 % und der Morgan-Stanley-Versicherungsindex um 12,8 %. Auch wenn Sie 15 oder 20 Jahre zugrunde legen, schlägt die Münchener-Rück-Aktie den DAX um Längen. Die Börse honoriert also unsere langfristig angelegte Geschäftspolitik zum Nutzen unserer Aktionäre.

In den letzten 14 Tagen hat der Kurs unserer Aktie allerdings etwas unter der Diskussion um eine neue Zusammensetzung bzw. Gewichtung der Aktien in den Dow-Jones-STOXX-Indizes gelitten. Es besteht die Möglichkeit, dass die Münchener-Rück-Aktie aus einem Index, dem STOXX 50, herausfällt, wenn die Gewichtung künftig nur noch vom Börsenwert der Aktien im Streubesitz abhängt. Im Euro STOXX 50 wären wir auf jeden Fall weiter vertreten. Derzeit beträgt der Streubesitz an Münchener-Rück-Aktien rund 45 %. Wir sind mit der Geschäftsleitung des STOXX im Gespräch; ich glaube, die Würfel sind noch nicht gefallen.

Die Maßnahmen zur Vereinfachung der Aktienstruktur, die Sie im Vorjahr beschlossen haben, konnten wir mittlerweile erfolgreich abschließen: Das Wesentliche dazu und weitere Informationen zu unserer Aktie finden Sie im Abschnitt 3 unseres Geschäftsberichts und in der neu aufgelegten Broschüre "Die Aktie der Münchener Rück". Beide Veröffentlichungen halten wir für Sie an den Informationsständen im Foyer bereit.

Meine Damen und Herren,

zunächst noch einmal einen Blick zurück auf das Geschäftsjahr 1999. Wie sah es im Einzelnen aus?

1999 brachte in der Rückversicherung den schlechtesten Schadenverlauf seit Bestehen der Münchener Rück – also seit 1880! Trotz der guten Ergebnisse der Erstversicherer verschlechterte sich deshalb das Konzernergebnis vor Steuern, Minderheitsanteilen und Abschreibungen auf den Goodwill um 460 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro. Hierzu trugen die Rückversicherer dank guter Ergebnisse aus Kapitalanlagen noch 1,2 Milliarden Euro bei; das sind etwa 300 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Erstversicherer steuerten rund 950 Millionen Euro bei – gut 100 Millionen mehr als 1998.

Der Steueraufwand ging um mehr als 50 % auf 383 Millionen Euro zurück, vor allem weil der Körperschaftsteuersatz in Deutschland von 45 % auf 40 % zurückgenommen wurde.

Der Konzerngewinn liegt deshalb mit 1 Milliarde 133 Millionen Euro letztlich nur wenig unter dem des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie beträgt 6 Euro 45 nach 7 Euro 11 im Vorjahr. Davon entfallen 1 Euro 70 auf die erwähnte Senkung des Körperschaftsteuersatzes.

Insgesamt ist das Ergebnis 1999 damit deutlich hinter unseren ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben. Die Entwicklung verlief jedoch durchaus unterschiedlich.

In der Rückversicherung stiegen unsere Beiträge um 8,6 % auf 15,4 Milliarden Euro. Besonders stark gewachsen sind wir in den Branchen Leben und Kranken. In der Lebensversicherung konnten wir den Gewinn gegenüber dem Vorjahr noch einmal spürbar verbessern. In der Krankenversicherung ist es uns gelungen, den Verlust des Vorjahres sehr deutlich zu reduzieren.

Das Wachstum in der Schaden- und Unfallversicherung betrug insgesamt 4,4 %; erfreulich ist hier vor allem das Plus in den Sparten Unfall und Haftpflicht. Das Ergebnis wurde 1999 – gerade auch im letzten Monat des Jahres – maßgeblich durch die Schäden aus Naturkatastrophen geprägt, die uns insgesamt mehr als dreimal so viel kosteten wie im Vorjahr. Entsprechend schlecht war das Resultat in der Feuerversicherung, in den Technischen Versicherungen und in den Sonstigen Versicherungszweigen. Dagegen blieben wir von Schäden aus dem Jahrtausendwechsel bisher erfreulicherweise weitgehend verschont.

In der Unfallversicherung war der Verlust trotz erheblicher Schadenbelastungen aus dem norwegischen Arbeiterunfallgeschäft niedriger als im Vorjahr.

Das schlechte Ergebnis in der Haftpflichtversicherung geht vor allem zurück auf die American Re: Für 1999 – und im Nachlauf der beiden vorangegangenen Jahre – rechnet sie mit merklich höheren Schadenbelastungen als zunächst erwartet. Sie hat deshalb die Schadenrückstellungen kräftig erhöht.

In der Kraftfahrtversicherung hat der Verlust ebenfalls zugenommen: Dies spiegelt die Lage auf dem deutschen Markt wider, wo die Schadenbelastungen 1999 gestiegen, die Durchschnittsprämien aber noch einmal gesunken sind.

Die Combined Ratio – also die Schäden und Kosten in Prozent der verdienten Beiträge – für das Nichtlebensgeschäft hat sich insgesamt um 13,2 Prozentpunkte auf 118,9 % verschlechtert; ohne Schäden aus Naturkatastrophen hätte die Combined Ratio im Berichtsjahr 108,2  % betragen; im Vorjahr waren das 101,7 %. Es sind also nicht nur die Schäden aus Naturkatastrophen erheblich gestiegen: auch die übrigen Schadenaufwendungen sind stark gewachsen.

Im Folgenden sehen Sie, wie sich unser Umsatz nach Regionen aufteilt.

Bemerkenswert ist hier der Anstieg des Umsatzes in Nordamerika: Rund 5 Prozentpunkte davon sind währungsbedingt, weitere 13 Prozentpunkte trug die American Re bei. Dieses Wachstum entfällt einerseits auf den planmäßigen Ausbau des Geschäfts, z. B. in der Krankenversicherung oder im Maklergeschäft; andererseits erhielt die American Re 1999 aufgrund des schlechten Geschäftsverlaufs erhebliche Nachverrechnungsbeiträge von ihren Kunden überwiesen.

Für unsere Erstversicherer war 1999 ein erfolgreiches Jahr:

Der Umsatz nahm um 6,5 % auf 13,5 Milliarden Euro zu. Die Lebensversicherer der Gruppe erreichten im Berichtsjahr hervorragende Zuwachsraten beim Neugeschäft – es expandierte z. B. bei der ERGO um über 45 %, bei der Karlsruher um mehr als 60 %. Die Beiträge unserer Lebensversicherer erhöhten sich von 5,7 Milliarden Euro um 9,8 % auf 6,2 Milliarden Euro.

In der Krankenversicherung konnte die DKV ihre Position als Marktführer in Deutschland und in Europa mit einem Beitragsplus von 3,1 % auf 3,6 Milliarden Euro festigen. Unseren Schaden- und Unfallversicherern gelang es erneut, die Beiträge zu steigern, obwohl der deutsche Markt insgesamt wieder einen Umsatzrückgang hinnehmen musste; sie verbuchten insgesamt ein Plus von 4,7 %.

Beim versicherungstechnischen Ergebnis profitierten wir auch 1999 von der günstigen Zusammensetzung unseres Portefeuilles. Der Anteil der Kraftfahrtversicherung und der Feuerversicherung, wo der Wettbewerb besonders scharf ist, liegt deutlich unter dem Marktdurchschnitt; wir waren daher vom anhaltenden Preiswettbewerb weniger betroffen als andere. Gleiches gilt für die Zunahme der Schäden in der Kraftfahrtversicherung.

Bei unseren Kapitalanlagen haben wir 1999 an unserer substanzwertorientierten Anlagepolitik festgehalten und sind gut damit gefahren. Im Berichtsjahr wuchsen unsere Kapitalanlagen um 10,9 % auf 151 Milliarden Euro. Das Ergebnis betrug 9,5 Milliarden Euro; das sind 12,5 % mehr als im Vorjahr. In diesem Resultat sind Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro enthalten; im Vorjahr waren es vergleichbare 1,6 Milliarden Euro.

Die Münchener-Rück-AG konnte trotz der widrigen Umstände im Rückversicherungsgeschäft ihren Jahresüberschuss auf 328 Millionen Euro verdoppeln; davon wurden 160 Millionen in die Gewinnrücklagen eingestellt. Die Dividende soll nach dem Ihnen vorliegenden Gewinnverwendungsvorschlag von 0,92 auf 0,95 Euro angehoben werden; die Aktionäre erhalten damit wegen des Aktiensplits im Januar 1999 mehr als doppelt so viel ausgeschüttet wie im Vorjahr.

Meine Damen und Herren,

im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen Licht und Schatten nahe beieinander. Doch insgesamt war es nach der Einschätzung des Vorstands etwas zu schattig. Dabei ist nicht zu übersehen – aber das ist nur ein geringer Trost -, dass es im Rückversicherungsgeschäft unseren Konkurrenten nicht anders erging. Allerdings konnten wir – dank der Finanzkraft Ihres Unternehmens – die ungewöhnlichen Belastungen ohne Probleme meistern.

Wichtiger als die Rückschau ist jedoch der Blick nach vorn: Wohin wollen wir und wo stehen wir im Augenblick? Ich komme damit zu unseren Zielen und zu unseren Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.

Wir haben uns für die nächsten Jahre eine ganze Menge vorgenommen:

  • Wir wollen unsere Marktstellung als führender Rückversicherer rund um die Welt ausbauen und auf allen wichtigen Märkten die erste oder zumindest die zweite Position einnehmen.
  • In der Erstversicherung möchten wir mit der ERGO in Europa zu den bedeutenden Gruppen im Privatkundengeschäft gehören.
  • Unser neues Tochterunternehmen MEAG soll sich zu einer der besten Asset-Management-Gesellschaften mausern.
  • Wir wollen den Gewinn nach Steuern jährlich um mindestens 10 % steigern und damit eine wachsende marktadäquate Eigenkapitalrendite erwirtschaften.
  • Der Kurs unserer Aktie soll sich nachhaltig besser entwickeln als der DAX.


Dies ist ein ehrgeiziges Programm. Wir brauchen sicher ein Quäntchen Glück, um unsere Ziele zu erreichen; wir sind aber vor allem auf das Können und den Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Ihnen möchte ich an dieser Stelle noch einmal herzlich und ganz besonders für ihr großes Engagement in turbulenten und schwierigen Zeiten danken.

Meine Damen und Herren,

worum geht es uns im Einzelnen?

Betrachten wir zunächst die Rückversicherung.

Die Rückversicherung ist und bleibt für uns ein attraktives Geschäftsfeld. Unsere Kunden und die von ihnen nachgefragten Produkte ändern sich, bestimmte Rückversicherungsformen verlieren an Bedeutung. Aber: Neue Kunden und neue Produkte kommen hinzu und eröffnen auch künftig gute Wachstumsmöglichkeiten. Wir werden diese Chancen wahrnehmen und unsere Spitzenstellung behaupten und noch ausbauen.

Wir wollen:

  • in der Lebensversicherung zum maßgeblichen Rückversicherer werden und
  • in der Nichtlebensversicherung, wo wir seit Jahrzehnten der führende Rückversicherer sind, unsere Position weiter stärken.



In der Lebensrückversicherung verfügen wir noch nicht auf allen wichtigen Märkten über den Marktanteil, den wir uns vorstellen; das gilt z. B. für die USA.

Wir prüfen – nicht nur hier – konkrete Akquisitionsmöglichkeiten und nutzen die Geschäftschancen, die sich auf den Märkten bei Demutualisierungen und aus Fusionen ergeben; im Einzelfall übernehmen wir auch große Rückversicherungsportefeuilles, wenn die Preise und Bedingungen in Ordnung sind.

Besondere Aufmerksamkeit schenken wir den künftigen Wachstumsmärkten China, Indien, Korea, Lateinamerika sowie ausgewählten Ländern in Osteuropa und Südostasien. Wir haben erst kürzlich in Chile eine neue Life-Unit gegründet und unser Personal in Hongkong und Singapur deutlich verstärkt.

Im Nichtlebensgeschäft wollen wir unsere Position als weltweiter Marktführer weiter festigen und vor allem unsere Stellung auf den Kernmärkten Nordamerikas und Europas sowie in Japan behaupten und ausbauen.

In den USA ist es mittelfristig unser Ziel, die Nummer eins zu werden. Angesichts der zurzeit völlig unbefriedigenden Markt- und Schadensituation konzentrieren wir unsere Anstrengungen jedoch zunächst darauf, Preise und Bedingungen für unser Portefeuille wieder auf ein angemessenes Niveau anzuheben. Wir nehmen deshalb bewusst in Kauf, dass wir vorübergehend Marktanteile verlieren. So hat die American Re Verträge mit einem Geschäftsvolumen von mehr als 500 Millionen US-Dollar nicht erneuert, weil Preise und Bedingungen nicht als ausreichend angesehen wurden.

Auch im Nichtlebensgeschäft setzen wir auf die Entwicklungsmärkte.

So gehört der Ausbau des Rückversicherungsgeschäfts der Gruppe in Lateinamerika zu den wesentlichen Zielen der Münchener Rück. Die anstehende Privatisierung des brasilianischen Monopolrückversicherers IRB, bietet hier eine interessante Gelegenheit. Als Rückversicherer, der seit Jahrzehnten mit dem Markt in Geschäftsbeziehungen steht und auch bereits eine Außenstelle aufgebaut hat, haben wir sämtliche Möglichkeiten zum Erwerb des IRB – allein oder, so unsere Präferenz, zusammen mit brasilianischen Erstversicherern – geprüft und verhandelt. Die Prüfung schloss auch eine Due Diligence vor Ort ein. Im Ergebnis werden wir uns jedoch an der Versteigerung des IRB, sollten sich die Verkaufsbedingungen nicht noch deutlich ändern, nicht beteiligen. Die Hauptgründe? Den möglichen Erwerbern wurde nicht jene Quantität und Qualität an Informationen zur Verfügung gestellt, die objektiven Erfordernissen und dem Investment eines Betrages von mehr als 250 Millionen Euro entsprechen. Auch hat die mehrfache Verschiebung der Versteigerung des IRB und damit der Öffnung des Rückversicherungsmarktes zu einem erheblichen Angebotsüberhang der Rückversicherer geführt, der nachhaltig auf Preise und Bedingungen drückt und die unter Renditegesichtspunkten erforderlichen Returns auf Sicht nicht zulässt. So haben wir uns entschlossen, als so genannter Admitted Reinsurer, also mit einem Repräsentationsbüro, in Brasilien tätig zu werden. Auf diese Weise sichern wir unsere Position auf einem aufstrebenden Markt und können ein selektiv gezeichnetes, rentables Portefeuille aufbauen. Unser marktweit anerkanntes Team in São Paulo ist übrigens schon heute der Meinungsführer unter den Rückversicherern in Brasilien.

Ein weiteres Beispiel für unsere Aktivitäten in den künftigen Wachstumsmärkten ist China: Bisher sind wir dort mit Repräsentanzen in Peking und Schanghai sowie mit einer Zweigniederlassung in Hongkong vertreten. Ich kann Ihnen heute berichten, dass nach Abschluss einer umfangreichen Projektstudie der Vorstand in der vergangenen Woche beschlossen hat, für die Münchener-Rück-AG die Zulassung einer Zweigniederlassung in Peking zu beantragen, die erstmals auch Zeichnungsvollmacht für Lebens- und Nichtlebensgeschäft in der Landeswährung Renminbi haben soll.

Bereits gegründet haben wir in diesem Jahr eine Niederlassung in Indien, nämlich in Bombay. Wir sind also überall, wo sich etwas tut, dicht am Ball und haben einiges in Gang gesetzt, um auch zum Erfolg zu kommen. Drei Stichworte hierzu:

  • Eine neu gebildete Spezialeinheit unterstützt unsere Kunden u. a. bei der Behandlung von Haftpflichtschäden im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen.
  • In der Sparte Kredit wollen wir die Exportkreditversicherung einschließlich der Übernahme kurzfristiger politischer Risiken verstärkt ausbauen.
  • Und: Wir haben eine so genannte Maklerinitiative gestartet, um auch über diesen Weg wünschenswertes Geschäft zu akquirieren.


Für besonders wachstumsträchtig halten wir unverändert die Finanzrückversicherung und die alternativen Märkte, selbst wenn uns einige Finanzrückversicherungsverträge im letzten Geschäftsjahr hohe Schäden beschert haben.

Wachstumsmöglichkeiten gibt es übrigens auch in Bereichen, an die der Außenstehende auf Anhieb nicht denkt. Ein aktuelles Beispiel: In sechs Jahren wird hier in München das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft 2006 stattfinden. Weitere Spiele werden in etwa zehn deutschen Städten ausgetragen, das Finale in Berlin. Auch bei dieser sportlichen Großveranstaltung wird sich der Veranstalter, der DFB, gegen Einnahmeausfall versichern. Und aller Voraussicht nach wird die Münchener-Rück-Gruppe hierbei wieder einer der am höchsten beteiligten Risikoträger sein. Wir haben dafür nicht nur in der Rückversicherung, sondern auch in der Erstversicherung die erforderliche Expertise.

Sport ist heute von eminenter wirtschaftlicher Bedeutung. Dies mögen folgende Zahlen belegen: Die kürzlich von den Franzosen gewonnene Fußballeuropameisterschaft hatte eine Versicherungssumme bzw. ein Haftungslimit von 46 Millionen Euro. Die Veranstaltung verlief für die Versicherer schadenfrei. Die Olympischen Sommerspiele dieses Jahres in Sydney sind, obwohl ein Weltereignis, zwar nur mit umgerechnet 66 Millionen Euro auf dem privaten Versicherungsmarkt gedeckt, weil der Veranstalter eine Staatsgarantie für den Fall wirtschaftlicher Verluste hat. Doch werden die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City im Jahre 2002 wohl mit umgerechnet 270 Millionen Euro versichert sein. Eine neue Höchstmarke bringt dann die nächste Fußballweltmeisterschaft – ebenfalls 2002 – in Korea und Japan mit einer Versicherungssumme von rund 1,3 Milliarden Euro. Das mit Abstand Teuerste hieran ist der – massiv erhöhte – Preis für die Fernsehübertragungsrechte. Falls die Spiele ganz oder teilweise ausfallen, aus welchem Grund auch immer, wird der Einnahmeausfall von den Versicherern zu tragen sein. Es ist anzunehmen, dass die Versicherungssummen bzw. die Haftungslimits bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 noch weiter steigen werden. Die Münchener-Rück-Gruppe ist in der Regel mit 10 bis 15 % an diesen Verträgen beteiligt.

Meine Damen und Herren,

die Situation auf vielen Rückversicherungsmärkten ist leider nicht so, wie wir sie uns wünschen. Das "ceterum censeo", das sich durch unseren Geschäftsbericht zieht, lautet: Preise und Bedingungen sind unzureichend. Wir arbeiten intensiv daran, das Geschäft wieder profitabel zu machen. Jede Kundenverbindung wird auf den Prüfstand gestellt und nach ihrem dauerhaften künftigen Beitrag zu unserem Geschäftserfolg beurteilt. Von Geschäft, das mittelfristig unseren Renditeansprüchen nicht gerecht wird, werden wir uns trennen.

Damit zur Erstversicherung.

Aufbauend auf einer starken Basis auf dem Heimatmarkt, verfolgen wir das Ziel, mit der ERGO in Europa eine der führenden Erstversicherungsgruppen im Privatkundengeschäft zu werden. Wir streben an, auf ausgewählten Wachstumsmärkten zu den ersten fünf zu gehören. Mittelfristig wollen wir den Auslandsanteil an unserem Geschäft auf 20 bis 25 % steigern.

Wir blicken dabei durchaus weit über unsere Grenzen hinaus: Die zur ERGO gehörende Deutsche Krankenversicherung kooperiert seit August 1997 mit der Ping An Insurance beim professionellen Aufbau des Krankenversicherungsgeschäfts in China. Die Münchener Rück unterstützt beide Gesellschaften mit ihrem Service sowie als Rückversicherer. Die effektive Geschäftsaufnahme mit spezialisierten Krankenversicherungsprodukten erfolgte testweise im Januar 1999 in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen, wo die Ping An ihren Hauptsitz hat. Mit den gemeinsam entwickelten stationären Krankenkostenvollversicherungen und den Krankenhaustagegeld-Tarifen wurde dort bereits ein ansehnliches Beitragsvolumen erzielt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testphase wird jetzt die Geschäftstätigkeit auf weitere 18 Provinzen Chinas ausgeweitet. Im Jahre 2001 sollen die Produkte in ganz China vertrieben werden.

Doch auch in Deutschland wollen wir weiter wachsen und unseren Marktanteil in der Erstversicherung auf über 10 % erhöhen. Dementsprechend ist unser Ziel auch weiterhin ein marktüberdurchschnittliches Wachstum in allen Segmenten.

Was tun wir, um diese Ziele zu erreichen? Die wesentlichen Maßnahmen möchte ich im Folgenden skizzieren:

  • Wir wollen die Expansion ins europäische Ausland durch gezielte Akquisitionen auf volumen- und wachstumsstarken Märkten fortsetzen. Unsere Entschlossenheit, sich bietende Chancen zur Geschäftsausweitung auf solchen Märkten zu nutzen, hat die Übernahme der Aktivitäten der Alten Leipziger Europa gezeigt. Es ist vorgesehen, die neuen Tochterunternehmen zum Sprungbrett für die weitere Expansion der ERGO-Gruppe in Mittel- und Osteuropa zu machen.
  • Wir werden den Vertrieb stärken und die gegenseitige Nutzung der Vertriebskanäle und der Kundenbasis verbessern.
  • Wachstums-, Ertrags- und Kostensynergien, wo immer sie bestehen, sollen entschlossen realisiert werden. MEAG und ITERGO sind hierfür zwei aktuelle Beispiele.
  • Wir werden die Entwicklung neuer E-Commerce-Vertriebsformen und -
    Geschäftsmodelle vorantreiben. Die ERGO hat mit ihrem Joint Venture mit der Telekom hier eine Vorreiterrolle besetzt.


Und nun zu unserem jüngsten Geschäftsfeld – dem Asset-Management.

Die Verantwortung für das Management des größten Teils der Kapitalanlagen des Konzerns liegt seit dem 1. April bei der MEAG. Die MEAG verwaltet neben den Aktien- und Rentenbeständen insbesondere auch den umfangreichen Immobilienbesitz der Münchener Rück und der ERGO-Gesellschaften. Ein Schwerpunkt der Aufgaben wird in den nächsten Monaten darin bestehen, effiziente Abläufe und Systeme für die Verwaltung der Kapitalanlagen einzurichten. Die Stichworte dazu lauten "Risikomanagement", "Risikoberichterstattung" und "Bestandsführung nach IAS und HGB".

Die MEAG verwaltet vom Start weg ein Vermögen von mehr als 125 Milliarden Euro. Die Zielmarke für die nächsten drei bis fünf Jahre ist gesteckt: 200 Milliarden Euro Kapitalanlagen.

Neben neun Publikumsfonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro werden derzeit vorrangig Spezialfonds verwaltet. Die Fondspalette wird noch in diesem Jahr auf 16 Produkte ausgebaut. In einem ersten Schritt (bis etwa zur Mitte des Jahres) werden zwei europäische Mischfonds und drei internationale Dachfonds aufgelegt und in einem zweiten Schritt Themen-Aktienfonds, Trendfonds und Altersvorsorge-Sondervermögen. In die Dachfonds werden auch Produkte erfolgreicher Wettbewerber einbezogen.

Der Vertrieb läuft zunächst über die Distributionskanäle der ERGO-Gruppe; wir wollen jedoch verstärkt auch andere Vertriebswege nutzen.

Alle Fonds der MEAG liegen mit ihrer mittel- und langfristigen Wertentwicklung über den Indizes der jeweiligen Anlagesektoren.

Meine Damen und Herren,

ich komme nun zu den Aussichten für das laufende Geschäftsjahr und beginne mit der Rückversicherung.

Wir konnten bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge für das laufende Geschäftsjahr unsere Position auf vielen wichtigen Märkten nicht nur halten, sondern sogar ausbauen. Verbesserungen bei den Preisen und Bedingungen waren jedoch nur partiell zu erreichen. Anzeichen für eine Verhärtung der Rückversicherungsmärkte sind feststellbar, die Marktverhältnisse sind aber leider in vielen Bereichen noch unbefriedigend, auch weil die Sturmereignisse im Dezember sich auf die Vertragserneuerung 2000 nicht mehr auswirken konnten.

Unbefriedigend ist insbesondere die Marktsituation in den USA. Dies spiegelt sich in den Ergebnissen der US-Rückversicherer für das 1. Quartal 2000 deutlich wider. So musste die American Re beispielsweise einen Verlust von 59 Millionen US-Dollar hinnehmen – nach einem Gewinn von 57 Millionen US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Verlust resultiert u. a. aus Nachmeldungen ihrer Zedenten für Schäden aus der Finanzrückversicherung. Er reflektiert aber eben auch die anhaltend miserable Verfassung des US-Marktes, auf dem sich die Preise und Bedingungen erst ganz langsam zu bessern beginnen. Trotz des schlechten ersten Quartals erwarten wir für die American Re für das Gesamtjahr aber derzeit ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis.

In der Rückversicherung sind wir im laufenden Jahr bisher von schweren Naturereignissen verschont geblieben; wir erhalten allerdings immer noch Nachmeldungen von Schäden, die durch die Orkane Lothar und Martin verursacht worden sind. Die Gesamtsumme liegt zwar durchaus im Rahmen unserer Schätzungen, doch zeigt uns die Entwicklung, dass viele Erstversicherer die Belastungen zunächst unterschätzt haben. Wir rechnen damit, dass die Preise für die Deckung von Schäden aus Naturkatastrophen anziehen werden; Verbesserungen um 10 bis 15 % scheinen erreichbar zu sein. Die Erneuerungsverhandlungen in Japan und Australien, die traditionell zum 1. April bzw. zum 1. Juli erfolgen, bestätigen uns in dieser Einschätzung. Auch in Lateinamerika verzeichnen wir substantielle Ratenerhöhungen für solche Deckungen.

Wir gehen derzeit in der Rückversicherung – bei unveränderten Wechselkursen und unverändertem Konsolidierungskreis – von einem Wachstum von 4 bis 5 % aus. Berücksichtigt man die aktuellen Wechselkurse und die Übernahme des Portefeuilles der Alten Leipziger Rück, dann ergibt sich ein Umsatzwachstum von rund 7 %.

Was das Resultat der Rückversicherer betrifft, so sind wir vorsichtig optimistisch. Wenn sich – wie es bisher aussieht – die Belastungen aus Naturkatastrophen wieder auf ein normales Niveau verringern und es beim Ergebnis aus den Kapitalanlagen keinen Einbruch gibt, müssten wir in diesem Geschäftsfeld ein spürbar besseres Jahresergebnis ausweisen können als im Vorjahr.

Der versicherte Schaden aus der Explosion einer Feuerwerksfabrik in der niederländischen Stadt Enschede wird auf rund 270 Millionen Euro geschätzt; wir sind daran voraussichtlich mit 20 bis 25 Millionen Euro beteiligt. Unabhängig davon müssen wir im 1. Halbjahr 2000 eine weiterhin hohe Frequenz von Größtschäden vor allem in der industriellen Feuerversicherung feststellen.

Die Erstversicherer haben in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2000 gut abgeschnitten, obwohl in der Lebensversicherung die hohen Wachstumsraten des Vorjahres beim Neugeschäft natürlich nicht wiederholbar waren.

Alles in allem erwarten wir für das Jahr 2000 in der Erstversicherung ein Wachstum von gut 5 %; davon entfällt 1 Prozentpunkt auf die erstmalige Einbeziehung der Alten Leipziger Europa. Motor des Wachstums wird im laufenden Jahr die Krankenversicherung sein.

Für den Konzern insgesamt prognostizieren wir einen Umsatzzuwachs von rund 6 % und einen Anstieg des Ergebnisses um über 10 % auf mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Unseren Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2000 werden wir am 21. September veröffentlichen.

Meine Damen und Herren,

zu den Schlagworten, die seit Monaten in aller Munde sind, gehört E-Business.

In der Assekuranz wird der Kompetenznachweis in diesem Bereich ebenfalls zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Der Umstand, dass dabei zum Teil auch "heiße Luft" produziert wird, verleitet uns allerdings keineswegs dazu, dieses Thema zu vernachlässigen.

Auch wir wollen unsere E-Business-Aktivitäten steigern. Als Voraussetzung haben wir ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das unsere Arbeit koordinieren und vorantreiben wird. Dabei wollen wir E-Business nicht nur bei traditionellen Geschäftsmodellen nutzen, also zum individuellen Ausbau der Kundenpartnerschaft und zur Unterstützung unseres originären Rückversicherungsgeschäfts. Wir werden dieses Instrument auch für die Entwicklung gänzlich neuer Dienstleistungen und Produkte einsetzen.

Nach unserer Einschätzung konzentriert sich die Dynamik des Geschehens allerdings derzeit weniger auf die Rückversicherungs- als auf die Erstversicherungsmärkte. Denn in der Rückversicherung werden erst allmählich die Strukturen und die Bedürfnisse der Nutzer sichtbar. Positive Public-Relations-Effekte für die Vorreiter sind zwar unbestreitbar, finanzielle Erfolge werden aber nach meiner Einschätzung noch geraume Zeit auf sich warten lassen.

In der Erstversicherung ist die Münchener-Rück-Gruppe über die ERGO im E-Business ausgezeichnet positioniert. Ich verweise nur auf die strategische Partnerschaft von ERGO und Deutscher Telekom, die einen innovativen Finanzdienstleistungs-Marktplatz im Internet aufbauen werden. Die prominente Stellung der ERGO unter den europäischen Versicherern im Onlinebereich wird dadurch weiter gefestigt.

Die Anfang Mai bekannt gegebene Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse mit der Allianz stärkt die Münchener Rück zusätzlich.

Die Absichtserklärung, die am 4. Mai von beiden Unternehmen unterzeichnet wurde, sieht im Einzelnen Folgendes vor:

  • Münchener Rück und Allianz reduzieren ihre gegenseitigen Beteiligungen von 25 % auf rund 20 %. Dieser Abbau wird kapitalmarktschonend in mehreren Schritten bis zum Ende des Jahres 2003 abgeschlossen sein. Die sehr erfolgreiche Emission unseres Exchangeable Bonds auf Allianz-Aktien Anfang Juni ist ein Schritt in diesem Zusammenhang.
  • Die Münchener Rück veräußert ihre Anteile von 45  % an der Bayerischen Versicherungsbank AG und von 49,9 % an der Frankfurter Versicherungs-AG an die Allianz. An diesen beiden Konzerngesellschaften der Allianz ist die Münchener Rück dann nicht mehr beteiligt.
  • Im Gegenzug übernimmt die Münchener Rück von der Allianz deren Anteil von
    39 % an der Mercur Assistance und hält dann 63 % an dieser Gesellschaft. Ferner erwirbt sie den Anteil von 36,1 %, den die Allianz derzeit an der Karlsruher Lebensversicherungs-AG besitzt. Unser Anteil an der Karlsruher steigt dann auf
    90 %.


Die geplante Absenkung der gegenseitigen Beteiligungen wird den Streubesitz beider Unternehmen erhöhen und den Aktionärskreis verbreitern. Damit werden die Aktien der Münchener Rück und der Allianz für internationale Anleger noch attraktiver. Die erheblichen Mittel, die der Münchener Rück aus dem Abbau der Beteiligung an der Allianz und dem Verkauf der Anteile an der BVB und der Frankfurter zufließen, wollen wir in den weiteren Ausbau unseres Geschäfts investieren.

Selbstverständlich sind für diese Neuordnung des Beteiligungsbesitzes die steuerlichen Rahmenbedingungen sehr wichtig. Wir begrüßen deshalb grundsätzlich die politisch bemerkenswerte Entscheidung des Bundesrates, der am vergangenen Freitag den Weg für die Steuerreform freigemacht hat. Es bleibt wünschenswert, dass es auch bei einem anderen wichtigen Reformvorhaben – der Rentenreform – bald zu einer konsequenten und sachgerechten Entscheidung kommt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir bemühen uns sehr, den Wert Ihres Unternehmens für Sie transparent zu machen, und wir setzen weiterhin alles daran, den Unternehmenswert zu steigern. Hierfür haben wir in allen Bereichen des Konzerns eine hervorragende Ausgangsposition und die nötigen Ressourcen. Bitte schenken Sie uns auch weiterhin Ihr Vertrauen.

Zum Schluss meines Referats möchte ich Ihnen noch kurz die heute zur Beschlussfassung vorgeschlagenen Tagesordnungspunkte 5, 6 und 7 erläutern.

Unter Tagesordnungspunkt 5 bitten wir Sie um die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals I, d. h. eines genehmigten Kapitals mit Bezugsrecht für die Aktionäre. Das zuletzt 1995 beschlossene Genehmigte Kapital I läuft in diesem Jahr aus. Wir haben es einmal – 1998 – im Umfang von 35 Millionen DM in Anspruch genommen.

Über dieses schon klassisch zu nennende flexible Instrument sollte die Gesellschaft auch weiterhin verfügen können. Konkrete Pläne für eine Inanspruchnahme gibt es derzeit nicht. Der vorgeschlagene Rahmen beträgt 120 Millionen Euro. Wir bleiben damit unter der alten Höhe von 250 Millionen DM.

Auch der Vorschlag zum Aktienrückkauf unter Tagesordnungspunkt 6 gehört mittlerweile zum Standardrepertoire deutscher Publikumsgesellschaften. Auch insoweit haben wir derzeit keine konkreten Pläne, davon in nächster Zeit Gebrauch zu machen, doch möchten wir im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre gleichwohl über dieses Instrument verfügen können.

Was die Bedingungen des Erwerbs und der Verwendung eigener Aktien betrifft, haben wir uns an bewährte Vorbilder gehalten. Einzelheiten hierzu können Sie dem Bericht zu Tagesordnungspunkt 6 entnehmen, der in der Einladung zur Hauptversammlung auf den Seiten 9 bis 12 abgedruckt ist.

Bei den unter Tagesordnungspunkt 7 vorgeschlagenen Satzungsänderungen handelt es sich diesmal nicht um Standard, sondern um eine Innovation. Als Unternehmen mit einer weit über 100-jährigen Tradition börsennotierter Namensaktien haben wir uns dieser Aktienart schon immer verpflichtet gefühlt. Mit der Realisierung der Girosammelverwahrung haben wir zur Renaissance der Namensaktie maßgeblich beigetragen, was nun sogar Änderungen des Aktienrechts zur Folge haben wird: So sieht der kürzlich beschlossene Entwurf zum Namensaktiengesetz insbesondere Erleichterungen der Stimmrechtsvertretung vor, wie z. B. die elektronische Bevollmächtigung. Hiervon möchten wir schon für die Hauptversammlung im nächsten Jahr Gebrauch machen können. Auch die im Namensaktiengesetz vorgesehene Anmeldefrist von sieben Tagen möchten wir künftig in flexibler Weise nutzen können.

Hoffen wir also, dass das Namensaktiengesetz bis zur nächsten Hauptversammlung in Kraft getreten ist!

So viel zu den Besonderheiten der diesjährigen Beschlussvorschläge.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Es gilt das gesprochene Wort.)


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