Dürren, eine unterschätzte Gefahr – Publikation Geo Topics 2012 von Munich Re thematisiert Schadenpotenzial von Dürren

07.03.2013

Dürren sind eine weltweit noch unterschätzte Naturgefahr. Sie entwickeln sich sehr langsam und werden global oft erst beachtet, wenn sie Hungerkatastrophen auslösen. Durch Dürren sind milliardenschwere Ernteausfälle, schwerwiegende Buschbrände oder wirtschaftliche Einbußen durch Beschränkungen des Schiffsverkehrs oder der Stromerzeugung möglich.

München. Nach Daten von Munich Re gab es zu Beginn der 1980er-Jahre etwa zehn schadenrelevante Dürre-Ereignisse weltweit, zuletzt lag die Anzahl etwa doppelt so hoch, wie aus der neuen Publikation Geo Topics 2012 von Munich Re hervorgeht. „Der Weltklimarat erwartet, dass in vielen Regionen der Erde Hitzewellen und Dürren zunehmen werden. Im Zuge dessen werden sich Dürren im Laufe der nächsten Jahrzehnte zu einer der schadenträchtigsten Naturkatastrophen entwickeln“, so Prof. Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re.

In den USA war 2012 die so genannte „Kornkammer“ im Mittleren Westen von einer Dürre betroffen, wie sie sich nur etwa alle 40 Jahre ereignet. Rekordtemperaturen und ein trockener, zu warmer Winter waren die Auslöser. Der Schaden in der Landwirtschaft betrug rund 20 Milliarden US$, wovon ca. 15 Mrd. US$ versichert waren.

„Hier hat sich das US-Agrarversicherungssystem bewährt, das auf einer Teilung der Risiken zwischen Staat und Versicherungswirtschaft basiert. Die Landwirte können rasch wieder produzieren, Bankrotte von Landwirten oder auch Agrarbanken werden verhindert. Einem so vorbildhaften Risikomanagementsystem kommt angesichts der steigenden Dürre-Risiken für andere Länder große Bedeutung zu“, so Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied von Munich Re.

In den vorangegangenen Jahren hatten Dürren in Texas und Russland ebenfalls die Ernten stark geschmälert. In Somalia löste eine Dürre 2011 eine Hungerkatastrophe aus.

Insgesamt ereigneten sich 2012 rund 900 Naturkatastrophen, die nach aktualisierten Daten gesamtwirtschaftliche Schäden von 170 Mrd. US$ verursachten. Davon waren rund 70 Mrd. US$ versichert. Die Schäden lagen leicht über dem 10-Jahres-Durchschnitt, aber deutlich unter denen des Rekordschadenjahres 2011, das von dem Erdbeben in Japan geprägt war. Mit rund 90% der globalen versicherten Naturkatastrophenschäden war Amerika bei weitem noch stärker betroffen als sonst (ca. 70%).

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