Umfassende Münchener-Rück-Studie "Topics Geo – Jahresrückblick Naturkatastrophen 2004"

24.02.2005

Rückversicherung

2004 war geprägt von dramatischen Ereignissen als Folge von Erdbeben und tropischen Wirbelstürmen. Daneben gab es außergewöhnliche Naturereignisse in selten betroffenen Gebieten. Auf die Assekuranz kamen Rekordbelastungen zu. Das Tsunami-Ereignis forderte über 170 000 Todesopfer, mehr als 100 000 Menschen werden noch vermisst, über eine Million Menschen sind obdachlos.

Ausführlich beschreibt die Studie "Topics Geo – Jahresrückblick Naturkatastrophen 2004" (seit heute abzurufen unter www.munichre.com) u.a. die Tsunamikatastrophe, die erneut – und auf dramatische Weise – die Bedrohung durch Naturkatastrophen deutlich gemacht hat. Welche Konsequenzen sind aus diesem Ereignis zu ziehen?

Tsunamikatastrophe in Südasien: Aufklärung, Prävention, Versicherungslösungen

Nach offiziellen Angaben hat die von einem Erdbeben der Stärke 9,0 ausgelöste Katastrophe über 170 000 Menschenleben gefordert; angesichts der großen Zahl von Vermissten befürchtet man allerdings mehr als 250 000 Todesopfer. Hunderttausende wurden verletzt. Betroffen war vor allem die einheimische Bevölkerung an mehreren tausend Kilometern Küstenlinie in Südasien und Afrika.

Der volkswirtschaftliche Schaden liegt nach derzeitiger Schätzung bei über 10 Mrd. US$, der versicherte bei ca. 1 bis 2 Mrd. US$, die Belastung für die Münchener-Rück-Gruppe bei unter 100 Mio. €. Die Topics Geo – Studie:

Die Konsequenzen, die sich für Wissenschaft, Politik und Versicherungswirtschaft ergeben, sind unter anderem:

  • Verbesserung der Kenntnisse über die Entstehung von Tsunamis und die Gefährdung der Küstengebiete
  • verbessertes Risikobewusstsein der potenziell betroffenen Bevölkerung und der Entscheidungsträger
  • Einrichtung geeigneter Warnsysteme, nicht nur für den Indischen Ozean
  • Schaffung von Kommunikationsstrukturen, die es ermöglichen, entsprechend schnell auf Warnungen zu reagieren
  • Regulierung der Landnutzung insbesondere in hoch gefährdeten Küstenbereichen
  • Bestandsaufnahme und Überprüfung der Deckungen in allen betroffenen Versicherungsbranchen

Schadenbilanz aller Naturkatastrophen 2004

Weltweit kamen durch Naturkatastrophen über 180 000 Menschen ums Leben, mehr als doppelt so viel wie 2003; dabei entsprach die Anzahl der analysierten 650 Naturkatastrophen nur dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre. Die volkswirtschaftlichen Schäden summierten sich auf 145 Mrd. US$; davon waren 44 Mrd. US$ versichert, wobei allein die zerstörerischen Hurrikane in der Karibik und den USA sowie die Taifune in Japan Schäden von rund 40 Mrd. US$ verursachten.

Außergewöhnliche Ereignisse in selten betroffenen Gebieten / Häufung starker Wirbelstürme

Bei Anzahl und Schäden der Naturkatastrophen dominierten 2004 erneut die atmosphärischen Extremereignisse. Neben der außergewöhnlichen Häufung von Hurrikanen und Taifunen gab es außerdem Wirbelstürme in untypischen Gebieten des Atlantiks:

  • Vor der brasilianischen Küste bildete sich im März erstmals seit Beginn der Beobachtungen ein Hurrikan. Bislang galt dieser Teil des Südatlantiks wegen niedriger Wassertemperaturen als "hurrikanfrei".
  • Ebenfalls ungewöhnlich: Hurrikan Alex – im August – verstärkte sich auf seiner nördlichen Zugbahn noch weit außerhalb der Tropen und behielt seine Hurrikanintensität bis auf eine geographische Breite von 42° N (etwa Höhe Boston) bei.
  • Innerhalb nur weniger Wochen trafen vier Hurrikane Florida. Für die Versicherungswirtschaft brachte das Jahr 2004 – mit 30 Mrd. US$ allein in dieser Region – die teuerste Hurrikansaison aller Zeiten.
  • Japan wurde von 10 tropischen Wirbelstürmen getroffen – eine Rekordzahl, wie sie im ganzen letzten Jahrhundert nicht erreicht wurde.

Prof. Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung der Münchener Rück: "Diese Ereignisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass ein Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung und der erheblichen Zunahme wetterbedingter Extremereignisse immer plausibler wird. Die Assekuranz muss Umfang und Preis ihrer Versicherungsdeckungen dem steigenden Risiko anpassen. Ihre Modelle zur Analyse von Schadenpotenzialen aus Sturm- und Unwetterereignissen müssen dieses Änderungsrisiko noch stärker berücksichtigen."

Die Printversion von Topics Geo erscheint voraussichtlich Mitte März.

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
gez. Heyd           gez. Küppers

Weitere Informationen

Ansprechpartner für die Medien:
Florian Wöst
Telefon
+49 (89) 38 91-94 01
Ansprechpartner für die Medien:
Peter Höppe
Leiter Geo Risks Research/Corporate Climate Centre
Munich Re (bis 31.12.2017)
Telefon
0 89 38 91-26 78
Dr. Anselm Smolka
Telefon
+49 (89) 38 91-52 94
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