• Gewinn von 1,5 Mrd. € in den ersten neun Monaten 

  • 365 Mio. € Überschuss im dritten Quartal trotz Sturmschäden von rund 550 Mio. €

  • Erneuerungen zum 1. Januar 2005: Münchener Rück erwartet insgesamt feste Rückversicherungspreise
     

"Die Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal stimmt – trotz der Belastung aus den Stürmen. Unsere selektive Zeichnungspolitik hat sich angesichts steigender Risiken bezahlt gemacht. Wir verhandeln bei den laufenden Erneuerungen der Rückversicherungsverträge weiterhin nach der Maxime: Gewinn geht vor Umsatz. Auch die Erstversicherungsgruppe hat einen bemerkenswerten Aufschwung geschafft. Auf dieser starken Basis halten wir bei einem weiterhin sehr guten Geschäftsverlauf an unserem Ergebnisziel von 2 Mrd. € fest, sehen aber nach der Sturmserie nun 1,8 Mrd. € als Untergrenze einer Ergebnisbandbreite bei normaler Geschäftsentwicklung an", so Jörg Schneider, im Vorstand der Münchener Rück unter anderem verantwortlich für das Rechnungswesen, bei einer Medientelefonkonferenz.

Die Zahlen der Münchener-Rück-Gruppe zum 30. September 2004 (Einzelheiten s. Anlage):
Der Gewinn beträgt 1,5 (entsprechender Vorjahreszeitraum: –0,5) Mrd. € für die ersten neun Monate 2004; trotz schwerer Hurrikane und Taifune im August und September war die Gruppe auch im dritten Quartal – Gewinn von 365 (42) Mio. € – weiter auf Kurs. Denn abgesehen von den Naturkatastrophendeckungen verlief das operative Geschäft in der Rückversicherung sehr erfreulich; der Überschuss verdreifachte sich in den ersten neun Monaten auf 1,4 (0,4) Mrd. €. Auch die Erstversicherung trug mit 135 (–907) Mio. € positiv zum Gruppenergebnis bei.

Die Beitragseinnahmen der Gruppe blieben in den ersten neun Monaten mit 28,9 (30,7) Mrd. € auf hohem Niveau – trotz des Umsatz dämpfenden Euro-Anstiegs und der selektiven Zeichnungspolitik der Rückversicherer im Nichtlebensgeschäft. Das Eigenkapital ist seit Jahresanfang in erster Linie aufgrund des hohen Konzerngewinns auf 19,5 (31.12.2003: 18,9) Mrd. € gestiegen.

Die Geschäftssegmente:
Rückversicherung: Selektive Zeichnungspolitik erfolgreich / Kräftiger Gewinn

Der Geschäftsverlauf im dritten Quartal wurde geprägt von einer ungewöhnlich hohen Zahl von Wirbelstürmen, die das Segmentergebnis mit geschätzt rund 550 Mio. € belasteten. Allerdings haben diese Stürme die Münchener Rück relativ gesehen weniger stark betroffen als manche anderen Anbieter. Durch erhöhte Selbstbehalte bei Erstversicherern, Haftungslimitierungen und eine effizientere Kumulkontrolle hat die Münchener Rück ihre Schadenlast begrenzt. Trotz der Sturmbelastung weist die Rückversicherung daher bei ansonsten gutem Geschäftsverlauf ein deutlich positives Ergebnis von 294 (118) Mio. € aus. Für die ersten drei Quartale ergibt sich ein kräftiger Gewinn von 1.387 (435) Mio. €.

Die Schaden-Kosten-Quote lag in den ersten drei Quartalen, also einschließlich der Belastungen aus Naturkatastrophen (4,6 Prozentpunkte), bei lediglich 98,8 (97,0) % und im dritten Quartal (Anteil aus Naturkatastrophen: 14,2 Prozentpunkte) bei 105,8 (99,3) %. Der Großschaden durch den spektakulären Lkw-Unfall auf der Wiehltalbrücke kostet die Münchener Rück nach bisherigen Schätzungen bis zu 20 Mio. €, die Explosion einer Erdgasfernleitung in Belgien knapp 30 Mio. €.

Die Erneuerungen im Jahr 2004 brachten den Rückversicherern der Gruppe risikoadäquate Konditionen – trotz unterschiedlicher Preisentwicklung in einzelnen Segmenten und Regionen. Getrennt hat sich die Münchener Rück von Verträgen, die ihren Renditeansprüchen nicht gerecht wurden; auch die planmäßige Reduzierung einzelner Großverträge minderte das Beitragsvolumen. Der Umsatz im Rückversicherungsgeschäft betrug in den ersten drei Quartalen 17,5 (19,1) Mrd. €, der Rückgang um 8,4 % geht zu 3,3 Prozentpunkten auf Währungseffekte zurück. In der Schaden- und Unfallrückversicherung belief sich der Umsatz auf 11,8 (13,9) Mrd. €, der Beitrag zum Ergebnis der Rückversicherung verdoppelte sich auf 1.053 (492) Mio. €. Die American Re, im Nichtlebensgeschäft tätige größte Rückversicherungstochter der Gruppe, weist gemäß US-GAAP für die ersten neun Monate bei Bruttobeitragseinnahmen von 3,2 (3,5) Mrd. US$ einen Gewinn nach Steuern von 194 (320) Mio. US$ aus. Verarbeitet sind in diesem Ergebnis die Sturmbelastungen auf ihrem Heimatmarkt in Höhe von 155 Mio. US$ und Reservestärkungen für frühere Jahre in Höhe von 195,4 Mio. US$. In der Lebens- und Krankenrückversicherung stiegen die Beiträge auf 5,7 (5,2) Mrd. € und damit um 10,9 %, bereinigt um Währungseinflüsse waren es 13,5 %. Das Segment trug mit 334 (–57) Mio. € zum Gewinn in der Rückversicherung bei.

Erstversicherung:
Verbessertes Ergebnis in den ersten drei Quartalen / Hervorragende Schaden-Kosten-Quote

Die Erstversicherer der Gruppe, insbesondere ERGO, Karlsruher und Europäische, haben auch im dritten Quartal ihre positive Entwicklung fortgesetzt. Ihr Jahresüberschuss für die ersten neun Monate verbesserte sich auf 135 (–907) Mio. €; der Vorjahreszeitraum war von extremen Steuerlasten und hohen Abschreibungen auf Aktien geprägt gewesen.

Die Beitragseinnahmen im Segment Erstversicherung blieben im dritten Quartal 2004 mit 4,1 Mrd. € praktisch stabil; in den ersten drei Quartalen sind sie um 0,6 % auf 13,0 Mrd. € gesunken, vor allem weil zu Beginn des Jahres eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden verkauft wurde.

Die Lebens- und Krankenversicherer steigerten in den ersten neun Monaten ihr Ergebnis um rund 700 Mio. € auf 45 (–649) Mio. €. Die Beiträge gingen leicht auf 8,8 (8,9) Mrd. € zurück, davon in der Lebensversicherung auf 5,4 (5,5) Mrd. €. Ursache hierfür waren vor allem geringere Einmalbeiträge. Für den Heimatmarkt Deutschland wurde im Juni das Alterseinkünftegesetz verabschiedet. Bis zum Jahresende erwarten die Lebensversicherer hieraus einen deutlichen Anstieg des Neugeschäfts, weil Kunden nur noch bis dahin Verträge über Kapital bildende Lebensversicherungen mit Steuerfreiheit abschließen können.

In der Krankenversicherung liegt der Umsatz der ersten neun Monate mit 3,4 Mrd. € (–1,0 %) leicht unter dem des Vorjahres; für die nach dem Verkauf des niederländischen Tochterunternehmens in der Gruppe verbliebenen Gesellschaften ergab sich eine Umsatzsteigerung um 4,9 %, wobei sich insbesondere das inländische Neugeschäft sehr positiv entwickelte.

Die Schaden- und Unfallversicherer trugen mit 90 (–258) Mio. € zum Ergebnis der Erstversicherung bei. Die Schaden-Kosten-Quote inklusive Rechtsschutz belief sich auf hervorragende 92,2 (96,3) %. Die Beiträge waren in den ersten drei Quartalen um 1,7 % auf 4,2 (4,1) Mrd. € gestiegen. Vor allem das Privatkundengeschäft in den Sparten Haftpflicht und Wohngebäude legte zu.

Die ERGO Versicherungsgruppe als größter Teil des Segments Erstversicherung erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen einen Gewinn von 176 (–718) Mio. €. "Dort ist man auf dem Weg zurück zu nachhaltiger Profitabilität gut unterwegs", sagte Schneider. Die ERGO soll auch die Umsetzung einer neuen Führungsstruktur bis zum Beginn des neuen Jahres abgeschlossen haben. Sie wird ab 2005 planmäßig ihre Kosten um 300 Mio. € pro Jahr reduzieren und als Zwischenschritt im Jahr 2004 bereits 200 Mio. € einsparen.

Die Münchener Rück hat eine engere Einbindung der ERGO in wesentliche Konzernprozesse beschlossen, speziell bei strategischen Fragen und beim Risikomanagement, sodass im Sinn des Aktiengesetzes "einheitliche Leitung" gegeben ist. Die Steuerung ihrer Versicherungs-gruppe (Hamburg-Mannheimer, VICTORIA, DKV, D.A.S. und KQV) liegt unverändert in der Verantwortung der ERGO.

Die ERGO Versicherungsgruppe erwartet, bereits in 2004 und damit früher als ursprünglich angekündigt die Kapitalkosten zu verdienen. Im laufenden Jahr wird sie die Sicherheitsmittel der VICTORIA Leben stärken durch eine Zuführung von 500 Mio. € zur Kapitalrücklage. Zur Finanzierung dieses Betrags beabsichtigt die Münchener Rück mit einem Nachrangdarlehen in Höhe von 400 Mio. € an die ERGO aus vorhandenen konzerninternen Mitteln beizutragen. Die VICTORIA Leben hatte schon vor der Kapitalzuführung ihre stillen Lasten erheblich verringert, die Reserven dem veränderten biometrischen Risiko angepasst, das Pricing verbessert sowie ein striktes Kostensparprogramm absolviert.

Assetmanagement:
Aktienquote gesenkt / Engagement im Finanzsektor verringert

Die Kapitalanlagen der Münchener-Rück-Gruppe, die zum Großteil von der MEAG verwaltet werden, hatten zum 30. September 2004 einen Bilanzwert von 177,2 (171,9) Mrd. €. Das Kapitalanlageergebnis der ersten drei Quartale betrug 5,7 (4,0) Mrd. €. Wie schon zum Halbjahr berichtet, hat die Münchener-Rück-Gruppe ihr Engagement im deutschen Finanzdienstleistungssektor weiter reduziert, indem sie ihren Anteil an der Allianz auf etwas unter 10 % verringerte. Die Aktienquote wurde zum 30. September seit Jahresanfang auf 13,8 (15,2) % gesenkt.

1Das niedrigere Segmentergebnis der Erstversicherung in der Münchener-Rück-Gruppe ergibt sich unter anderem aus den normalen zeitanteiligen Abschreibungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit der Übernahme der ERGO-Anteile durch die Münchener Rück.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2004

Die Münchener Rück geht angesichts ihrer selektiven Geschäftspolitik für das Jahr 2004 von einem leichten Rückgang des Gruppenumsatzes auf rund 39 (40,4) Mrd. € aus. Die Rückversicherung wird unter der Voraussetzung unveränderter Wechselkurse – jeweils vor Konsolidierung – rund 23 (24,8) Mrd. € Bruttobeiträge verzeichnen, die Erstversicherung rund 18 (17,6) Mrd. €.

Die Gruppe hält an ihrem Ergebnisziel von 2 Mrd. € fest. "Jedoch", so Schneider, "ist es nach der Sturmserie nun deutlich schwerer, dieses Ziel zu erreichen; es ist damit zur Obergrenze einer vorstellbaren Bandbreite geworden. Bei normalem weiteren Geschäftsverlauf ohne zusätzliche außergewöhnliche Einflüsse sollten wir als Untergrenze ein Jahresergebnis von 1,8 Mrd. € vorlegen können. Dies wäre das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Ich bin zuversichtlich, aber natürlich weiter vorsichtig, denn vor uns liegen noch fast zwei Monate des Geschäftsjahrs."

Die Stürme waren ein Stresstest für die Branche. Im vierten Quartal folgten weitere schwere Naturereignisse: der Taifun Tokage in Japan mit einem versicherten Marktschaden von rund 1 bis 3 Mrd. US$, der die Münchener Rück mit rund 65 Mio. € belastet, sowie ein Erdbeben der Magnitude 6,8 mit mindestens 37 Toten und mehreren Tausend Verletzten im japanischen Niigata, aus dem die Münchener Rück für sich jedoch keine größeren Schäden erwartet. Diese Ereignisse haben allen Marktteilnehmern die hohe Exponierung versicherter Werte und damit die grundsätzliche Notwendigkeit risikoadäquater Preise und Bedingungen erneut bewusst gemacht. So kosten die Hurrikane und Taifune von August und September die Assekuranz rund 30 Mrd. US$; die Belastungen lagen bei der Münchener Rück mit rund 550 Mio. € bereits über dem Erwartungswert für Naturkatastrophenschäden eines Jahres. Schäden aus Wetterextremen nehmen weltweit zu, wegen der steigenden Wertekonzentration oft überproportional. Die Münchener Rück erwartet daher, dass die Preise für Naturkatastrophendeckungen entsprechend steigen werden.

Von den bevorstehenden Erneuerungen im Rückversicherungs-Vertragsgeschäft erwartet die Münchener Rück insgesamt stabile Preise und Bedingungen. Es wird weitere Differenzierun-gen nach Regionen, Sparten und Kundensegmenten geben. In Marktsegmenten, in denen sich Schadenpotenziale erhöhen, sind erneut Preisanpassungen nach oben erforderlich. Torsten Jeworrek, im Vorstand zuständig unter anderem für Spezial- und Finanzrisiken in der Rückversicherung: "Für die Underwriter der Münchener Rück gilt weiterhin: 'Gewinn vor Wachstum'. Dabei sind wir auch bereit, auf Beitragsvolumen zu verzichten, falls wir ein risikoadäquates Preisniveau nicht erreichen können. Andererseits werden wir Geschäfts-opportunitäten, die unseren Gewinnanforderungen entsprechen, konsequent wahrnehmen."

Den Quartalsbericht ebenso wie eine Präsentation für die Medientelefonkonferenz um 8.30 Uhr finden Sie unter www.munichre.com.

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
gez. Jörg Schneider           gez. Rainer Küppers

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Diese Medieninformation enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf derzeitigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Munich Re beruhen. Bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung, insbesondere die Ergebnisse, die Finanzlage und die Geschäfte unserer Gesellschaft wesentlich von den hier gemachten zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder sie an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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