• Detaillierte Münchener-Rück-Studie "TOPICS geo -Jahresrückblick Naturkatastrophen 2003": Fünf Großkatastrophen fordern Tausende von Toten und Verletzten

  • Auch Hitzewellen künftig ein Versicherungsthema
     

Nach drei Jahren relativer Entspannung ereigneten sich 2003 gleich fünf große Naturkatastrophen*: die Tornados/Unwetter in den USA (Mai), das Erdbeben in Algerien (Mai), die Hitzewelle und Waldbrände in Europa (Juli bis August), die Hitzewelle mit Dürre und Waldbränden in den USA (Oktober bis November) und das Erdbeben im Iran (Dezember). Insgesamt forderten die rund 700 erfassten Elementarschadenereignisse mehr als 75.000 Todesopfer – fast siebenmal so viele wie im Vorjahr. Diese hohe Zahl ist zum großen Teil den genannten fünf Naturkatastrophen zuzurechnen. Außerdem verursachten allein sie rund ein Drittel der volkswirtschaftlichen wie auch der versicherten Schäden.

Die Studie "TOPICS geo – Jahresrückblick Naturkatastrophen 2003" (seit heute abzurufen unter www.munichre.com) analysiert detailliert die Elementarschadenereignisse des vergangenen Jahres. Erneut belasteten Stürme, überschwemmungen und Unwetter die Schadenbilanz der Versicherer am stärksten. Die versicherten Schäden stiegen auf etwa 16 (im Vorjahr: 11,5) Mrd. US$, die volkswirtschaftlichen Schäden auf über 65 (55) Mrd. US$.

Die Verschärfung von Wetterextremen und daraus resultierende größere Schadenpotenziale bedeuten neue Herausforderungen, nicht zuletzt für die Versicherer. Stefan Heyd, im Vorstand zuständig für Grundsatzfragen des Rückversicherungsgeschäfts und für globale Kunden: "Die Prämien für den Versicherungsschutz von Naturgefahren werden steigen, entsprechend dem wachsenden Risiko. Außerdem sind substanzielle Eigenbehalte und klare Haftungslimite notwendig."

* In Anlehnung an Definitionen der Vereinten Nationen werden Naturkatastrophen als "groß" bezeichnet, wenn die Selbsthilfefähigkeit der betroffenen Regionen deutlich überschritten wird und überregionale oder internationale Hilfe erforderlich ist.

Neue Schadenpotenziale durch Hitzewellen

Wie der Sommer 2003 gezeigt hat, hinterlassen Hitzewellen deutliche Spuren in der Volkswirtschaft: Ausfälle bei Warentransporten in der Binnenschifffahrt (wegen Niedrigwasser); verminderte Leistung bei Kraftwerken (etwa wegen zu geringer Mengen an Kühlwasser); Schäden in Agrar- und Forstwirtschaft (siehe Studie ab Seite 20). Häufigere Hitzewellen verursachen neue, erhebliche Schadenpotenziale und werden die Nachfrage nach entsprechendem Versicherungsschutz (zum Beispiel für Ernteschäden oder Verdienstausfall bei Niedrigwasser) erhöhen. Die Assekuranz muss sich schon jetzt auf die künftige Risikoverschärfung einstellen. Klimaforscher gehen davon aus, dass bei einem mittleren Temperaturanstieg um nur 2 °C, wie er etwa in Mitteleuropa bis Mitte des Jahrhunderts zu erwarten ist, extreme Hitze und starke Niederschläge deutlich häufiger auftreten werden, als dies bisher der Fall war. Anders lautende Prognosen, die gelegentlich mit einem Zusammenbruch des Golfstroms begründet werden, gelten unter Klimatologen als spekulativ und wenig wahrscheinlich.

Wie wirkt sich ungewöhnliche Hitze auf den Menschen aus?

Auch auf diese Frage geht die Publikation ein und zeigt, dass etwa in New York und Schanghai an extrem heißen Tagen rund dreimal so viele Menschen sterben wie an normal warmen Tagen. Eine andere Untersuchung betraf die Zusammenhänge zwischen der Anzahl von Verkehrsunfällen und unterschiedlichen Wetterparametern; es zeigte sich, dass sich an heißen Tagen generell rund 20 % mehr Verkehrsunfälle ereignen als an kühlen Tagen (siehe Studie Seite 25).
 

  • TOPICSgeo Jahresrückblick Naturkatastrophen 2003
  • TOPICSgeo Weltkarte
  • MRNatCat Poster

Die Printversion von TOPICS geo erscheint voraussichtlich Mitte März.

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
gez. Heyd          gez. Küppers

Weitere Informationen

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Peter Höppe
Leiter Geo Risks Research/Corporate Climate Centre
Munich Re (bis 31.12.2017)
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0 89 38 91-26 78
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Thomas Loster
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