Munich Re erklärt Klimastrategie und Umgang mit dem Kohle-Sektor

29.11.2018

Im Juli 2018 hat der Vorstand eine zielgerichtete Weiterentwicklung der Klimaaktivitäten von Munich Re beschlossen. Sie dienen der Dekarbonisierung. Vorrangig ist dabei die Entwicklung von Lösungen zur Versicherbarkeit von Risiken, die bei neuen Technologien naturgemäß mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Diese Lösungen sollen Investitionen in und/oder die Nutzung von Zukunftstechnologien ermöglichen und so die Vermeidung von Treibhausgasemissionen unterstützen („Enabling“).

Zu dieser Energietransformation könnten „Power2X“-Projekte potenziell viel beitragen. Hierbei wird Strom aus erneuerbaren Quellen in synthetische Energieträger wie Wasserstoff, Methan oder Methanol umgewandelt, die an Stelle von fossilen Kraftstoffen klimaneutral verbrannt oder in industriellen Prozessen benutzt werden können. Wir können hier unser Risiko-Knowhow einbringen, passgenaue Versicherungslösungen entwickeln und damit die Finanzierbarkeit durch die Privatwirtschaft verbessern.

Bereits umgesetzte Beispiele für Versicherungslösungen für neue Technologien sind Produkte wie die Leistungsgarantiedeckung für Solarmodulhersteller oder die Übernahme politischer Risiken bei Erneuerbare Energie-Projekten in Afrika, die wir über die eigens entwickelte African Energy Guarantee Facility (AEGF) in Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) unterstützen.

Wir flankieren die „Enabling“-Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels durch die Entscheidung, im Grundsatz keine neuen Kohlekraftwerke und -minen zu versichern und nicht in Unternehmen zu investieren, die mehr als 30% des Umsatzes mit Kohlegewinnung oder -verstromung erzielen. Zuletzt noch gehaltene entsprechende Kapitalanlagen werden bis Ende 2018 veräußert.

Im Versicherungsgeschäft bedeutet der Beschluss, dass Munich Re in Industrie- und auch einem großen Teil der Schwellenländer keine Neubauten von Kohlekraftwerken oder -minen als Einzelrisiken mehr versichert. Wenige Ausnahmen kann es in Ländern geben, in denen ein erheblicher Anteil (mehr als 10 Prozent) der Bevölkerung noch keinen Zugang zu Strom hat. Für diese vielfach einkommensschwachen Länder ist der Zugang zu Energieträgern mit niedrigen direkten Kosten essentiell für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Ihnen kann der Preis der Energietransformation nicht aufgebürdet werden, zumal sie wenig zum Klimawandel beigetragen haben. In solchen Ländern werden diese Fälle an Hand klarer Kriterien geprüft, so etwa der Abhängigkeit eines Landes von Kohle, den natürlichen Gegebenheiten für erneuerbare Energien, der Klimastrategie des betreffenden Unternehmens oder Landes oder des eingesetzten technischen Standards.

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