Solution-oriented responses to climate change
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Offenlegung klimabezogener Risiken bei Munich Re

Der größtenteils von Menschen verursachte Klimawandel ist Realität und beeinflusst wetterbedingte Naturkatastrophen.  Die Wissenschaft hat immer eindeutigere Beweise dafür, auch wenn je nach Region und Naturgefahr sich die Risikolage verändern kann, zum Beispiel bei schweren Stürmen, Gewittern, Überschwemmungen oder Dürren. Munich Re ist Pionier bei der Analyse der Auswirkungen der anthropogenen globalen Erwärmung und natürlicher Klimavariabilität auf Schäden aus wetterbedingten Naturkatastrophen. Seit vier Jahrzehnten befassen wir uns mit Risiken ebenso wie mit Schadenprävention und neuen Risikotransferkonzepten. Wir nutzen Langzeitdaten zu Meteorologie und Schäden, um Risikoänderungen zu verstehen.

 

Unsere integrierte Klimaberichterstattung

In der integrierten Klimaberichterstattung von Munich Re stellen wir dar, wie wir mit den Herausforderungen und Risiken des Klimawandels umgehen. Inhalt und Struktur folgen den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD), indem sie unsere Governance, Strategie, unser Risikomanagement sowie Messgrößen und Ziele in Bezug auf den Klimawandel thematisieren.

Governance

Das Management von Risiken und Chancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, ist ein integraler Bestandteil der Strategie von Munich Re. Alle wesentlichen klimarelevanten Themen werden auf Vorstandsebene (BoM) entschieden und auf Managementebene in verschiedenen Abteilungen der Munich Re Gruppe bearbeitet.

Strategie

Seit 2008 verfügt Munich Re über eine ganzheitliche Klimastrategie, die seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Im Dezember 2020 sind wir mit der vollständigen Integration unserer neuen Dekarbonisierungsstrategie in die Munich Re Geschäftsstrategie Ambition 2025 einen Schritt weiter gegangen. Unser gruppenweites Ziel ist es, einen Beitrag zur Erreichung des Ziels des Pariser Abkommens zu leisten, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Unsere Dekarbonisierungsstrategie ist ein integraler Bestandteil unserer Gesamtklimastrategie und umfasst drei Kernbereiche: Investment, Versicherungen und unsere eigenen Emissionen. Im Rahmen der "Ambition 2025" von Munich Re haben wir eine Reihe von ehrgeizigen Zielen für unseren Weg zur weiteren Dekarbonisierung unseres Geschäfts bis 2050 festgelegt, wobei 2025 den ersten wichtigen Meilenstein auf diesem Weg markiert.

Bis 2050 wollen wir erreichen:

  • Investment:
    Net-Zero über unser gesamtes Anlageportfolio bis 2050, was durch unsere Mitgliedschaft in der Net-Zero Asset Owner Alliance (AOA) unterstrichen wird Passiva
  • Rück- und Erstversicherungsgeschäft (fakultativ, direkt)
    Netto-Null in der Rück- und Erstversicherung der Öl- und Gasförderung bis 2050
    Vollständiger Ausstieg aus der Rück- und Erstersicherung von Steinkohle bis 2040
    Zudem: Herstellung von Transparenz zu Kohle im Vertragsgeschäft und Planung nächster Schritte bis 2023
  • Eigene Aktivitäten:
    Netto-Null-Emissionen in unseren eigenen Betrieben bis 2030

Risikomanagement

Unser klimawandelbedingtes Risikomanagement ist eng mit unseren, im Strategiekapitel beschriebenen Ansätzen und Maßnahmen verzahnt.  Munich Re verfolgt einen strategischen Ansatz hinsichtlich der Risiken des Klimawandels, die potenziell die Werttreiber innerhalb der, von der Gruppe abgedeckten globalen Risiko- und Vermögenslandschaft betreffen.

Der Group Chief Risk Officer (CRO) von Munich Re ist für die Organisation und Umsetzung eines adäquaten Risikomanagementsystems auf Gruppenebene verantwortlich. Die Risikomanagementfunktionen der jeweiligen Geschäftseinheiten berichten an den CRO. Dazu gehören auch alle klimawandelbedingten Risiken. Bei der Bewältigung von Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel greifen wir in einem unternehmensweiten Risikomanagementprozess auf die Expertise unserer Wissenschaftler, spezialisierten Underwriter, Juristen, Ökonomen, Risikomanager und Aktuare zurück. Die Risiken des Klimawandels werden in mehreren methodischen Schritten überwacht, bewertet und in das Risikomanagementsystem der Münchener Rück integriert:

  • Identifikation und Bewertung von physischen Klimarisiken
  • Modellierung und Steuerung der physischen Risiken
  • Erkennen, Bewerten und Reagieren auf Transformationsrisiken und -chancen
  • Szenario-Analyse
  • Portfolioanalyse (Versicherungen und Kapitalanlagen)

Kennzahlen  und Ziele 

Mit unserer Ambition 2025 haben wir uns konkrete Etappenziele bis zum Jahr 2050 gesetzt, wobei 2025 einen entscheidenden ersten Meilenstein darstellt. Ein wichtiger Faktor in unserer Dekarbonisierungsstrategie ist die Unterscheidung zwischen den Konzepten der Kohlenstoff-Neutralität und der Netto-Null-Stellung. Um die Welt wirklich zu dekarbonisieren, müssen wir unsere Emissionen so weit wie möglich reduzieren und den Rest aus der Atmosphäre entfernen. Wir sind davon überzeugt, dass unser Engagement für Netto-Null-Emissionen über die drei Säulen Investment, Versicherung  und unsere eigene Geschäftstätigkeit dazu beitragen wird, neue und nachhaltige Wege zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre zu fördern.

  • Kapitalanlagen:
    Bis 2025 werden wir die absoluten Treibhausgasemissionen in unserem Anlageportfolio in Bezug auf börsennotierte Aktien, Unternehmen und Immobilien um 25-29% reduzieren, bevor wir bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Darüber hinaus haben wir uns spezifische Sektorziele für thermische Kohle (Reduzierung um 35 % CO2e) sowie Öl und Gas (25 % CO2e) gesetzt.
  • Versicherungen:
    Auf der Passivseite werden wir in den nächsten fünf Jahren die Treibhausgasemissionen aus dem Kohle- und Öl- und Gas-Underwriting um 35 % bzw. 5 % reduzieren (fakultatives, direktes und Erst- und Rückversicherungsgeschäft).
  • Eigene CO2-Emissionen:
    Als Teil unserer neuen Klima-Ambition werden wir unsere Emissionen bis 2025 im Vergleich zu 2019 um weitere 12 % pro Mitarbeiter reduzieren und schließlich bis 2030 in unserem gesamten Betrieb netto null werden.

Unser Engagement für den Schutz vor Klimarisiken

Munich Re engagiert sich seit vielen Jahren in nationalen und internationalen Gremien für den Klimaschutz, etwa im Umweltprogramm der Vereinten Nationen und im Global Climate Forum. Mit unserer Expertise wollen wir ein wertvoller Partner für politische Entscheidungsträger, Organisationen und andere Unternehmen sein.

Besonders in den Schwellen- und Entwicklungsländern gilt es, die Anpassung an den Klimawandel durch versicherungsbezogene Risikomanagement-Mechanismen zu fördern. Munich Re unterstützt die InsuResilience-Initiative. Die im Jahr 2015 von den G7-Nationen ins Leben gerufene Vereinigung will bis 2020 zusätzlich 400 Millionen Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern Zugang zu Versicherungen gegen Wetter- und Klimarisiken verschaffen.
Bereits 2005 wurde auf Initiative von Munich Re und Vertretern der Weltbank, der Wissenschaft und von NGOs die Munich Climate Insurance Initiative (MCII) gegründet. Die MCII hat sich seither mit Vorschlägen zum Risikomanagement in die Welt-Klimaverhandlungen (COPs) eingebracht. Zudem hat sie den Diskurs über den Umgang mit Schäden durch den Klimawandel im Rahmen des UNFCCC-Programms „Loss and Damage“ und des „Warsaw International Mechanism“ fachlich unterstützt.

Unsere Klimaschutzaktivitäten konzentrieren sich auf die Initiative "Tackling Climate Change Together" (TCCT), die sowohl von Munich Re als auch von ERGO getragen wird. Der Vorstand von Munich Re und ERGO hat 2020 beschlossen, , ökosystembasierte Anpassungsinitiativen zu unterstützen - zusätzlich zum laufenden Sponsoring von Start-ups, die Lösungen zum Klimawandel anbieten.

 

Gemeinsam mit unserem Partner Climate-KIC, der größten öffentlich-privaten Klimainitiative in der EU, fördern wir klimafreundliche Technologien in einem sehr frühen Stadium. Das Accelerator-Programm richtet sich an Cleantech-Start-ups, deren Technologien und Geschäftsmodelle Antworten auf den Klimawandel geben. Munich Re und ERGO wählen Jungunternehmen aus, die 6 bis 18 Monate lang unterstützt werden. Die Förderung erfolgt finanziell wie auch in Form von Beratung durch Fachexperten, die als Mentoren die Unternehmen begleiten. Je nach Entwicklungsgrad des Start-ups ist die Förderung von der ersten Idee bis zur Marktreife und darüber hinaus möglich. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Projektwebsite.