Lösungen für Agrarrisiken

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Indexversicherung –  Einstieg in den Risikotransfer von Agrarrisiken

Für den Agrarsektor und sogenannte Aggregatoren wie etwa Genossenschaften oder andere Organisationen oder Unternehmen, die eine Gruppe von Landwirten versorgt, bietet die Indexversicherung eine effiziente Möglichkeit, sich gegen Agrarrisiken abzusichern. Indexversicherung ermöglicht Landwirten eine Agrarrisikodeckung, auch wenn keine individuellen Daten vorliegen.

Auf Märkten, in denen die traditionelle Ernteversicherung nicht praktikabel ist, bieten indexbasierte Versicherungen wie Ertragsindex- oder Wetterindexlösungen den Landwirten eine Alternative. Agrarerzeuger kennen in der Regel die Risiken, mit denen sie es zu tun haben – sie sollten aber auch wissen, mit welchen Maßnahmen sie sich am wirkungsvollsten gegen Produktionsrisiken absichern und damit ihren Geschäftserfolg sichern oder steigern können. Dazu gehören neben dem wichtigen produktionsbezogenen Risikomanagement auch Risikoabsicherungsmaßnahmen wie eine individuelle Erntemehrgefahrenversicherung (zum Beispiel EMGV) oder Indexversicherung.
 
In manchen Fällen ist die traditionelle Ernteversicherung keine gangbare Option. Dies gilt insbesondere für Schwellen- oder Entwicklungsmärkte. Gründe dafür sind zum Beispiel fehlende Daten für eine individuelle Ertragsversicherung oder ein hohes subjektives Risiko infolge mangelnder Datentransparenz. Für solche Märkte bietet die Indexversicherung eine mögliche Alternative. Dank der niedrigen Verwaltungskosten und der geringen Schadenregulierungskosten lässt sie sich einfach und kostengünstig einführen.

Die Datenverfügbarkeit stellt nach wie vor eine enorme Herausforderung für derartige Versicherungprodukte dar. Technische Fortschritte wie Fernerkundung und Big Data werden hier eine Verbesserung bringen.

Munich Re bietet Indexversicherungen in unterschiedlichen Ausgestaltungen an, zum Beispiel ertrags- oder wetterbasiert, auf Grundlage von Fernerkundungsdaten oder als Kombination verschiedener Parameter.

Ertragsindexversicherung – Neue Technologien für ein bewährtes Deckungskonzept

Die Ertragsindexversicherung kompensiert die Nachteile der individuellen Ertragsversicherung und der Wetterindexversicherung.

Wo eine Ertragsindexdeckung erhältlich ist, geben Landwirte ihr den Vorzug vor wetterindexbasierten Versicherungen. Auf Märkten wie Indien, den USA und Mexiko wird die Deckung stark nachgefragt. Munich Re ist schon seit langem auf diesen Märkten tätig.

Bei der Ertragsindexversicherung wird die Versicherungsleistung ausgezahlt, wenn der tatsächliche Ertrag in einer bestimmten Region einen vereinbarten Prozentsatz der Ertragsgarantie unterschreitet. Der Triggerpunkt wird als Deckungsgrad eines garantierten Ertrags für die jeweilige Region angegeben. Heute ist es dank Datenintelligenz und Digitalisierung möglich, ein bedarfsorientiertes Produkt zu konzipieren, das die Nachteile der individuellen Ernteversicherung und der Wetterindexversicherung kompensiert. Die Ertragsindexversicherung hat zahlreiche Vorteile, insbesondere für

  • Versicherte: Die Ertragsindexversicherung bietet gegenüber wetterindexbasierten Versicherungen den Vorteil, dass das Basisrisiko erheblich niedriger ist. Sämtliche produktionsbezogenen Gefahren sind gedeckt; die Zahlung hängt nicht von einem Modell und dessen Parametern ab. Die Ertragsindexversicherung ermöglicht den Einstieg in individuelle Ertragsdeckungen, die angeboten werden können, sobald umfangreiche einzelbetriebliche Ertragsdaten vorliegen. Sogar in Regionen mit einer hohen Verfügbarkeit von Erntedaten wird die Ertragsindexversicherung insbesondere zur Absicherung von Katastrophenrisiken eingesetzt.
  • Öffentlicher Sektor: Die Erhebung von Erntedatenstatistiken stellt Verwaltungsbehörden vor eine enorme Aufgabe. Die Einbeziehung von Erntestatistiken erzeugt  vielseitigen Mehrwert, der den laufenden Aufwand für die Bereitstellung transparenter und effizienter Datenerhebungsverfahren aufwiegt. Der öffentliche Zugang zu diesen Daten fördert ganz allgemein die Entwicklung des Agrarsektors.
  • Finanzinstitute und Unternehmen der Agrarwirtschaft: Finanzinstitute und Agribusiness-Unternehmen können als wichtige Aggregatoren von der Ertragsindexversicherung profitieren. Öffentlich verfügbare regionale Erntedaten erhöhen das Marktpotenzial für sämtliche Akteure der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.
  • Versicherer: Versicherer, die eine Ertragsindexversicherung anbieten, minimieren ihr Reputationsrisiko, da das Basisrisiko wesentlich niedriger sein kann als bei der Wetterindexversicherung. Wenn sich die versicherten Landwirte über die Auswirkungen des Basisrisikos nicht völlig im Klaren sind, müssen Versicherer befürchten, im Falle einer durch Basisrisiko begründeten Nichtentschädigung in der Kritik zu stehen.

Wetterindexversicherung und andere parametrische Lösungen

Mit der Agrar-Wetterindexversicherung und anderen parametrischen Lösungen deckt Munich Re einen spezifischen Absicherungsbedarf gegen wetterbedingte Risiken.

Die Wetterindexversicherung kann Teil einer Gesamtstrategie für das Risikomanagement im Hinblick auf widrige oder unerwartete Witterungsbedingungen oder Wetterkatastrophen sein. Es handelt sich um eine parametrische Versicherungslösung, die einen genau festgelegten Teil des Risikos absorbiert, wobei ein Restrisiko verbleibt. Der Schutz basiert auf parametrischen Schwellenwerten in einem festgelegten Gebiet über den gesamten Wachstumszyklus der betreffenden Kultur. Der Schwellenwert unterscheidet sich je nach Kultur, Wachstumsphase und Wetterstation.

Munich Re bietet maßgeschneiderte Wetterindexlösungen:
Wetterindexversicherung/Wetterderivat: Wetterindexlösungen sind Risikotransferprodukte, die es dem Kunden ermöglichen, ihre wetterbedingten Risiken zu kontrollieren („Hedging“). Sie können Teil einer Gesamtstrategie für das Risikomanagement im Hinblick auf widrige oder unerwartete Witterungsbedingungen oder Wetterkatastrophen sein. Je nach den individuellen Anforderungen können Wetterindexlösungen als Versicherungspolice oder als Finanzprodukt, etwa als Wetterderivat, ausgestaltet sein. Es gibt eine Vielzahl verfügbarer Konstruktionen, darunter Swaps, Calls, Puts, Collars, Exotics, Baskets etc.

Weitere parametrische Versicherungslösungen: Neben Wetterdaten können auch Parameter aus Satellitensensoren als Index dienen. Beispielsweise lässt sich mit Hilfe von Parametern wie dem per Fernerkundung ermittelten NDVI (Normalised Difference Vegetation Index) oder EVI (Enhanced Vegetation Index) die Biomasse einer Kultur abschätzen und als Index für Agrarrisiken verwenden.

Mehr Informationen über Wetterindexlösungen in anderen Industrien finden Sie hier.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

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