Stärkeres Wachstum der globalen Versicherungswirtschaft bis 2018

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20. April 2017 | Die Gruppe

Pressemitteilung

Stärkeres Wachstum der globalen Versicherungswirtschaft bis 2018

Die globale Versicherungswirtschaft erhöht ihr Wachstum bis 2018 voraussichtlich leicht. Bessere Konjunkturaussichten in den USA und vielen Schwellenländern gleichen negative Faktoren wie Wachstumsrückgänge auf dem chinesischen Markt aus. Auf längere Sicht besitzen die Schwellenländer Asiens das höchste Wachstumspotenzial und ziehen in den nächsten Jahren mit dem Erstversicherungsprämienanteil Westeuropas gleich.

Insgesamt wird der weltweite Erstversicherungssektor in den Jahren 2017 und 2018 um durchschnittlich 4,5 % pro Jahr (real, d.h. inflationsbereinigt 3,0 %) wachsen. Während im laufenden Jahr die Prämieneinnahmen nur nominal stärker wachsen, ist 2018 auch inflationsbereinigt ein leicht höheres Wachstum von 3,0 % in Sicht. Die Prämien im Versicherungssektor entwickeln sich damit voraussichtlich ähnlich wie die Weltwirtschaft, die 2017 um real 2,9 % und 2018 um 3,1 % wachsen dürfte. Damit liegt das erwartete Prämienwachstum leicht über dem von 2016 und deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum von knapp 2 % der vergangenen zehn Jahre.

Michael Menhart, Chefvolkswirt von Munich Re: „In vielen Schwellenländern wie Brasilien, aber auch in Russland, erholt sich die Konjunktur deutlich. Das erhöht das Wachstum in der Schaden-/Unfall-Versicherung. In den meisten Industrieländern – in der Eurozone, den USA und in Japan – begünstigt das solide wirtschaftliche Umfeld die Nachfrage. In der Lebensversicherung ist dort nur mit geringen Zuwächsen infolge des Niedrigzinsumfelds zu rechnen, wohin-gegen der Bedarf in Schwellenländern weiter spürbar steigt. Weltweit hellen sich die Wachstumsperspektiven für Versicherer also etwas auf.“


Etwas schwächeres Wachstum in der Schaden-/Unfallversicherung 

In der Schaden-/Unfallversicherung werden die Prämien in diesem und im kommenden Jahr im Schnitt um 4,0 % (real knapp 2,5 %) wachsen. Die erwarteten inflationsbereinigten Zuwachsraten liegen damit rund einen halben Prozentpunkt unter dem Wirtschaftswachstum. Die stärksten Zuwächse sind in den Schwellenländern Asiens und der MENA-Region (Naher Osten/Nordafrika) zu erwarten. Die Wachstumsraten in den etablierten Märkten Europas und Nordamerikas fallen naturgemäß deutlich geringer aus.

Die Gründe für das schwächere Wachstum in der Schaden-/Unfallversicherung sind vielschichtig. Die Versicherungswirtschaft reagiert mittlerweile auf den wachsenden Druck in einigen Industrieländern. Geschäftsmodelle wurden konsequent weiterentwickelt, neue Produkte, Vertriebskanäle und Deckungs-konzepte für neuartige Risiken wie Cyberangriffe entwickelt und die IT-Systeme modernisiert. Dadurch eröffnen sich auf diesen Märkten nach und nach neue Geschäftsopportunitäten. 

Stärkeres Wachstum in der Lebensversicherung 

In der Lebensversicherung dürfte das Prämienwachstum, getrieben durch Wachstumsmärkte in Asien und Lateinamerika, bis 2018 mit durchschnittlich gut 4,5 % (real gut 3,0 %) etwas über dem Wirtschaftswachstum liegen. In den asiatischen Schwellenländern wird sich das Wachstum nach außerordentlich starken Prämienzuwächsen in China im vergangenen Jahr wieder abschwächen, aber noch klar über 10 % (real) bleiben. In Lateinamerika wachsen die Prämien in der Lebensversicherung in diesem und im kommenden Jahr voraussichtlich um knapp 8,5 % (real gut 6,5 %). 

Die Niedrigzinsphase belastet die Perspektiven in Industrieländern weiterhin. Das Prämienwachstum dürfte hier hinter dem Wirtschaftswachstum bleiben. Allerdings kann das starke Prämienwachstum in den Schwellenländern die moderate Entwicklung in den Industrieländern nahezu vollständig ausgleichen.

Langfristiger Ausblick: Marktanteil von Schwellenländern steigt 

Angesichts der starken Wachstumsraten nehmen Schwellenländer einen immer größeren Anteil auf dem internationalen Versicherungsmarkt ein: Zum erwarteten zusätzlichen Prämienvolumen steigt der Anteil an Erstversicherungs¬prämien von 20 % (2016) bis 2025 auf voraussichtlich 47 %. 

Der steigende Lebensstandard und wachsende Absicherungsbedarf haben hieran großen Anteil. Steigende Zinsen und die demografische Entwicklung könnten das Lebensversicherungssegment auch in den Industrieländern wieder beleben. 

Insgesamt ist zu erwarten, dass asiatische Schwellenländer bis 2025 beim Marktanteil an den globalen Erstversicherungsprämien mit 21,4 % schon nahe an Westeuropa (24,5 %) heranrücken. Nordamerika bliebe mit 27,8 % deutlich an der Spitze.

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München, 20. April 2017

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