Tropischer Wirbelsturm enormer Stärke über dem Nordatlantik

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4. Januar 2017 | Naturkatastrophen 2016

Tropischer Wirbelsturm enormer Stärke über dem Nordatlantik

Hurrikan Matthew verwüstete die Karibik und streifte die Südostküste der USA. Es war der erste atlantische Wirbelsturm seit fast zehn Jahren, der die höchste Kategorie 5 erreichte.

Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h wütete Matthew zunächst in der Karibik über Haiti, Jamaika, Kuba und Teilen der Dominikanischen Republik. Am stärksten betroffen: der Westen Haitis. In dem äußerst armen Land hinterließ Matthew bei seinem Landfall am 4. Oktober vollkommen zerstörte Landstriche und Ortschaften. Hunderte Menschen starben, die Ernte im Südwesten Haitis wurde weitgehend zerstört. Eine humanitäre Katastrophe für das erst 2010 durch ein schweres Erdbeben verheerte Land, die durch verseuchtes Trinkwasser und eine dadurch verursachte Cholera-Epidemie verschärft wurde.

Die Auswirkungen Matthews machten klar, wie stark Naturkatastrophen Menschen in armen Ländern bedrohen. Die Gesamtschäden auf der Insel belaufen sich auf etwa 1,4 Mrd. US$. Für Industrieländer ein verkraftbarer Betrag, für Haiti ein substanzieller Schaden von 16 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts. Nur ein verschwindend geringer Teil war versichert. Allerdings ist Haiti Mitglied der Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF), einem Public Private Partnership-Versicherungspool. Um die nationalen Bemühungen im Bereich Risikomanagement zu unterstützen, übernahm die karibische Enwicklungsbank in den vergangenen Jahren die Zahlung von Haitis Versicherungsprämien für den CCRIF. Wenige Wochen nach der Katastrophe zahlte der CCRIF dem Land 23,4 Mio. US$ aus. Munich Re ist als Rückversicherer Teil des CCRIF.

Auf seiner weiteren Zugbahn in Richtung Bahamas und der Südostküste der USA verlief Matthew glimpflicher als befürchtet. Der vorhergesagte Volltreffer des Hurrikans auf Nassau, der bevölkerungsreichsten Stadt der Bahamas, blieb aus. In New Providence und Grand Bahama waren Sturmflut und Niederschlagsmenge kleiner als angenommen. In Florida traf Matthew nicht direkt auf die Küste, sondern streifte an ihr vorbei. Vorsorglich wurde in mehreren US-Bundesstaaten jedoch der Notstand ausgerufen. Rund elf Millionen Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, etwa eine Million Menschen waren zeitweise ohne Strom. Es war Glück im Unglück, dass Matthew bei seiner Zugbahn Richtung Norden weitgehend über dem Meer blieb. Weder kam es zu einem Landfall mit hoher Windstärke noch führte die Zugbahn in unmittelbarer Nähe der Küstenlinie entlang, was verheerende Schäden hätte anrichten können. Dennoch entstand auf den Bahamas und in den USA insbesondere durch die starken Niederschläge und dadurch ausgelösten Überschwemmungen ein Schaden in Milliardenhöhe.


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