Erdbeben im Appenin: Erschüttertes Italien

Normale Darstellung (Nur-Text-Version ausschalten)
Sie sind hier:

4. Januar 2017 | Naturkatastrophen 2016

Erdbeben im Appenin: Erschüttertes Italien

In Mittelitalien bebt in der Nacht auf 24. August die Erde mit einer Stärke von Mw 6,0. Es war nur der Beginn einer Erdbebensequenz, dem mehrere schwere Beben bis in den Oktober hinein folgten.

In der Nacht auf den 24. August wurde die historische Altstadt von Amatrice (ca. 2.500 Einwohner) und weitere Dörfer im Appenin-Gebirge Mittelitaliens von einem schweren Erdbeben der Stärke Mw 6,0 getroffen. Es folgten zwei weitere Beben am 26. und 28. Oktober sowie zahlreiche kleinere Erschütterungen. Die Sequenz gipfelte am 30. Oktober im größten Beben Italiens seit 35 Jahren mit einer Stärke von Mw 6,5. Durch die hohen Bodenbewegungen und die vielen historischen Gebäude in der Region des Epizentrums kam es zu sehr großen Schäden, auch an kunsthistorisch bedeutenden Sakralbauten. Mehrere hundert Menschen starben bei den ersten schweren Erdstößen. Bei den schwersten Erschütterungen im Oktober kam dagegen zum Glück niemand ums Leben. Viele Einwohner hatten die Region verlassen, die zuvor am stärksten betroffenen Orte wie Amatrice waren gesperrt. Zum anderen befand sich nach den mittelstarken Beben und den daraus resultierenden Nachbeben zum Zeitpunkt des stärksten Bebens kaum jemand in seinem Haus.

2009 wurde bereits das weiter südlich gelegene L’Aquila von einem Erdbeben getroffen, 1997 die Region Umbrien Marche nördlich des jetzigen Bebenherdes. Wissenschaftler sehen einen seismischen Zusammenhang zwischen all diesen Beben und erwarten noch weitere Erdstöße in dem Gebiet. Auch in anderen Landesteilen kam es in den vergangenen Jahren zu starken Beben. 2012 wurde die norditalienische Provinz Emilia Romagna von zwei Beben getroffen, die volkwirtschaftliche Schäden von 16 Mrd. US$ (13 Mrd. €) verursachten.

Nach dem Beben von Amatrice hat die italienische Regierung das Projekt „Casa Italia“, das Haus Italiens, ins Leben gerufen. Es soll dazu beitragen, den Erdbebenschutz landesweit zu verbessern, was enormer Anstrengungen in den kommenden Jahren bedarf. Schon vorher hatte das italienische Forschungszentrum Consiglio Nazionale Ingegneri (CNI) errechnet, dass es knapp 94 Mrd. € kosten würde, den gesamten privaten Gebäudebestand Italiens erdbebensicherer zu machen. Jedoch können auch deutlich standfestere Gebäude nicht verhindern, dass gelegentlich schwere Schäden auftreten.

Nach Daten des NatCatSERVICE von Munich Re betrugen die Erdbebenschäden in Italien zwischen 1980 und 2015 rund 56 Mrd. US$ (51 Mrd. €), davon waren nur rund 1,8 Mrd. US$ (1,6 Mrd. €) versichert. Insbesondere bei Wohngebäuden ist die Versicherungsdichte nach wie vor sehr gering.


Hauptmenü
Service Menü
Barrierefreiheit

Hinweis


Diese Publikation bieten wir exklusiv Kunden von Munich Re an. Bitte wenden Sie sich an Ihren Client Manager.