Ad-hoc-Meldung vom 10. Juli 2002

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Ad-Hoc-Meldungen

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10. Juli 2002

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft

Münchener-Rück-Gruppe trifft umfangreiche Vorsorge für Entwicklungen in den USA / Hohe Kursgewinne aus Allianz-Transaktionen und erfreulicher Verlauf des Rückversicherungsgeschäfts lassen für das 1. Halbjahr insgesamt dennoch ein sehr positives Ergebnis erwarten:

  • Neuausrichtung der American Re mit Reservestärkung von 2 Mrd. US$ untermauert
  • Vorsorge der Gruppe für den WTC-Schaden um 500 Mio. US$ erhöht
  • Beteiligungstransaktionen mit Allianz zum 30.6.2002 endgültig vollzogen / Kursgewinne insgesamt 4,7 Mrd. Euro
  • Kräftiger Aufwärtstrend der Rückversicherungspreise und -konditionen hält auch bei Vertragserneuerungen zum 1. Juli an


Die Münchener-Rück-Gruppe wird für das 1. Halbjahr 2002 trotz substanzieller Vorsorgemaßnahmen voraussichtlich einen hohen Überschuss ausweisen können. Hierzu werden vor allem die erheblichen Kursgewinne aus den Transaktionen mit der Allianz und die anhaltend gute Geschäftsentwicklung in der Rückversicherung beitragen.

Ende der Ad-hoc-Mitteilung

Informationen und Erläuterungen

Das laufende Rückversicherungsgeschäft der Münchener-Rück-Gruppe entwickelte sich in den ersten sechs Monaten 2002 sehr erfreulich. Dies war sowohl auf höhere Erträge als auch auf niedrigere Aufwendungen zurückzuführen: Zum einen konnten deutliche Prämien- und Bedingungsverbesserungen erzielt werden; zum anderen ging der Schadendruck zurück, weil die Inflationsraten weltweit sehr niedrig sind und die Belastungen aus Groß- oder Größtschäden sowie Naturkatastrophen relativ gering waren.

Dabei hat die Gruppe die Vorsorge für Schäden, die auf sie aus dem Terroranschlag vom 11.9.2001 langfristig noch zukommen könnten, um 500 Mio. US$ erhöht. Diese Erhöhung der Schadenreserve für den WTC-Schaden ist zu sehen vor dem Hintergrund der einzigartigen Vielschichtigkeit und Größe dieses Ereignisses. Hiermit sorgt die Münchener Rück vor für Schadenkomplexe, die noch nicht gemeldet sind und deren Einschätzung daher besonders schwierig ist. Dies betrifft vor allem die Arbeiterunfall-, die Haftpflicht-, aber auch die Betriebsunterbrechungsversicherung.

Des Weiteren wurde – wie bereits angekündigt – bei der US-amerikanischen Tochtergesellschaft American Reinsurance eine tiefgehende Untersuchung der gesamten Schadenseite vorgenommen. Auf der Grundlage dieser Untersuchung sowie angesichts der absehbaren und möglichen Markt- und Schadenentwicklungen, insbesondere in der Haftpflichtversicherung, aber auch in der Arbeiterunfallversicherung, hat die Münchener Rück sich entschlossen, die versicherungstechnischen Rückstellungen der American Re um insgesamt 2 Mrd. US$ zu verstärken. Mit dieser Reservestärkung wird umfassend reagiert auf die sprunghaft gestiegene Belastung aus Schäden, die US-amerikanische Erstversicherer ihren Rückversicherern gemeldet haben, sowie auf eventuelle Spätschäden.

Die Münchener Rück stellt der American Re in diesem Zusammenhang Eigenmittel zur Verfügung, die so hoch bemessen sein werden, dass die Gesellschaft mit einer starken Kapitalausstattung bestens positioniert ist.

John Phelan, seit März Leiter der American Re und seit Anfang April auch Vorstandsmitglied der Münchener Rück: Hinsichtlich Führung, Organisation, Kostensenkung und Zielmärkten haben wir die American Re in den letzten Monaten völlig neu ausgerichtet. Dazu gehörte auch die Prüfung des gesamten Portefeuilles hinsichtlich der Schadenentwicklung und -vorsorge. Dies zeigt unsere entschlossene Geschäftspolitik und den Rückhalt der Münchener Rück für die American Re. So wird sie die Aufschwungphase ihres US-Heimatmarkts mit voller Kraft nutzen.

Dr. Hans-Jürgen Schinzler, Vorsitzender des Vorstands: Ich erwarte, dass die American Re nach der grundlegenden Neuausrichtung ab sofort kräftige Gewinne erwirtschaftet. Selten war die Ausgangslage am Markt dafür so gut wie jetzt.

Münchener Rück schließt Neuordnung gemeinsamer Beteiligungen mit der Allianz ab

 Mit Wirkung zum 30. Juni haben Münchener Rück und Allianz den letzten Schritt zur Bereinigung gemeinsamer Beteiligungen im Erstversicherungsbereich getan: Die Münchener Rück hat von der Allianz deren über 36 %igen Anteil an der Karlsruher Lebensversicherung AG erworben und ihre Beteiligung damit auf 90,1 % erhöht. Im Gegenzug veräußerte sie ihre sämtlichen Anteile an der Frankfurter Versicherungs-AG (knapp 50 %) und an der Bayerischen Versicherungsbank (45 %). Damit halten Münchener Rück und Allianz keine Aktien mehr von Versicherungstochtergesellschaften der jeweils anderen Gruppe.

Der Gewinn aus den zuletzt vorgenommenen Veräußerungen beträgt rund 900 Mio. Euro. Einschließlich der schon im 1. Quartal erfolgten Verkäufe von Allianz- und Allianz-Leben-Aktien hat die Münchener Rück im 1. Halbjahr 4,7 Mrd. Euro Veräußerungsgewinne erzielt.

Aufwärtstrend auf dem Rückversicherungsmarkt hält an

Die Erneuerungen im Rückversicherungsgeschäft der Münchener-Rück-Gruppe zum 1. Juli bestätigen den seit 1.1.2002 weltweit erkennbaren Aufwärtstrend bei Preisen und Bedingungen, der bereits bei den Erneuerungen zum 1. April auf den asiatischen Märkten angehalten hatte. Schinzler: Angesichts der Fortschritte auf dem Rückversicherungsmarkt gehen wir in der Gruppe unverändert von einem zweistelligen Beitragsanstieg für das laufende Jahr aus. Für das zweite Halbjahr 2002 erwarte ich bei normaler Weiterentwicklung unseres Geschäfts in der Nicht-Lebens-Rückversicherung eine sehr gute Schaden-/Kosten-Quote von unter 100 %.

Einzelheiten zum 2. Quartal und damit zum 1. Halbjahr 2002 werden am 29. August veröffentlicht.

München, den 10.7.2002
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
Vorstand


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