Aktionärsbrief

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Aktionärsbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jeder Aktionär fragen auch Sie sich sicherlich: Habe ich mein Geld in das richtige Unternehmen investiert?

Die Qualität eines Unternehmens zeigt sich nicht im Boom, sondern wenn die Rahmenbedingungen schwierig sind. Für Munich Re sind sie dies seit einiger Zeit, bedingt durch eine anhaltende Niedrigzinspolitik und, damit zusammenhängend, durch einen intensiven Wettbewerb auf den Rückversicherungsmärkten. Allein diese beiden Effekte haben unseren Jahresüberschuss seit 2012 mit insgesamt deutlich über 1 Milliarde Euro belastet. Dennoch hat Munich Re in den vergangenen Jahren sehr gute Ergebnisse erzielt – und dies ohne den Pfad des nachhaltigen Wirtschaftens zu verlassen.

Dies gilt auch für 2016. Ein Gewinn von 2,6 Milliarden Euro ist erfreulich, denn damit liegen wir in der oberen Hälfte der zu Beginn des Jahres angestrebten Gewinnspanne von 2,3 bis 2,8 Milliarden Euro. Dieses Ergebnis erlaubt es uns, den Aktionären eine Anhebung der Dividende auf 8,60 Euro je Aktie vorzuschlagen. Munich Re bleibt damit ihrer aktionärsfreundlichen, nachhaltigen Dividendenpolitik treu. Wir sind sehr zuversichtlich, das angehobene Niveau auch in Zukunft erwirtschaften zu können.

Diese Zuversicht speist sich zum einen aus unserer starken Bilanz. Die Solvenzquote liegt überdurchschnittlich hoch bei 267 %, unsere Kapitalanlagen weisen Bewertungsreserven von 28 Milliarden Euro aus. Wir gehen bei der Bewertung des Vermögens und unserer Verpflichtungen, insbesondere der für uns so wichtigen Schadenrückstellungen, weiterhin konservativ vor. Wie bisher sollten deshalb bei der Abwicklung der Schäden und bei der üblichen Umschichtung der Kapitalanlagen über die Zeit Gewinne entstehen. Im derzeit so herausfordernden, unsicheren Umfeld verfolgen wir keine unrealistisch hohen Finanzziele, denn wir wollen nicht von der Substanz leben. Darauf können Sie sich verlassen.

Unsere Zuversicht beruht aber auch auf bereits vorgenommenen Weichenstellungen, die sich künftig positiv auf das Konzernergebnis auswirken werden. Hierzu gehören vor allem unsere Initiativen im Bereich Innovation und Digitalisierung. Über die letzten Jahre haben wir eine schlagkräftige Infrastruktur für Innovationen aufgebaut und zahlreiche Partnerschaften mit vielversprechenden Start-ups geschlossen. Unsere Pipeline ist gut gefüllt mit neuen Versicherungsprodukten und innovativen Services. Die Digitalisierung wichtiger Prozesse unseres Geschäfts schreitet voran. In diesem und in den kommenden Jahren werden wir weiter hart daran arbeiten, möglichst viele dieser Innovationen so auszubauen, dass sie sichtbar zum Ergebnis der Gruppe beitragen.

Auch bei ERGO wurden die Weichen gestellt für ein signifikant höheres Ertragspotenzial in der Zukunft. Ab 2021 erwarten wir einen jährlichen Ergebnisbeitrag von 600 Millionen Euro aus der Erstversicherung. Damit dies gelingen kann, haben wir im vergangenen Jahr das ERGO Strategieprogramm auf den Weg gebracht. Aus Aktionärssicht investieren wir rund 1 Milliarde Euro, insbesondere in eine zukunftsfähige Infrastruktur. ERGO bekommt damit eine moderne, vor allem flexible IT, mit der die Chancen der Digitalisierung gezielt für unsere Kunden genutzt werden können. Das Strategieprogramm wird auch für eine effizientere Abwicklung des Geschäfts der Lebensversicherung sorgen, bei gleichzeitig beschleunigter Entwicklung attraktiver Produkte für die Altersvorsorge unserer Kunden. Begleitet werden diese Maßnahmen durch eine spürbare Senkung der Kosten.

Im Gesundheitsgeschäft haben wir uns zum 1. Februar 2017 neu aufgestellt. Die Rückversicherung schreibenden Einheiten von Munich Health wurden dem Ressort Lebensrückversicherung zugeordnet, die Verantwortung für das Erstversicherungs-Gesundheitsgeschäft wurde ERGO übertragen. Munich Health hatte sich zuletzt zwar gut entwickelt und 2016 mit rund 140 Millionen Euro einen über den Erwartungen liegenden Beitrag zum Konzernergebnis geliefert. Allerdings ist es Munich Health in den vergangenen Jahren nicht gelungen, eine Dynamik profitablen Wachstums zu entwickeln. Entscheidend für die Integration von Munich Health in unsere beiden großen Geschäftsfelder war die veränderte Nachfrage unserer Kunden, die immer weniger zwischen einer Versicherung oder Rückversicherung „Leben“ und „Gesundheit“ trennen und spartenübergreifende Lösungen suchen. Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung und das damit verbundene Potenzial der Datenanalyse beiden Sparten ganz neue Möglichkeiten, die sich unter einem Dach konsequenter nutzen lassen.

Auch Munich Re ist ein Unternehmen im Wandel. Die Digitalisierung verändert die Nachfrage unserer Kunden und ermöglicht eine umfassende Veränderung der Bearbeitung des Geschäfts. Innovative Geschäftsmodelle und bislang undenkbare Partnerschaften werden geschaffen. All dies verändert unser Unternehmen. Mein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, Joachim Wenning, wird diesen Wandel weiter vorantreiben.

Dank unserer starken Bilanz können wir in Zeiten des Umbruchs, wie wir sie gerade erleben, aus einer Position der Stärke agieren. Wir verfügen dank des Wissens unserer Mitarbeiter über das kreative Potenzial, um heute den Grundstein für die Gewinne von morgen zu legen.

Haben Sie also Ihr Geld in das richtige Unternehmen investiert?
Ich meine: ja, unbedingt!

Mit meinen besten Grüßen

Ihr Nikolaus von Bomhard

Nikolaus von Bomhard - Munich Re

Dr. Nikolaus von Bomhard
Vorsitzender des Vorstands
Münchener Rück AG
(bis 26.04.2017)


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Hinweis


Diese Publikation bieten wir exklusiv Kunden von Munich Re an. Bitte wenden Sie sich an Ihren Client Manager.