Bericht des Aufsichtsrats

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Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,


der Aufsichtsrat nahm im Geschäftsjahr 2018 seine Aufgaben und Pflichten gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung uneingeschränkt wahr. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse nahmen an mehr als der Hälfte der jeweiligen Sitzungen teil. Die durchschnittliche Teilnahmequote sämtlicher Mitglieder des Aufsichtsrats lag im Berichtszeitraum bei 98 %.

Einzelheiten zur individualisierten Offenlegung der Sitzungsteilnahme finden Sie unter www.munichre.com/Aufsichtsrat.

Wir haben den Vorstand bei seiner Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und ihn bei allen für das Unternehmen wichtigen Belangen beraten. Prüfungsmaßnahmen gemäß § 111 Abs. 2 S. 1 AktG waren zu keinem Zeitpunkt erforderlich.

Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Vorstand bezog uns in alle wichtigen Geschäftsvorgänge und Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ein. In den Sitzungen diskutierten wir ausführlich alle Berichte des Vorstands. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war in jeder Hinsicht geprägt von zielgerichtetem und verantwortungsvollem Handeln zur erfolgreichen Entwicklung von Munich Re. Der Vorstand hat seine Berichtspflicht gegenüber dem Aufsichtsrat sowohl mündlich als auch schriftlich vollumfänglich erfüllt.

Außerhalb der Sitzungen unterrichtete uns der Vorstand zeitnah über wichtige Ereignisse im Konzern, wie den Verlauf der Erneuerung der Schaden-/Unfall-Rückversicherungsverträge sowie den Erwerb des auf dem Gebiet des industriellen Internet der Dinge (IoT) tätigen Technologieunternehmens Relayr durch das US-amerikanische Tochterunternehmen Hartford Steam Boiler. Zur Vorbereitung der Sitzungen fanden regelmäßig separate Gespräche der Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer mit dem Vorstandsvorsitzenden statt.

Zwischen den Sitzungen führte ich regelmäßig Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Joachim Wenning. Dabei erörterten wir unter anderem Fragen der strategischen Ausrichtung und des Risikomanagements sowie die aktuelle Geschäftslage des Unternehmens. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses stand Henning Kagermann auch außerhalb der Sitzungen in regem Kontakt mit dem für die konzernweite Rechnungslegung zuständigen Vorstandsmitglied Jörg Schneider.

Schwerpunkte der Beratungen im Plenum
Im Berichtsjahr fanden sechs Aufsichtsratssitzungen statt. Regelmäßig und eingehend erörterten wir mit dem Vorstand den Geschäftsverlauf sowie aktuelle Themen. Hierbei gingen wir intensiv auf strategische Überlegungen des Vorstands zu den einzelnen Geschäftsfeldern ein. Der Vorstand berichtete uns regelmäßig über die Kapitalanlagen des Unternehmens; dabei wurden die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte sowie deren Auswirkung auf die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens eingehend thematisiert. Wir haben den Vorstand außerdem in für die Zukunftsausrichtung des Unternehmens wichtigen Belangen, wie der Digitalisierungs- und Wachstumsstrategie, der Kapitalanlagestrategie und dem Transformationsprogramm, beraten. Ferner haben wir Vorstandsangelegenheiten auch in Abwesenheit des gesamten Vorstands erörtert. Darüber hinaus befassten wir uns 2018 in den einzelnen Sitzungen schwerpunktmäßig mit folgenden Themen:

Am 14. März standen der Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017, der zusammengefasste Lagebericht und der gesonderte nichtfinanzielle (Konzern-)Bericht sowie die Vorschläge zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung 2018 auf der Agenda. Ferner berieten und entschieden wir über die Verlängerung einer Vorstandsbestellung und legten die Details der Bewertungsmethodik für die Bemessungsgrundlage der mehrjährigen variablen Vergütungskomponente für die Mitglieder des Vorstands fest. Zudem ließen wir uns über die weitere Entwicklung bei ERGO sowie über das gruppenweite Compliance-Management-System berichten. An dieser Sitzung nahmen routinemäßig Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als Gäste teil.

Am 24. April befasste sich der Aufsichtsrat mit Vorstandsangelegenheiten, konkret mit der Bewertung der Jahres-Performance 2017 und der Mehrjahres-Performance 2015 bis 2017 der einzelnen Vorstandsmitglieder. Außerdem setzten wir uns mit einer Selbsteinschätzung der Mitglieder des Aufsichtsrats hinsichtlich ihrer Kenntnisse in Themenfeldern, die für die Beratung und Überwachung von Munich Re wichtig sind, auseinander. Das Gesamtkompetenzniveau hat sich im Vergleich zum Vorjahr – ausgehend von einem bereits guten Niveau – weiter verbessert. Demgemäß verfügt der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Besonderheiten über eine angemessene Vielfalt an Qualifikationen, Kenntnissen und Erfahrungen, um Munich Re professionell zu beraten und zu überwachen.

Am 25. April, unmittelbar vor der Hauptversammlung, brachte uns der Vorstand auf den aktuellen Stand des Geschäftsverlaufs im Jahr 2018. Ferner nutzten wir die Sitzung für letzte Vorbereitungen der bevorstehenden Hauptversammlung.

Am 17. Juli entschieden wir über die Vorstandsbestellung von Christoph Jurecka zum 1. Januar 2019 als Nachfolger von Jörg Schneider, der zum 31. Dezember 2018 in den Ruhestand trat, sowie über Änderungen der Geschäftsverteilung für den Vorstand. Zudem beschlossen wir, den gesonderten nichtfinanziellen (Konzern-)Bericht für das Geschäftsjahr 2018 freiwillig extern inhaltlich prüfen zu lassen. Uns wurde über aktuelle und strategische Themen sowie über die von Munich Re ergriffenen Maßnahmen zum Schutz gegen Cyberrisiken berichtet. Ferner informierte uns der Vorstand über das Kapitalanlagemanagement bei Munich Re und die geplante Etablierung eines Chief Investment Officers.

Am 18. Oktober standen Corporate-Governance-Themen auf der Tagesordnung: die Beschlussfassungen über die Änderung der Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss und über die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex sowie das Ergebnis der diesjährigen Effizienzprüfung. Weitere Themen waren die Vorlage des gruppenweiten Vergütungsberichts 2017 gemäß Solvency II und Versicherungs-Vergütungsverordnung sowie die Aktualisierung der Munich Re – Group Compensation Policy gemäß Solvency II. Der Vorstand informierte uns ferner über die IoT-Geschäftsstrategie von Munich Re.

Am 13. Dezember beschlossen wir die Vorstandsbestellung von Nicholas Gartside sowie die entsprechende Änderung der Geschäftsverteilung für den Vorstand. Wir legten nach eingehender Beratung zudem die Höhe der Vorstandsvergütung ab 2019 sowie die Bemessungsgrundlage für die variable Vergütung 2019 fest. Das zum 1. Januar 2018 neu eingeführte Vergütungssystem, welches von der Hauptversammlung am 25. April 2018 gebilligt wurde, wurde hierdurch nicht verändert. Außerdem beschlossen wir Änderungen der Richtlinie zu Gehaltsnebenleistungen und erörterten im Rahmen des jährlichen Berichts zur Risikolage durch den Group Chief Risk Officer die Risikostrategie des Konzerns. Der Vorstand berichtete zudem über die Konzernplanung 2019 bis 2021. Außerdem stellte uns der Vorstand den Konzernpersonalbericht 2017/2018 vor und berichtete über Schwerpunkte der Personalarbeit im Konzern. Ferner informierte er uns über die Wachstumsstrategie in der Rückversicherung insgesamt sowie über das Rückversicherungswachstum im Geschäftsbereich „Asia Pacific and Africa“.

Außerdem wurden zwei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. In Vorbereitung auf die geplante Emission einer Nachranganleihe wurde der Abschlussprüfer für die prüferische Durchsicht des Quartalsfinanzberichts für das dritte Quartal 2018 bestellt. Außerdem wurde vor dem Hintergrund der gesetzlich erforderlichen Abschlussprüferrotation auf Empfehlung des Prüfungsausschusses entschieden, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY), München, als (Konzern-) Abschlussprüfer ab dem Geschäftsjahr 2020 auszuwählen.

Arbeit der Ausschüsse
Es sind sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats eingerichtet, denen zum einen bestimmte Angelegenheiten zur Beschlussfassung übertragen sind und die sich zum anderen vorbereitend mit den im Aufsichtsratsplenum anstehenden Themen und Beschlüssen befassen. Über die Arbeit der Ausschüsse erstatteten deren Vorsitzende dem Plenum in jeder Aufsichtsratssitzung ausführlich Bericht.

Einzelheiten zu den Aufgaben der Ausschüsse des Aufsichtsrats und deren Zusammensetzung finden Sie auf Seite 20 f. und unter www.munichre.com/Aufsichtsrat.

Der Personalausschuss tagte im Berichtszeitraum siebenmal. Er bereitete im Wesentlichen die im Bericht zur Arbeit des Plenums bereits erwähnten Beschlüsse zu Vorstandsangelegenheiten vor, sofern sie nicht in die Zuständigkeit des zum 1. Januar 2018 eingerichteten Vergütungsausschusses fielen. Zunächst trafen Personal- und Vergütungsausschuss gemeinsam eine Regelung zur Zusammenarbeit der beiden Ausschüsse bei der Bewertung der variablen Vergütungskomponenten der Vorstandsmitglieder. Einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeit des Personalausschusses stellte die Prüfung der fachlichen Eignung und der Zuverlässigkeit im Rahmen von zwei Neubestellungen von Vorstandsmitgliedern und der Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds dar. Darüber hinaus genehmigte der Personalausschuss die Übernahme von Aufsichtsrats-, Beirats- und vergleichbaren Mandaten durch Vorstandsmitglieder. Er befasste sich zudem mit der konzernweiten Nachfolgeplanung, vor allem soweit sie Vorstandsfunktionen betrifft.

Der Vergütungsausschuss kam zu fünf Sitzungen zusammen. Er bereitete insbesondere die im Bericht zur Arbeit des Plenums bereits erwähnten Beschlüsse zu Vorstandsangelegenheiten vor, soweit diese die Vergütungshöhe, die Festlegung der Bemessungsgrundlagen für die variable Vergütung und deren Bewertung sowie vergütungsrelevante Bestandteile der Vorstandsverträge betrafen. Darüber hinaus befasste er sich mit den Gehaltsnebenleistungen der Vorstandsmitglieder, die im Geschäftsbericht 2017 ausgewiesen waren.

Der Ständige Ausschuss befasste sich in seinen fünf Sitzungen neben der Vorbereitung der jeweiligen Aufsichtsratssitzungen insbesondere mit Themen der Corporate Governance. Er führte für dieses Berichtsjahr eine Überprüfung der Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mittels Befragung der Mitglieder des Aufsichtsrats anhand eines umfangreichen Fragebogens durch. Nach Auswertung der Umfrage erörterte er das Ergebnis und verständigte sich auf wenige Optimierungsmaßnahmen, die der Aufsichtsratsvorsitzende dem Plenum vortrug. Der Ständige Ausschuss stellte fest, dass die Berichterstattung durch den Vorstand sowie die Arbeit des Aufsichtsrats insgesamt effizient und angemessen sind. Regelmäßiger Berichtspunkt seitens des Vorstandsvorsitzenden waren Veränderungen in der Aktionärsstruktur sowie der Stand der Aktienrückkaufprogramme. Der Ständige Ausschuss setzte sich zudem in mehreren Sitzungen intensiv mit dem für das Geschäftsjahr 2017 erstmals zu erstellenden gesonderten nichtfinanziellen (Konzern-)Bericht auseinander. Auf Grundlage eines entsprechenden Beschlusses des Aufsichtsratsplenums hat der Ständige Ausschuss EY mit der Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des gesonderten nichtfinanziellen (Konzern-)Berichts für das Geschäftsjahr 2018 beauftragt.

Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtszeitraum neunmal. Außerdem fasste er einen Beschluss im schriftlichen Umlaufverfahren. An fünf Sitzungen nahm auch der Abschlussprüfer teil. Der Prüfungsausschuss erörterte in seinen Sitzungen eingehend den Jahresabschluss der Münchener Rück AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017. Des Weiteren befasste sich der Ausschuss eingehend mit der Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2018 und setzte sich zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich mit dem Halbjahresfinanzbericht 2018 sowie dem Quartalsfinanzbericht für das dritte Quartal 2018 auseinander. Er ließ sich regelmäßig über die wesentlichen ökonomischen Kennzahlen gemäß Solvency II informieren und erörterte in diesen Sitzungen die Quartalsberichterstattung an die Aufsicht. Eine weitere wichtige Aufgabe nahm der Ausschuss mit der stetigen Überwachung der Risikolage und des Risikomanagements des Unternehmens und der Erörterung der Risikostrategie wahr: Hierfür ließ er sich vom Group Chief Risk Officer – zusätzlich zu dessen vierteljährlichen schriftlichen Berichten – mehrmals ausführlich mündlich informieren. Darüber hinaus setze sich der Prüfungsausschuss mit den von Munich Re getroffenen Maßnahmen zum Schutz vor Cyberattacken auseinander. Auch der Inhaber der versicherungsmathematischen Funktion erläuterte in zwei Sitzungen den Bericht der versicherungsmathematischen Funktion von Munich Re (Gruppe). Regelmäßig wurden das interne Kontrollsystem und Themen der Compliance erörtert. Der Group Chief Auditor setzte die Ausschussmitglieder über das Ergebnis der Prüfungen 2017 und die Prüfungsplanung 2018 umfassend ins Bild. Darüber hinaus ließ sich der Ausschuss über einzelne, ihm vorgetragene Compliance-Fälle und Audit-Prüfungen regelmäßig auf den aktuellen Stand bringen. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses nutzten ferner die Gelegenheit, sich in Abwesenheit des Vorstands regelmäßig sowohl untereinander als auch zusammen mit dem Group Chief Auditor, dem Group Chief Compliance Officer, dem Group Chief Risk Officer und dem Abschlussprüfer zu beraten. Zusätzlich fand bei Bedarf auch außerhalb der Sitzungen ein Austausch zwischen dem Prüfungsausschuss und dem Abschlussprüfer zu ausgewählten Themen statt. Der Prüfungsausschuss überprüfte und überwachte zudem intensiv die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Er ließ sich regelmäßig über die neu hinzugekommenen Tätigkeiten des Abschlussprüfers außerhalb der Abschlussprüfung sowie über die Auslastung der gesetzlichen Obergrenze zur Vergabe solcher Aufträge berichten. Weiterhin wurden dem Prüfungsausschuss die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) für das Geschäftsjahr 2018 vom Abschlussprüfer vorgestellt und erläutert. Darüber hinaus bereitete der Ausschuss für das Aufsichtsratsplenum die Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018 vor und legte die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest. Nach Beschluss des Plenums erteilte der Vorsitzende des Ausschusses der KPMG Bayerische Treuhandgesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft (KPMG), München, den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2018 und beauftragte sie auch mit der prüferischen Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts 2018 und des Quartalsfinanzberichts für das dritte Quartal 2018.

Gleichzeitig führte der Prüfungsausschuss nach intensiver Vorbereitung eine Ausschreibung des Abschlussprüfungsmandats ab dem Geschäftsjahr 2020 durch. Nach sorgfältiger Prüfung der Bewerber hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung für zwei Vorschläge mit einer Präferenz für EY vorgelegt.

Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtszeitraum sechsmal. Er befasste sich intensiv mit der langfristigen Nachfolgeplanung des Aufsichtsrats. In Vorbereitung auf die in der Hauptversammlung am 30. April 2019 anstehende Wahl von zehn Vertretern der Anteilseigner erstellte der Nominierungsausschuss Anforderungsprofile und beriet über die Wiederwahl von Aufsichtsratsmitgliedern sowie über geeignete neue Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl in den Aufsichtsrat. Außerdem befasste er sich mit der Nachfolge des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Bei der Suche und Evaluierung von Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigte der Ausschuss unter anderem die vom Aufsichtsrat für die Zusammensetzung des Gremiums beschlossenen Ziele und den Kriterienkatalog.

Der Vermittlungsausschuss musste auch im Geschäftsjahr 2018 nicht einberufen werden.

Nachfolgeplanung des Aufsichtsrats
In meiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats habe ich ab 2018 im Rahmen des Investorendialogs Gespräche mit Investoren und Stimmrechtsberatern geführt. Gegenstand der Gespräche war die auf der Hauptversammlung 2019 anstehende Wahl der Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat. Mit den Gesprächspartnern wurden insbesondere Fragen der Unabhängigkeit sowie der zeitlichen Verfügbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten diskutiert. Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die auf der nächsten Hauptversammlung als Vertreter der Anteilseigner zur Wahl stehen, haben gegenüber dem Gesamtaufsichtsrat bestätigt, dass sie den erforderlichen Zeitaufwand für die Aufsichtsratstätigkeit bei Munich Re und – sofern relevant – für Ausschusstätigkeiten aufbringen können. Von den erstmals zur Wahl stehenden Kandidaten verfügt Karl-Heinz Streibich über eine sehr hohe IT- und Digitalisierungsexpertise, Nikolaus von Bomhard zeichnet sich insbesondere durch seine umfassende Branchenexpertise und eine tiefe Kenntnis von Munich Re (Gruppe) aus.

Der Aufsichtsratsvorsitz stellt eine Schlüsselposition dar und muss deshalb mit einer Person besetzt werden, die über besondere Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt. Der enge Austausch mit dem Vorstandsvorsitzenden und die Überwachung und Beratung der Geschäftsleitung erfordern ein tiefes Verständnis des Kerngeschäfts sowie ein sehr hohes Maß an Führungsqualitäten. Ich bin in voller Übereinstimmung mit dem Nominierungsausschuss und dem Aufsichtsrat der Überzeugung, dass Nikolaus von Bomhard aufgrund seiner exzellenten Expertise, die alle Teile der Wertschöpfungskette des komplexen Geschäftsmodells aus Rück- und Erstversicherung abdeckt, seiner allseits anerkannten und hochgeschätzten integren Persönlichkeit und seiner langjährigen Erfahrung als Vorstandsvorsitzender von Munich Re die Anforderungen an diese Position am besten erfüllt. Er wird seine Rolle, insbesondere auch in Bezug auf die Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden, im Sinne guter Corporate Governance wahrnehmen.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der Aufsichtsrat achtet auf eine gute Unternehmensführung. So gaben wir zusammen mit dem Vorstand im November 2018 die jährlich erforderliche Erklärung gemäß § 161 AktG ab. Das Unternehmen hat allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen und beabsichtigt, ihnen auch zukünftig zu entsprechen. Wir bestätigten unsere Einschätzung, dass alle 20 Mitglieder des Aufsichtsrats als unabhängig und frei von relevanten Interessenkonflikten zu betrachten sind.

Einzelheiten hierzu sind im Corporate Governance Bericht auf Seite 17 f. aufgeführt.

Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Rechtmäßigkeit der Wahl von Ina Hosenfelder in den Aufsichtsrat wurde am 17. Juli 2018 eine Abstimmung über ihre Teilnahme an der Sitzung durchgeführt. Aufgrund ihrer unmittelbaren Betroffenheit nahm Frau Hosenfelder an dieser Abstimmung nicht teil.

Munich Re bot den Mitgliedern des Aufsichtsrats 2018 zur gezielten Weiterbildung erneut eine interne Informationsveranstaltung an. Nahezu alle nutzten die Gelegenheit, sich zu ausgewählten Sachverhalten aus den Themenbereichen Rückversicherung und Risikomanagement zu informieren.

Veränderungen im Vorstand
Vorstandsmitglied Jörg Schneider ist mit Ablauf des 31. Dezember 2018 in den Ruhestand getreten. Zu dessen Nachfolger wurde zum 1. Januar 2019 Christoph Jurecka berufen, der die Verantwortung für die Zentralbereiche „Financial and Regulatory Reporting“, „Group Controlling“, „Integrated Risk Management“, „Group Taxation“ und „Investor and Rating Agency Relations“ übernahm.

Der Aufsichtsrat bestellte am 13. Dezember 2018 Nicholas Gartside zum Mitglied des Vorstands. Er wird ab 18. März 2019 als Chief Investment Officer das gesamte Asset-Management von Munich Re (Gruppe) verantworten.

Veränderungen im Aufsichtsrat
Ron Sommer hat mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2018 sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Kurt Bock wurde durch die Hauptversammlung am 25. April 2018 für die Dauer der restlichen Amtsperiode in den Aufsichtsrat gewählt.

Ehemalige Aufsichtsratsmitglieder
Am 9. März 2018 verstarb Dr. Wolfgang Röller. Er gehörte dem Aufsichtsrat von Munich Re als dessen stellvertretender Vorsitzender von 1994 bis 1999 an. Wir haben ihm viel zu verdanken und trauern um eine herausragende Persönlichkeit.

Wolfgang Mayrhuber verstarb am 1. Dezember 2018. Er gehörte dem Aufsichtsrat von 2002 bis 2016, zuletzt auch als Mitglied des Personalausschusses und des Ständigen Ausschusses, an. Für seine offene und konstruktive Zusammenarbeit bleiben wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir trauern um einen von uns sehr geschätzten Menschen und eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

Weitere Informationen zur Corporate Governance im Allgemeinen entnehmen Sie bitte dem gemeinsamen Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat auf Seite 16 ff.

Jahres- und Konzernabschluss 2018, Berichterstattung nach Solvency II und nichtfinanzielle Informationen
Der Abschlussprüfer, die KPMG, hat den Jahresabschluss der Münchener Rück AG, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht zum 31. Dezember 2018 ordnungsgemäß geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der für die Durchführung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Frank Ellenbürger. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2013.

Die oben genannten Berichte und der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns gingen umgehend den Aufsichtsratsmitgliedern zu. Der Prüfungsausschuss befasste sich am 5. Februar 2019 intensiv mit den vorläufigen Abschlusszahlen zum 31. Dezember 2018. Am 18. März 2019 bereitete er den Beschluss des Aufsichtsrats zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses vor. Hierzu prüfte der Prüfungsausschuss vorab den Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht und den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns. Er besprach diese eingehend mit dem anwesenden Abschlussprüfer und ging dabei ausführlich auf die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ein. Der Prüfungsausschuss hat sich insbesondere mit den im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) einschließlich der vorgenommenen Prüfungshandlungen beschäftigt. Der Prüfungsausschussvorsitzende unterrichtete das Aufsichtsratsplenum über das Ergebnis der Beratungen in der Bilanzsitzung. Außerdem befasste sich der Prüfungsausschuss in seiner März-Sitzung mit den vorläufigen Eckdaten der Berichterstattung nach Solvency II, insbesondere mit der Solvency-II-Bedeckungsquote, und berichtete hierüber im Plenum.

Das Aufsichtsratsplenum prüfte ebenfalls die Abschlüsse der Münchener Rück AG und des Konzerns und den zusammengefassten Lagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 19. März 2019 in Gegenwart des Abschlussprüfers umfassend behandelt. Der Abschlussprüfer berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und ging dabei insbesondere auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters – Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers auf Seite 180 ff.) und die vorgenommenen Prüfungshandlungen ein. Wesentliche Schwächen des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems wurden nicht berichtet.

Auf Basis dieser umfassenden Prüfung stimmte der Aufsichtsrat den Ergebnissen des Abschlussprüfers zu und erhob keine Einwendungen. Am 19. März 2019 billigte er den Jahres- und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Nach Abwägung aller relevanten Aspekte folgte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns.

Der Ständige Ausschuss befasste sich am 13. Dezember 2018 und am 19. März 2019 mit dem gesonderten nichtfinanziellen (Konzern-)Bericht für das Geschäftsjahr 2018. Das Aufsichtsratsplenum prüfte den (Konzern-)Bericht ebenfalls am 19. März 2019 unter Berücksichtigung der Prüfungsergebnisse des externen Prüfers und nahm ihn zustimmend zur Kenntnis.

Dank an Vorstand und Mitarbeiter
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Sie alle haben mit ihrer engagierten Arbeit zu einem erfolgreichen Geschäftsergebnis von Munich Re beigetragen.

München, den 19. März 2019

Für den Aufsichtsrat

Bernd Pischetsrieder
Vorsitzender


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