Berufskrankheiten

Berufskrankheiten sind für die Arbeiterunfallsysteme eine zunehmende Herausforderung

Der Umgang mit Berufskrankheiten ist seit jeher komplex, und seit neue Gegebenheiten das Bild dieser Krankheiten verändern, sind sie noch schwerer in den Griff zu bekommen:


  • Die Flexibilität am Arbeitsmarkt, ein verändertes Arbeitsumfeld, neue Arbeitsformen wie Telearbeit und der allgemeine Technologiefortschritt führen zu neuen Gefährdungen am Arbeitsplatz.

  • Immer mehr Berufstätige ziehen von einem Land ins nächste um, wechseln die Firma und die Branche, sodass es immer schwieriger wird, die berufsbedingte Krankengeschichte nachzuvollziehen. Zudem sind sie verschiedenen Berufsrisiken ausgesetzt, die sich zum Teil überschneiden. Das führt zwangsläufig zu Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Berufskrankheiten zu diagnostizieren und die Verantwortung nach bestätigtem Befund entsprechend zuzuordnen.

  • Durch verbesserte Arbeitsschutzmaßnahmen lassen sich die klassischen Berufsgefährdungen besser eindämmen. Allerdings ergeben sich auch neue Szenarien, bei denen die "nicht-klassischen" Berufsgefährdungen wie beispielsweise psychologische Risiken an Bedeutung gewinnen und neue Berufskrankheiten auftreten können.

  • Der Wissens- und Technologiefortschritt in der Medizin trägt unter anderem zu einer steigenden Lebenserwartung bei. Allerdings bedeutet eine zunehmende Langlebigkeit auch, dass das Risiko chronischer Erkrankungen, zu denen auch die Berufskrankheiten gehören, steigt.
Berufskrankheiten müssen auf den Prüfstand

Die aktuellen Trends machen deutlich, dass man prüfen muss, wie Berufskrankheiten versichert werden und ob die bisherigen Mechanismen für die sich abzeichnenden Änderungen geeignet sind.

Insbesondere Stress spielt eine immer stärkere Rolle bei den Arbeitsbedingungen und Berufskrankheiten. Die "Vierte Europäische Umfrage über die Arbeitsbedingungen 2007" ergab, dass in den alten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU 15) bei den Berufsrisiken mit Gesundheitsproblemen Rückenschmerzen an erster und Stress an zweiter Stelle stehen.